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Künstlerhaus : Aus Sperrmüll wird Performance Kunst

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Neue Stipendiatinnen im Künstlerhaus Otte 1: Angelika Waniek, Machteld Rullems und Tiziana Bertoncini.

shz.de von
erstellt am 16.Sep.2015 | 05:27 Uhr

Eckernförde | Drei neue Stipendiatinnen beleben das Schleswig-Holsteinische Künstlerhaus in der Ottestraße und verleihen der Einrichtung das gewohnte internationale Flair: Angelika Waniek aus Leipzig, Machteld Rullems aus den Niederlanden und Tiziana Bertoncini aus Italien.

Angelika Waniek (40) ist freischaffende Performance-Künstlerin und agiert an der Schnittstelle zwischen bildender Kunst und postdramatischem Theater. Studiert hat sie an der Muthesius-Kunsthochschule in Kiel und in Leipzig, unterrichtet dort auch an der Hochschule für Grafik und Buchkunst. Sie arbeitet an einem Bildband über Flucht und Vertreibung zum Ende des 2. Weltkrieges. „Jetzt holt mich die Aktualität ein“, sagt sie. Die Flüchtlingswelle, die Europa zurzeit erlebt, wird sie wohl auch in ihrem Werk verarbeiten. Die Macht der Bilder ist ihr zentrales Thema und die Frage, inwieweit sich Künstler mit ihren Werken politisch äußern dürfen. „Aber ist nicht jede Handlung auch politisch?“, fragt sie.

Tiziana Bertoncini (46) hat in Siena ihren Kunst-Abschluss abgelegt. Sie setzt auf die Kunstgattungen Performance und Installation. Besonders die Beziehung von Bild und Klang hat es ihr angetan. So hat sie zum Beispiel in der Nähe eines Wasserfalls Plexiglasröhren in verschiedenen Größen aufgehängt. Durch sie hört man die Umgebung in verschiedenen Tonnuancen. Auch mit zeitgenössischer Musik und Lautsprecherinstallationen beschäftigt sie sich. „Wir sind konditioniert auf das Bild, aber der Klang hat etwas Abstraktes. Man kann ihn nicht greifen. Dabei hat er einen evokativen Effekt, mehr als das Bild.“ Während ihrer Zeit in Eckernförde beschäftigt sie sich mit den gesellschaftlichen Einflüssen, der Kollektivität der Masse auf das Individuum.

Ein konkretes Projekt hat Machteld Rullems (27) dagegen nicht. Studiert hat sie Kunst in Den Haag und Rotterdam, wobei sie die autonome Kunst bevorzugt. „Ich finde Ideen und überlege mir, welches Medium dazu passt.“ Das konzeptionelle Denken ist gefragt. So haben die drei Stipendiatinnen zum Beispiel im Sperrmüll verschiedene Dinge wie Golfschläger, einen Regenschirm und einen Stuhl aufgelesen, aus denen vielleicht ein Kunstwerk entsteht. „Meistens aber mache ich Videokunst“, sagt Machteld Rullems. Für sie ist es ein Privileg, durch das Stipendium keinen Druck zu verspüren. „Es ist schön, einfach Ideen sammeln zu können.“

Angelika Waniak ist seit Anfang August in Eckernförde und bleibt bis Ende Oktober. Sie plant während ihres Aufenthalts einen „performativen Eingriff“ für Eckernförde. Machteld Rullems ist erst seit zwei Wochen im Künstlerhaus und bleibt bis Ende November, während Tiziana Bertoncini in zwei Wochen ihr zweimonatiges Stipendium beendet.

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