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Familienforschung : Aus Namen werden Familienmitglieder in Übersee

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Der Riesebyer Erwin Nazarenus hat ausgewanderte Verwandte in den USA ermittelt. Nach vielen Brief- und Mail-Kontakten wird er im Herbst mit seinem Enkel zu einem Familientreffen der besonderen Art nach Minnesota in den USA reisen. Sein Großonkel wanderte um 1880 aus.

Candy (60) wohnt in Sleepy Eye, rund 150 Kilometer entfernt von von Minneapolis im Bundesstaat Minnesota in den USA. Sie ist eine geborene Nazarenus, die die selben Familienwurzeln hat wie Erwin Nazarenus (83) aus Rieseby. Im Oktober wird Nazarenus mit seinem Enkel Jacob (16) in die Staaten reisen und ein Familientreffen der besonderen Art erleben. „Es ist der I-Punkt auf meinen langen Nachforschungen“, sagt Nazarenus. Sein Großonkel Asmus Friedrich Nazarenus war etwa 1880 aus Angeln in die USA ausgewandert und hatte einen neuen Familienzweig begründet.

Schon seit den 70-Jahren recherchiert Nazarenus in seiner Familiengeschichte, durchforstet Archive, spricht mit Archivaren, Historikern und bekommt Auskünfte bei Kirchenämtern und Standesämtern. 1291 Personen, mit denen er über kurz oder lang verwandt ist, hat er in seiner speziellen Familienstammbaumsoftware erfasst.

Es begann alles, als ihm sein Vater Willy (Friedrich Wilhelm) seine gesammelten Aufzeichnungen übergab. Dieser hatte sich vor allem in der Zeit des Dritten Reiches um seine Abstammung kümmern müssen und dabei schon etliche Daten und Familienzweige ermittelt. Erwin Nazarenus setzte die Suche fort. Schnell fand er heraus, dass sein Urgroßonkel, Bruder seines Großvaters Thomas Johann, auswanderte, 1883 in Iowa eine Farm besaß. 1883 heiratete er Emma Jammer aus Mecklenburg, mit der er drei Kinder hatte. Emma starb plötzlich im Mai 1910, als Asmus in Europa weilte. Er heiratete später Marie Magnus aus Norderbrarup, die auch in die Staaten ausgewandert war. Sie hatten keine Kinder. Die Familie wuchs sehr schnell, Asmuss´ Kinder gründeten selber Familien. 1936, daran erinnert sich Erwin Nazarenus noch genau, besuchte der Großonkel seine Familie zuhause in Angeln. Nach dem Krieg versorgte seine Tochter Anna die Verwandtschaft in vom Krieg ausgezehrten Land mit Kleidung und anderen nützlichen Dingen. „Sie war eine sehr liebe Frau“, sagt Nazarenus. Dann schlief der Kontakt etwas ein.

Besonders in den letzten Jahren konnte Erwin Nazarenus wieder zahlreiche Kontakte herstellen. Darunter auch zu den direkten Nachkommen seines Großonkels. In seinem Computerprogramm hat er nun fast 1300 Personen in 479 Familien erfasst. Über verschiedene Suchmöglichkeiten kann er Querverbindungen erfassen, sich über die Wohnorte, er hat 820 Ort lokalisiert, ein Bild der Verbreitung der Familie machen. Schwerpunkte sind in den Hüttener Bergen, Angeln und Schwansen aber auch in den USA, runter bis nach Kalifornien.

„Fertig bin ich eigentlich nie mit dem Stammbaum“, sagt Nazarenus. Seine Familie habe er bis zu Johann Friedrich Nazarenus, Heirat 1762, bis in die achte Generation vor ihm erfasst, aber immer wieder tauchten neue Namen auf.

Damit rechnet er auch, wenn er im Herbst in die Staaten fliegt. „Ich glaube, die freuen sich auch schon sehr“, sagt der Riesebyer. Sie hätten ihn jetzt auch schon mit interessanten Beiträgen versorgt und organisierten wohl schon Treffen. So lägen ihm Zeitungsberichte vor, in denen über die Nachkommen der Deutschen mal als Sammler von Schwarzwalduhren, deutschen Puppen oder als Designer von Weihnachtsbaumschmuck berichtet wurde. Es werde wohl einige deutschen Wurzel zu entdecken geben, sagt Nazarenus. In der Nachbarschaft von Sleepy Eye (rund 3500 Einwohner) liegt die Stadt Neu Ulm. „Langweilig wird uns bestimmt nicht“, sagt der Riesebyer und freut sich sehr auf die Reise zu seinen Verwandten. Unterstützt wird er von Jacob, der nicht nur Englisch spricht, sondern auch das Computerprogramm für Nazarenus pflegt.

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erstellt am 26.Aug.2013 | 16:20 Uhr

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