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Eckernförder Zeitung

12. Dezember 2017 | 07:17 Uhr

Gross Wittensee : "Auguste" stellt sich vor

vom

700 Besucher beim Bundesmühlentag in Groß Wittensee. Müller Hans Lemke zeigt seine Mühle.

shz.de von
erstellt am 21.Mai.2013 | 06:08 Uhr

Gross Wittensee | Das ist Hans Lemke in seinem Element: Der 76 Jahre alte Müller kam gestern beim Bundesmühlentag gar nicht dazu, die Suppe, die ihm die Mitglieder des Mühlenvereins zur Erhaltung der Groß Wittenseer Windmühle brachten, zu essen. Immer wieder stiegen Besucher die schmalen Holztreppen bis unter das Dach der 1874 erbauten Holländermühle "Auguste" in Groß Wittensee hinauf. Dort oben ist das Herzstück der Mühle. Dort wird gemahlen. Roggen, Weizen und Dinkel. "35 bis 40 Zentner Mehl können in einer Stunde gemahlen werden", berichtete Müller und Mühlenbesitzer Lemke. "Auguste" ist trotz ihrer 139 Jahre noch topfit.

Das war nicht immer so: Als er die Mühle 1985 von seinem Vater übernommen hatte, war hier ein Lebensmittelgroßhändler untergebracht. Funktionstüchtig war die alte Dame nicht. Aber das änderte sich in den Jahren von 1998 bis 2001: Mit der Unterstützung des 1991 gegründeten Vereins zur Erhaltung der Groß Wittenseer Windmühle wurde die Mühle für rund 600 000 Mark saniert und repariert. Sie bekam unter anderem ein neues Mahlwerk und neue Jalousien für die Flügel. Gefördert wurden die Arbeiten vom Denkmalschutz und durch EU-Fördergelder.

Mit der Teilnahme am Mühlentag sei der Verein dem Aufruf gefolgt, die historische Mühle der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, sagte Hans-Claus Schnack, Vorsitzender des Mühlenvereins. Allerdings sei der Bundesmühlentag für sie keine Pflichtveranstaltung: "Wir machen es gerne. Man trifft mal wieder Bekannte."

Und darum ging es beim Bundesmühlentag. Es sollte ein Familienfest sein, bei dem die rund 700 Besucher nicht nur "Auguste" unters Dach steigen konnten, sondern sich auch von Fritz Reimer zeigen lassen konnten, wie die Mahlfurchen auf den Mahlsteinen mit Spezialwerkzeugen nachgeschlagen werden, damit das Korn gut gemahlen werden kann. "Es gibt einen Bodenstein, der liegt, und einen Läufer, der sich dreht", sagte Reimer. Die Mahlfurchen der Steine verliefen entgegengesetzt, durch sie gelangt das gemahlene Korn nach außen und vom Stein herunter. Auch der Musik des Soundorchesters Owschlag konnten die Gäste zuhören oder etwa das Brot aus dem Mühlenmehl probieren. Norbert Skwara zeigte Fotos vom alten Eiderkanal und vor der historischen Mühle parkten historische Fahrzeuge: Mitglieder der Oldtimerfreunde Königshügel-Föhrden stellten alte Trecker aus.

Gisela und Peter Dirks aus Lehmsiek nutzten die Gelegenheit, um Mitglied im Mühlenverein zu werden. Mit ihnen zählt er nun 151 Menschen. "Die Mühle sollte man unterstützen", meinte Gisela Dirks. Ihr gefielen die Räume des alten Bauwerks, in denen auch Trauungen und Familienfeste stattfinden. "So etwas sollte erhalten bleiben."

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