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Frühstücksforum Gettorf : Ausflug in die Naturheilkunde

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Info-Frühstück des Seniorenbeirats zu alternativer Medizin und Nahrungsergänzungsmitteln interessiert 110 Gäste

von
erstellt am 19.Nov.2014 | 06:00 Uhr

„Bewegung wird nur im Krankheitsfall verschrieben, lachen gar nicht“, stellte Roland Lauterbach zu Beginn des 22., vom Seniorenbeirat organisierten Frühstücksforums fest. Dabei trage beides zum Wohlbefinden bei, sagte der Vorsitzende weiter. Inwieweit das auch für alternative Medizin gelten kann, sollte mit Hilfe von Heilpraktiker Timo Last erörtert werden.

Das Interesse war groß – 110 Zuhörer waren gestern ins Hotel Stadt Hamburg gekommen, um sich zu informieren. Osteopathie, Homöopathie, Akupunktur – das alles sei alternative Medizin, erklärte Last, der seit sechs Jahren seine Praxis als Heilpraktiker betreibt, vier Jahre in Altenholz, seit zwei Jahren in Gettorf. „Ich bevorzuge den Begriff Naturheilkunde“, sagte Last. Denn es gehe um die Aktivierung der Selbstheilungskräfte. Die Wirksamkeit hänge von der individuellen Situation eines jeden Patienten ab – und von den Fähigkeiten des Therapeuten. So würde bei 20 Patienten mit Kopfschmerzen keiner das gleiche Mittel bekommen, nannte Last ein Beispiel. Zudem werde in der Naturheilkunde nicht nur der physische, sondern auch der psychische Aspekt betrachtet – eine ganzheitliche Diagnose werde erstellt.

Last stellte verschiedene Therapien vor und gab mit dem Kinesiologischen Muskeltest einen Einblick in sein Vorgehen. Brigitte Müller-Diepenbeck, die das Forum gemeinsam mit Beiratskollege Manfred Schröter ausgerichtet hatte, stellte sich dafür zur Verfügung und bestätigte die von Last ausgemachten „Baustellen“ ihres Körpers. Häufig ließen sich so Pilz- und Zeckenbisserkrankungen feststellen, die in einem Blutbild nicht erkannt würden, berichtete der Heilpraktiker.

Einige Zuhörer zeigten sich skeptisch und fragten nach einer Messbarkeit oder Belegen für die Wirksamkeit der Methoden. Doch sei es schwierig, die zum Teil tausende Jahre alten Heilverfahren wissenschaftlich zu belegen, räumte Last ein. Inge Hansen, Tierheilpraktikerin im Ort, meldete sich zu Wort und berichtete von einem gelähmte Dackel, dem sie mit Homöopathie wieder auf die Beine half. „Die Tiere haben mich von der Wirkung der Homöopathie überzeugt. Denn Tiere können sich nichts einbilden“, sagte Hansen. Abschließend wurde im Publikum deutlich, dass die Einstellung zu alternativer Medizin vielleicht eine andere wäre, wenn Heilpraktiker und Ärzte stärker an einem Strang ziehen würden, als es bisher der Fall ist.

Nach dem Frühstück ging Apothekerin Karola Kolbe-Scholl auf Nahrungsergänzungsmittel und ihre Wirkungsweise ein. „Die Werbung redet uns viel ein, was wir nehmen müssen. Doch man muss vorsichtig sein, weil die Stoffe Wechsel- oder Nebenwirkungen haben“, machte Kolbe-Scholl deutlich. Welche Mineralstoffe, Vitamine oder Spurenelemente sinnvoll sind, insbesondere im Alter, ist auch hier individuell zu bewerten. Dabei müssen auch die Medikamente berücksichtigt werden, auf die jemand angewiesen ist. Denn manche reagieren mit Nahrungsergänzungsmitteln. Kolbe-Scholl riet dazu, sich beim Apotheker seines Vertrauens dazu beraten zu lassen und nicht wahllos einzunehmen, was die Werbung anpreist. Besondere Achtsamkeit rät sie allen, die im Internet Präparate bestellen: „Nehmen sie nur deutsche Produkte.“

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