Ausbau der Krippenplätze: Villa Kunterbunt zieht ins Zollhaus

Vor ihrem neuen Arbeitsplatz, dem Zollhaus (v.l.): Britta Walther-Marten, Sabine Behrendt, Astrid Braun, Konstanze Nahrstedt-Kauper, Carola Dahmer und Anja Mambrey. Foto: Hebbeln
Vor ihrem neuen Arbeitsplatz, dem Zollhaus (v.l.): Britta Walther-Marten, Sabine Behrendt, Astrid Braun, Konstanze Nahrstedt-Kauper, Carola Dahmer und Anja Mambrey. Foto: Hebbeln

120 Krippenplätze soll es 2013 in der Stadt geben und damit ein Betreuungsangebot für 35 Prozent aller Kinder unter drei Jahren. Der stufenweise Ausbau hat begonnen. 80 Plätze werden dieses Jahr erreicht. Ab August gibt es zwei neue Gruppen der Villa Kunterbunt im Zollhaus.

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18. Juni 2009, 10:05 Uhr

Eckernförde | Es ist ein bedeutungsschweres Wort: Rechtsanspruch. Ab 2013 werden berufstätige Eltern von Kindern unter drei Jahren es wohl häufiger in den Mund nehmen. Denn dann haben sie einen Anspruch auf einen Krippenplatz.

Die Forderung des Gesetzgebers muss auch in Eckernförde umgesetzt werden. Jahre lang stagnierte die Zahl der Plätze in der Stadt bei 20, trotz einer Nachfrage, die um ein Vielfaches höher lag. Doch der Ausbau nimmt Fahrt auf. Nach neuen Krippen-Gruppen im Waldorf- und St. Nicolai-Kindergarten entstehen dieses Jahr 40 weitere Plätze, 20 davon im neuen Standort Zollhaus der Villa Kunterbunt. Dort sitzt bereits der Träger der Kindertagesstätte, die Brücke gGmbH. 80 Plätze wird es dann im Stadtgebiet geben, bei städtischen, kirchlichen und freien Trägern. Die Messlatte liegt bei 115 bis 120 für das Jahr 2013, wie Telse Brunkert erklärt. Sie ist beim Amt für Ordnungs- und Sozialwesen für Kindergartenangelegenheiten zuständig. Die Zahl entspricht zirka 35 Prozent der Kinder im Alter von null bis drei Jahren - so schätzte die Politik den zukünftigen Bedarf ein und machte eine entsprechende Vorgabe. Mit dem parallel weiter ausgebauten Angebot an Tagesmüttern steht Eckernförde aus ihrer Sicht beim Thema frühkindliche Betreuung schon recht gut da.

Am 10. August soll es damit auch im Zollhaus beginnen. Dann geht es neben der pflegerischen Arbeit je nach Alter um das Laufen, Sprechen und Essen lernen, Material erfahrung oder Malen. Der Umbau ist seit Mai in vollem Gange, unter anderem müssen neue Sanitärbereiche und Wickeltische eingebaut werden. Die hat Erfahrung mit der Krippenbetreuung, seit 13 Jahren gibt es in der Kita die lange Zeit einzigen Plätze. Sechs Mitarbeiter sollen sich zukünftig um 20 weitere Kleinkinder kümmern. Es wird personelle Umbesetzungen geben, die aber durch Neueinstellungen wieder kompensiert werden sollen sagt die Leiterin der Villa Kunterbunt, Astrid Braun. Dabei sei das Ziel die beiden Standorte eng zu vernetzen, auch durch inhaltliche Angebote wie gemeinsame Ausflüge.

Stellvertreterin Kerstin Pfeil erklärt: "Es wird zwei Gruppen geben, eine von 7 bis 18 und eine von 7 bis 14 Uhr. Die Kosten: 324 beziehungsweise 159 Euro monatlich. Braun: "Wir haben aber auch Eltern, die zu 100 Prozent durch die Sozialstaffel des Kreises bezuschusst werden." Das der Bedarf da ist, daran besteht für sie kein Zweifel. Bis Februar habe die Kindertagesstätte 70 Namen auf der Warteliste gehabt. "Viele Eltern müssen aus finanziellen Gründen arbeiten und das immer früher nach der Schwangerschaft." Dabei ginge es meistens um Paare, bei der die Frau mitverdienen muss, weniger um alleinerziehende Mütter. "Bis vor fünf Jahren war es verpönt, sein Kind in die Krippe zu geben. Häufig gab es großen Druck des Umfeldes." Doch das habe sich stark gewandelt. Insofern wurde die Kita auch selbst initiativ und stellte für den Krippen-Ausbau Anträge bei Stadt und Kreis, die zur Mitfinanzierung verpflichtet sind. Von der Qualität ihres Angebots sind Pfeil und Braun überzeugt: "Wir bekommen sehr viel positive Rückmeldungen der Eltern."

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