Aschbergsingen : Aus voller Kehle und nach Herzenslust

Das Aschbergsingen zieht seit vielen Jahren mehrere hundert Besucher in die Hüttener Berge.
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Das Aschbergsingen zieht seit vielen Jahren mehrere hundert Besucher in die Hüttener Berge.

Mehrere hundert Besucher kamen zum Volksliedersingen auf dem Aschberg. Die Sänger schwärmten von der malerischen Idylle in den Hüttener Bergen.

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13. Juli 2015, 05:43 Uhr

Ascheffel | Seit über drei Jahrzehnten ist das große Volkslieder-Singen auf dem Aschberg Tradition. Einst von Pastor Jochen Senft ins Leben gerufen und nach dessen Tod im Jahre 2012 von Pastor Frank Boysen aus Gettorf weitergeführt, treffen sich alljährlich hunderte natur- und musikbegeisterte Menschen zum gemeinsamen Liederabend unter freiem Himmel. So waren auch am Sonnabend die Plätze auf der frisch renovierten Tribüne unterhalb der Globetrotter Lodge schon eine Stunde vor Beginn der Veranstaltung gut gefüllt.

Früh hatten sich auch Christine Hagge und Else-Marie Hinrichsen aus Kropp einen Platz gesichert. Christine Hagge, die schon zum fünften Mal zum Volkslieder-Singen gekommen war, hatte ihre Freundin erstmals überredet, auch teilzunehmen. „Das hat mir immer so gut gefallen, deswegen sind wir jetzt alle hier“, freute sich Hagge. Ebenfalls ihre Premiere beim Singen auf dem Aschberg begangen Elsbeth und Peter Claußen aus Westerrönfeld. „Wir haben schon lange den Plan gehabt, hier her zu kommen, aber immer ist etwas dazwischen gekommen“, berichtete Peter Claußen. „Ich freue mich, dass man mal richtig schön mitsingen kann“, ergänze seine Ehefrau.

Die Freude ist auch für Pastor Frank Boysen das Wichtigste an diesem Abend. „Wir wollen sehen, was die Menschen noch alles auswendig können“, sagte er scherzhaft vor Beginn des Liederabends. Deshalb sei auch die Hälfte der Lieder, die gesungen werden sollen, aus dem Programm des letzten Jahres übernommen worden. „Volkslieder sind Heimat, die haben immer etwas Bekanntes in sich“, so Boysen. Wenn man aber jüngere Menschen und Familien in den Kreis hinein bekommen wolle, müsse man die Tradition mit der Zeit etwas modernisieren. So durften sich die Besucher über eine Stunde auf das Singen altbekannter, aber auch in Vergessenheit geratener Volkslieder freuen.

Neben Frank Boysen gaben auch seine Ehefrau Birte Boysen sowie Sängerin Rike Früchtenicht den richtigen Ton vor. Von „Alle Vöglein sind schon da“, über „Der Kuckuck und der Esel“, bis zum „Jäger aus Kurpfalz“ ertönten anschließend etwa 400 Stimmen vom Aschberg hinaus in die Landschaft. Doch auch melancholische und nachdenklich machende Lieder standen auf dem Programm von Frank Boysen. „Zogen einst fünf wilde Schwäne“ stammt genau so wie fast alle anderen gesungenen Stücke aus dem Buch „Wunschlied“, welches von Initiator Jochen Senft herausgegeben worden war. „Dass wir uns hier in diesem Tal, auf diesem Berg noch treffen viele hundert Mal“, zitierte Pastor Boysen frei aus „Kein schöner Land in unserer Zeit“ und brachte damit den Wunsch des Publikums nach einer Fortführung der Tradition des Volkslieder-Singens auf den Punkt. Mit „Adé zur guten Nacht“ verabschiedete sich Frank Boysen vom fröhlich mitsingenden Publikum. „Wir fühlen uns sehr geehrt, dass so viele Menschen gekommen sind“, bedankte sich Boysen seinerseits.

Dem Publikum hatte der Abend sichtlich gefallen. Auch Renate und Klaus Krätke gingen mit einem Lächeln auf den Lippen nach Hause. Das Ehepaar aus Eckernförde war schon knapp zehn Mal zum Volkslieder-Singen auf den Aschberg gekommen. „Wir kannten viele Lieder schon aus unserer Schulzeit und wissen sie immer noch auswendig“, erklärten beide. Für Boysen beginnen nach einem Resümee am Abend bereits die Planungen für das nächste Aschberg-Singen am 9. Juli 2016. „Vielleicht kann man eine solche Veranstaltung noch erweitern und zusätzlich an anderen Orten präsentieren“, will Boysen den Menschen auch in Zukunft eine Freude bereiten und das Volkslied weiter lebendig halten.  


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