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Gebrauchte Kleidung : Aus zweiter Hand gut eingekleidet

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

5745 Kleidungsstücke wurden 2013 von den ehrenamtlichen Mitgliedern der DRK-Kleiderkammer Rieseby an Bürger abgegeben. Zusätzlich wurden 125 Kartons für Hilfstransporte nach Polen gepackt.

Rieseby | Der Wind fegt durch die Dorfstraße und wirbelt Schneeflocken durch die Luft. Da braucht man warme Mäntel, Jacken, dicke Pullover und Hosen. Zum Nulltarif bietet diese Kleidung die DRK-Kleiderkammer in der Alten Post an. Nachdem die Kammer über die Weihnachtstage zu hatte, verzeichnen die ehrenamtlichen Helferinnen des DRK eine rege Nachfrage. Insgesamt 5745 Artikel gaben die Damen im Vorjahr an Bürger aus. 2012 waren es mit 5870 Stück nur unwesentlich mehr gewesen, berichtet Elke Bahl. Sie leitet seit bald zehn Jahren die Kammer.

Jeden Mittwoch von 9 bis 11 Uhr empfangen immer zwei DRK-Damen die Besucher im Obergeschoss der Alten Post. In Reserve ist eine neunte Helferin, die einspringt, wenn mal eine der Damen nicht kann. Besonders gefragt waren Damen- und Kinderkleidung, mit Abstand auch Kleidung für Männer. „Männer kommen kaum selber vorbei“, berichtete Hildegard Besler. Wenn, dann nähmen ihre Frauen für sie etwas mit. Gefragt waren auch Stiefel und Schuhe. Der Fundus ist mal sehr umfangreich und gut sortiert, und manchmal auch nur sehr gering, „das hängt immer davon ab, was wir bekommen“, ergänzt Bahl. Die Nachfrage und der Bedarf nach kostenloser Kleidung sei in jedem Fall ungebrochen.

Für eine 46 -Jährige aus Rieseby ist der Besuch in der Kammer immer eine gute Chance, etwas zu finden. Auch wenn sie voll arbeite, reiche das Geld einfach nicht. Und so sei sie froh, in der Kammer mal neue Arbeitskleidung oder mal ein anders schönes Stück zu finden. „Die geben hier sehr gern, und es ist immer eine sehr gute Atmosphäre“, sagt sie, das habe sie in anderen Kammern schon ganz anders erlebt. Zunächst sei es schon eine große Hemmschwelle, eine Kleiderkammer aufzusuchen, aber das lege sich. Selber bringe sie auch Sachen mit, die sie der Kammer übergibt. „Ich gebe das lieber hier ab, als es in einen Altkleidercontainer zu werfen“, sagt sie. In der Kammer wüsste sie, dass die Sachen noch getragen werden.

„Uns ist es gleich, was die Besucher mit den Sachen machen. Wir sind froh, wenn die Sachen eine weitere Verwendung finden“, meint Hildegard Besler. Und so sichten die Damen die Kleiderspenden, die sie in zahllosen Säcken vor der Kleiderkammer und im Treppenhaus finden. Die besten Stücke legen sie zusammen und füllen damit die Regale in der kleinen Kammer auf. Der überwiegende Rest allerdings, den verpackt Elke Bahl in Bananenkartons. Die werden mit einem Großtransport, organisiert über den DRK-Ortsverein Fleckeby von dem ehemaligen Lehrer aus Louisenlund, Dr. Wilfried Groß, nach Osteuropa transportiert. Im Vorjahr stellten die Riesebyer 125 Pakete zur Verfügung, berichtet Bahl. Die Kartons werden ausgewogen und beschriftet, und im Keller eingelagert. Kleidung für junge Erwachsene und Erwachsene gebe es immer genug, was fehle seien Sachen für kleine Kinder. Neben Kleidung seien das vor allem Autositze, Kinderwagen und Bettwäsche. Für ältere Menschen bestehe zusätzlich großer Bedarf nach Hilfsmitteln, wie Rollatoren, Gehwagen, Windeln oder andere Hygieneartikel, berichtet Bahl.

Die drei Stunden, die jedes der vier DRK-Teams in der Kleiderkammer ist, vergeht wie im Flug. „Wir machen das gerne“, sagt Hildegard Besler. Man schnacke mit den Besuchern und erlebe etwas. Allerdings suchten sie dringend jüngere Helferinnen. Sie selber würden nicht jünger und die Bananenkartons, die bis in den Keller müssen, wögen gut und gerne 13 bis 15 Kilogramm. „Aber es macht auch viel Spaß“, sagt sie und packt den nächsten Kleiderspendensäcke aus.

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erstellt am 04.Feb.2014 | 06:00 Uhr

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