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Frauenfussball : Aus dem Nationalkader in die Kreisklasse

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die 23-jährige Elpina Kadzo Kazungu hat in Afrika in der U19-Nationalauswahl gespielt, jetzt stürmt sie für Eckernförde IF und ist begeistert.

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erstellt am 21.Aug.2013 | 16:35 Uhr

Der dänische Verein Eckernförde IF, der in diesem Jahr erstmals seit vielen Jahren auch wieder Fußball-Nachwuchsmannschaften im Ligaspielbetrieb hat, steht für Integration pur. Sportlich Aktive aus nicht weniger als elf Nationen – kurioserweise davon aber kein einziger aus Dänemark – betreiben hier ihren Sport. Es sind Russen, Kosovo-Albaner, Italiener, Türken, Kenianer, Kasachen Ghanaer, Äthiopier, Engländer, Kurden und Deutsche. Das Miteinander ist hier nicht nur eine gute Absicht, es wird gelebt. Seit April hat sich mit Elpina Kadzo Kazungu (23) sogar eine ehemalige afrikanische Jugend-Nationalspielerin dem Klub angeschlossen. Dabei wird sie mit ihren Mitspielerinnen aus dem Ostseebad in der untersten Spielklasse, der Kreisklasse Schleswig-Flensburg, auf dem Kleinfeld auf Torjagd gehen. Trainiert wird Kazungu dabei von den beiden Liga-Spielern Raffael Fischer und Jan Sommer. Um eine schlagkräftige Mannschaft auf die Beine zu stellen, helfen auch Spielerinnen aus der B-Jugend aus.

Die EZ hat sich mit der bereits sehr gut Deutsch – und übrigens auch Platt – sprechenden Elpina Kadzo Kazungu (Spitzname: „Pina“) unterhalten.

EZ: Willkommen in Eckernförde. Wie sind Sie denn bei IF aufgenommen worden?
Elpina Kadzo Kazungu: Vielen Dank! Ich bin, auch von den etablierteren Spielerinnen, sofort sehr gut aufgenommen worden. IF ist wirklich ein sehr familiärer Verein. Ich gehörte von Anfang an dazu und war gleich akzeptiert, auch im privaten Bereich, und wurde beispielsweise gleich zu Fifa-Parties an der Playstation eingeladen.

Was hat Sie denn überhaupt nach Eckernförde verschlagen?
Ich habe hier eine dreijährige Lehre als Gesundheits- und Krankenpflegerin begonnen.

Sie kommen aus einem völlig anderen Kulturkreis. Was haben Sie in Kenia sportlich und privat gemacht, und warum sind Sie dann nach Deutschland gekommen?
Mit 16 Jahren habe ich dort bei Moving To The Goalpost (MTG) in der Premier League gespielt und bin ein Jahr später in die U19-Nationalmannschaft gekommen. Meine Position war entweder im offensiven Mittelfeld oder im Sturm. Außerdem habe ich vier Semester lang Elekto-Ingenieurwesen studiert. Da ich meiner kleinen Schwester aber auch eine ordentliche Ausbildung ermöglichen wollte, und die Familie beides nicht bezahlen konnte, musste ich mein Studium abbrechen und bin als Au-Pair-Mädchen ein Jahr nach Langeness geflogen. Danach habe ich zwei Jahre in Wyk auf Föhr ein soziales Jahr abgeleistet. Da ich für die Mädchen zu schnell war, habe ich mit den C-Jugend-Jungs trainiert.

Eine Zwischenfrage an das Trainerduo: Welche Rolle wird Elpina denn im Eckernförder Team spielen?
Raffael Fischer: Konditionell und technisch ist „Pina“ unseren anderen Spielerinnen schon überlegen. Arbeiten müssen wir mit ihr aber noch etwas an der taktischen Disziplin. Sie ist auf jeden Fall eine große Verstärkung und wird bei uns im Angriff spielen.

Haben Sie, Elpina, sich inzwischen schon in Eckernförde richtig eingelebt, und was waren Ihre ersten Eindrücke?
Ja, ich fühle mich hier richtig wohl. Es ist alles super organisiert. Das erste, was ich aus dem Auto heraus gesehen habe, war der Sportplatz. Dann habe ich meinen Taxifahrer gefragt, wer da spielt - und der hat mir eine Nummer von Eckernförde IF gegeben. Es war wohl eine Fügung des Schicksals, denn ich habe es nicht bereut, mich diesem Verein angeschlossen zu haben.

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