Seltener Fang : Aus der Tiefsee ins Stellnetz von Matthias Bleibohm

Das Maul des Seeteufels flößt auch Nebenerwerbsfischer Matthias Bleibohm Respekt ein.  Fotos: Kühl
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Das Maul des Seeteufels flößt auch Nebenerwerbsfischer Matthias Bleibohm Respekt ein. Fotos: Kühl

Fischer Matthias Bleibohm (45) hat gestern früh einen Seeteufel und zwei Kleingefleckte Katzenhaie angelandet. Die gut 60 Zentimeter großen Haie ließ erwieder frei. Der schmackhafte Seeteufel landet in der Pfanne.

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15. Januar 2015, 06:41 Uhr

Eckernförde | Die Netze der Fischer sind derzeit ganz gut gefüllt. Stattliche Dorsche gehen ihnen ebenso ins Netz wie Butt, Hering und auch besonders viele Köhler, besser bekannt als Seelachs.

Als Nebenerwerbsfischer Matthias Bleibohm (45) am frühen Mittwochmorgen sein Stellnetz unweit des Ufers vor dem Kurstrand aus zwölf Metern Tiefe emporhievte, zappelten drei besondere Exemplare in den Maschen: zwei Katzenhaie und ein Seeteufel. Bei den kleingefleckten Katzenhaien von gemessenen 62 Zentimeter Länge, die zwischen Südwestskandinavien über Großbritannien bis Spanien vorkommen, dürfte es sich um Jungtiere handeln, die im seichten Uferbereich der Eckernförder Bucht nach Krebsen, Weichtieren und kleinen Fischen gesucht haben. Matthias Bleibohm ist nicht der einzige Fischer, dem dieser elegante und in der Ostsee seltene Jäger ins Netz gegangen ist, auch Eckard Michelsen berichtete von drei gefangenen und wieder eingesetzten Katzenhaien in den letzten Tagen. Matthias Bleibohm folgte seinem Beispiel und entließ die Fische neben seinem Liegeplatz am Binnenhafen wieder in die Freiheit.

Mit dem stattlichen Seeteufel hat er allerdings etwas anderes vor. Entweder verkauft er das sehr schmackhafte Fleisch, für das Spitzenpreise erzielt werden, an ein Restaurant oder er bereitet sich das Schwanzstück selber zu. Nicht mit in die Pfanne kommt der mächtige Kopf, der etwa die Hälfte des gesamten Fisches ausmacht. Der Seeteufel macht seinem Namen in der Tat alle Ehre und sieht mit seinem riesigen Maul und den spitzen Zähnen furchterregend aus. Markant ist auch der antennengleiche Rückenflossenstrahl, mit dem der Tiefseefisch, der normalerweise im Atlantik zuhause ist und in 1000 Metern Tiefe auf Beute lauert, Fische anlockt und sie dann mit seinem Maul packt und verschlingt. Der Seeteufel wird durchschnittlich bis zu einem Meter groß und wiegt dann neun Kilogramm. Das Eckernförder Exemplar misst gut die Hälfte. Seeteufel gehören in der westlichen Ostsee ebenfalls zu den Exoten und werden sehr selten gefangen.

Aber mit solchen kennt Matthias Bleibohm sich aus. Im Oktober 2012 fing er eine Pelamide (Sarda sarda), auch Atlantischer Bonito genannt. Der erste seiner Art in Eckernförde. Der pfeilschnelle Räuber aus der Familie der Makrelen und Thunfische hatte sich zusammen mit Makrelen, Dorsch und Butt im Stellnetz verfangen, das der Fischer vor der Küste ausgelegt hatte.

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