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Eckernförder Zeitung

16. Dezember 2017 | 05:10 Uhr

Neue Regelung : Ausschuss verbannt Plastik

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Der Umweltausschuss hat mehrheitlich einer neuen Regelung zur Müllvermeidung bei Veranstaltungen zugestimmt.

shz.de von
erstellt am 22.Jun.2016 | 06:52 Uhr

Eckernförde | Gegen die Stimmen der CDU hat der Umweltausschuss am Montagabend die neue Regelung zur Müllvermeidung bei Veranstaltungen gebilligt. Die Bestimmungen sollen ab dem 1. Januar 2017 für alle Beschicker von Stadtfesten, dem Wochen- und Fischmarkt sowie allen größeren Veranstaltungen auf städtischem Grund gelten. Nun muss noch die Ratsversammlung zustimmen.

Laut der Regelung dürfen Veranstalter und Beschicker Geschirr, Bestecke sowie anderes Servier- und Verpackungsmaterial von Lebensmitteln nur noch als Mehrwegprodukte oder aus zu 100 Prozent biologisch abbaubarem Material abgeben. Produkte, die nicht im Mehrwegpfandsystem enthalten sind, müssen mit einem Pfand von 2 Euro belegt werden. Standbetreiber müssen zudem einen Mülleimer für Besucher vor ihrem Stand aufstellen, bei anderen Veranstaltungen muss die Stadt für ausreichend Mülleimer sorgen. Plastiktüten dürfen ab dem 1. Januar gar nicht mehr durch die Standbetreiber abgegeben werden, sie müssen aber auf allen Tischen, die sie für Gäste aufstellen, mindestens einen Aschenbecher platzieren. Weiterhin werden sie in die Pflicht genommen, ihre Flächen während der Veranstaltung sauber zu halten und alle Abfälle sofort nach der Veranstaltung restlos zu entfernen. Bis dahin müssen die Abfälle wind- und möwensicher verstaut werden. Zuwiderhandlungen sollen mit einer Strafzahlung belegt werden, die durch die Verwaltung festzulegen ist.

Den Anstoß für die neue Regelung, die auf Antrag des Bürger-Forums beraten wurde, hat der RSH-Kindertag im vergangenen Jahr gegeben. An diesem Tag landete viel Plastikmüll im Hafenbecken. In der Antragsbegründung wird Plastikmüll als unüberschaubare Problematik für die Meere und Gewässer dargestellt. Bis zu 10 Millionen Tonnen Plastikmüll landeten demnach jährlich in den Meeren. Bis Plastik zerfällt, vergehen jedoch bis zu 450 Jahre. Viel Plastik wird von Tieren verschluckt und landet so in der Nahrungskette.

Der Antrag hatte Ende letzten Jahres für Aufsehen gesorgt, da zunächst die Marktbeschicker nicht beteiligt wurden. Auf deren Protest hin gründete sich eine interfraktionelle Arbeitsgruppe, die die Bedenken und Eingaben in der neuen Version berücksichtigte.

Die CDU unterstützte den Antrag im Umweltausschuss nicht, stattdessen regte Rainer Bruns an, noch einmal Vorschläge von den Veranstaltern und Beschickern einzuholen. Die jedoch, so Thorsten Peuster vom Bürger-Forum, seien schon einbezogen gewesen: „Es waren alle eingeladen. Das Ergebnis der Gespräche liegt uns jetzt vor.“ Den Einwand Bruns’, dass bei der Kieler Woche die großen Müllmengen auch ohne neue Regelung zügig abtransportiert werden, ließ Jonas Kramer (SPD) nicht gelten: „Es geht nicht um den Abtransport von Müll, sondern um Müllvermeidung.“ Der Antrag wurde mit 7:3 Stimmen angenommen.

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