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Eckernförder Zeitung

20. August 2017 | 06:37 Uhr

Pflanzaktion : Aus Grünland soll Wald werden

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Große Aufforstungsaktion in den Brekendorfer Forsten.

Hüttener Berge | Schleswig-Holstein ist eines der waldärmsten Bundesländer der Republik. Um dem von der Politik vorgegebenen Ziel, den Waldanteil auf zwölf Prozent der Landesfläche zu erhöhen, ein Stück näher zu kommen, arbeiten die Schleswig-holsteinischen Landesforsten und die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald seit langem zusammen.

Am Gründonnerstag trafen sich Förster, Mitglieder und freiwillige Helfer zu einer Pflanz-Aktion, um im Rahmen einer Erstaufforstung auch in den Hüttener Bergen für Neuwaldbildung zu sorgen. Organisiert hatte die Kooperation mit dem Landesverband der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, der Brekendorfer Revierförster Rainer Mertens, in dessen Bereich die betreffende Fläche liegt. Zusammen mit Lutz Boucsein, dem stellvertretenden Direktor der Landesforsten und Johann Böhling, dem stellvertretenden Vorsitzenden des Landesverbandes der Schutzgemeinschaft, wies er die freiwilligen Helfer in die Arbeit ein. „Wir freuen uns, dass wir das gemeinsam in diesem Frühjahr hinbekommen haben“, sagte Boucsein über das Projekt. „So leisten wir einen lohnenden Beitrag, dem Ziel näher zu kommen“.

Neben ökologischen Aspekten wie der Kohlenstoffbindung, diene ein derartiges Engagement auch der Waldpädagogik, junge Menschen an die Aufgaben im Wald heranzuführen, so Boucsein weiter. Denn unterstützt wurden die Förster hautsächlich von Mitgliedern der Waldjugend aus Hütten. Schon Routine beim Pflanzen junger Bäume hatten dabei auch Annika Mertens und Alina Dürotin. „Wir haben so etwas schon oft gemacht“, wussten beide, die jungen Rotbuchen gekonnt zu platzieren. „Man tut etwas für die Umwelt“, freute sich Alina, aktiv mit anpacken zu dürfen. „Außerdem macht es immer viel Spaß“, ergänzte Freundin Annika. Etwa 6000 Traubeneichen und 1500 Rotbuchen sollen künftig auf der knapp einen Hektar großen Fläche wachsen. „Die Landesforsten haben die ehemals landwirtschaftlich genutzte Fläche erworben, wir haben den Betrag hinzu gegeben, der für den Ankauf der jungen Bäume notwendig war“, erläuterte Johann Böhling die Kooperation von staatlicher und privater Organisation. Die Höhe der finanziellen Unterstützung belaufe sich auf 4000 Euro, so Böhling weiter.

Einen Großteil des Areals hatte Förster Rainer Mertens schon vorher maschinell neu bepflanzen lassen. „Das geht schneller und die jungen Bäume wachsen so besser an“, erläuterte Mertens. Für die Erstaufforstung sei das ehemalige Grünland zuvor mit einem Tiefenpflug umgebrochen worden, um die so genannte Pflugsole, eine verdichtete Bodenschicht unterhalb der landwirtschaftlichen Arbeitstiefe, zu beseitigen. „Machen wir das nicht, wachsen die Wurzeln entweder horizontal oder die Bäume wachsen gar nicht weiter“, beschrieb der Revierförster. Ein Orkan wie „Christian“ würde die ganze Arbeit wieder zunichte machen. Als Schutz vor Erosion und unerwünschtem Aufwuchs hat Mertens außerdem kurzhalmigen Sommerweizen einsäen lassen. Auch hat die Fläche nordwestlich des Scheelsbergs Anschluss an ein Gebiet, das bereits 2013 von Landesforsten und der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald zusammen neu aufgeforstet wurde. Am Rand des zukünftigen Waldes pflanzten die Helfer einige Hecken aus Pfaffenhütchen, Schneeball und Feldahorn. „Sie dienen als Biotop für Kleintiere und Vögel und sind als Übergang zum Offenland gedacht“, erklärte Förster Mertens. Die Vorsitzende des Landesverbandes Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Dr. Christel Happach-Kasan freute sich sehr über das gemeinsame Projekt und die freiwillige Unterstützung: „Man muss die Menschen mitnehmen, das fördert Verständnis“, lautete ihre Devise. „Es ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein, aber wenn man nicht anfängt, kommt man nicht zum Ziel“. Der aufkommende Nieselregen stimmte auch Rainer Mertens hoffnungsvoll: „Das ist waldfreundliches Wetter“, dies seien die besten Bedingungen, damit die jungen Bäume gut anwachsen.  

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