Städtepartnerschaft : Austausch soll nicht sterben

Hoffen, dass der Austausch weiterlebt: Henning Schröder, Dr. Peter Wenners, Stefanie Gast, Bürgermeister Carlo Ehrich und Hans Dieter Weiß (v.l.).
Hoffen, dass der Austausch weiterlebt: Henning Schröder, Dr. Peter Wenners, Stefanie Gast, Bürgermeister Carlo Ehrich und Hans Dieter Weiß (v.l.).

Gymnasium aus Kiew möchte nach vier Jahren Pause 2016 wieder Partnerschule in Altenholz besuchen

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06. Mai 2015, 06:00 Uhr

Altenholz | Die Bilder der blutigen Ausschreitungen auf dem Maidan in Kiew Anfang vergangenen Jahres bleiben den Menschen unvergessen. Berichte von immer neuen Opfern trotz vereinbarter Feuerpausen lassen eine Reise in die Hauptstadt noch immer fragwürdig erscheinen. Das hat auch Folgen für die seit 22 Jahren bestehende Partnerschaft zwischen dem Gymnasium Altenholz und dem Gymnasium Nr. 59 in Kiew.

2012 war eine Delegation aus der Ukraine zuletzt in Altenholz, einen letzten Gegenbesuch aus Schleswig-Holstein gab es noch, bevor die Unruhen, die das Land ergriffen, jegliche Begegnung unmöglich machten. Die ist nun wieder angefragt worden, berichten Henning Schröder und Stefanie Gast. Die beiden Lehrer betreuen den über Jahre gewachsenen Austausch und halten Kontakt zu Kollegen am Gymnasium Nr. 59. Sie freuen sich über die Nachricht aus der Partnerstadt ihrer Schule, wissen aber auch, dass mancher Bedenken mit einer Reise verbindet. Schröder: „In Kiew hat sich die Situation wohl normalisiert. Aber die Ukraine wird hier insgesamt gesehen, und so sind Kriegsbilder für uns entscheidend.“ Es sei jedoch wichtig, in Kontakt zu bleiben, damit der Austausch nicht ganz abbricht, betont seine Kollegin. So hoffen beide wie auch Schulleiter Peter Wenners und Hans Dieter Weiß, Lehrer im Ruhestand, der am 6. Dezember 1993 gemeinsam mit Renate Krämer den Grundstein für den Austausch legte, dass sich Schüler und Familien finden werden, die sich bereit erklären, im nächsten Jahr zunächst Gastgeber für eine Gruppe aus Kiew zu sein. Eine Teilnahme am 2017 anstehenden Gegenbesuch sei damit nicht zwingend, betont Schröder. Ob es überhaupt dazu kommen wird, müsse dann neu bewertet werden, merkt Stefanie Gast an.

Bürgermeister Carlo Ehrich begrüßt die vielfältigen Kontakte der Gemeinde in die Welt, die durch die Schulen, die Europa-Union und das Städtepartnerschaftskomitee gepflegt würden. Ende Mai fährt er selbst mit 23 Sängern der Kirchengemeinde nach Paldiski in Estland, um die dorthin bestehende Partnerschaft zu bestärken. Paldiski sei mit der Frage, wie verankert das Land in Europa ist, in einer ähnlichen Situation wie Kiew, erklärt Ehrich. Da sei es wichtig, sich solidarisch zu zeigen.

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