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Kälbermast : Aufregung über geplanten Kälberstall

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Landwirt Manfred Möller-Boldt plant den Bau eines rund 1600 Quadratmeter großen Kälberstall in Unterhütten. Einige Anwohner wollen den Bau verhindern.

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erstellt am 04.Dez.2013 | 07:22 Uhr

Eine „landwirtschaftliche Katastrophe“ wäre es nach Meinung von Hendrik Walliser, sollte sein direkter Nachbar, der Landwirt Manfred Möller-Boldt, sein Bauvorhaben, in Hütten in die Tat umsetzen. Auf der Gemeindevertretersitzung am Montagabend wurde die bislang nur in nicht-öffentlicher Runde diskutierte Bauangelegenheit erstmal auf Wunsch der Anwohner öffentlich gemacht und die Pläne gezeigt. Möller-Boldt will im nächsten Jahr auf einer Fläche gegenüber seines Hofes einen Kälber- und Jungviehstall errichten. Rund 1600 Quadratmeter misst die Anlage. Hinzu kommen nach eigener Aussage Flächen für Lagerräume und Maschinen. „Der Stall bietet Platz für 130 bis 140 Tiere“, sagte Möller-Boldt auf Nachfrage der Eckernförder Zeitung. Bislang würden rund 30 Rinder in einem anderen Stall in Unterhütten stehen. Doch diesen müsse Möller-Boldt jetzt räumen. Eine entsprechende Bauvoranfrage habe er bereits im März an die Gemeinde gerichtet, sein Vorhaben sei insofern auch schon lange im Dorf bekannt.

Im Sommer bekam Walliser erste Informationen darüber, was Landwirt und Gemeindevertreter Manfred Möller-Boldt vor hat. Gemeinsam mit anderen Hüttenern bekam Walliser im Kreisbauamt Einblick in die Pläne – und war entsetzt angesichts der Dimension und der Lage des Gebäudes. 23 mal 70 Meter sei der Stall lang, neben Lagerkapazität soll es auch eine offene Güllelagune geben. Die Fläche befindet sich nach Aussage Wallisers nicht nur inmitten eines Naturschutzgebietes, sondern auch nur rund 60 Meter entfernt von seinem Wohnhaus. „Die Wertminderung ist dadurch enorm“, sagt Walliser. Ein Bauvorhaben in dieser Dimension und an einer derartig exponierten Stelle verkrafte der Ort nicht. Zudem sei erst vor wenigen Jahren die Hüttener Au in dem Bereich renaturiert worden. Dieses Projekt würde durch den Bau ad absurdum geführt werden. Der Schwerlastverkehr werde zunehmen, der Zustand der Straßen sich deutlich verschlechtern, so Wallisers Befürchtungen. Bauherr Möller-Boldt beruft sich bei seinem Vorhaben auf den Paragrafen 35 des Baugesetzbuches und pocht auf Privilegierung. „Doch auch der sind Grenzen gesetzt“, sagt Walliser, der mittlerweile tief in die Materie eingetaucht ist. Auch werde nach seiner Einschätzung gegen das Gebot der Rücksichtnahme klar verstoßen. Er steht mit seiner Sorge nicht alleine da. Peter Nass wohnt ebenfalls in unmittelbarer Nähe Möller-Boldts. Er will nicht ausschließen, dass der Bau des Stalls nur ein erster Schritt ist, weitere Erweiterungen könnten folgen. „Das wäre keine gute Entwicklung für das Dorf, seine Menschen und die Natur.“

Als Walliser vor knapp zehn Jahren mit einer Familie nach Hütten zog, sei ihn durchaus bewusst geworden, was eine Nähe zur Landwirtschaft bedeutet. Viel habe er toleriert in diesem Jahren. Ein Anbau an den vorhandenen Stall wäre kein Problem gewesen. Dafür habe er Möller-Boldt vor rund zwei Jahren sogar ein Stück Land verkauft.

Die Familien Walliser und Nass sowie Bertsch wollen den Kälberstall in dieser Form auf jeden Fall verhindern und haben daher auch einen Juristen hinzugezogen. Keine einfache Entscheidung auch für die Gemeinde. „Sowohl die Interessen Möller-Boldts als auch die der Anwohner sind nachvollziehbar“, sagte Bürgermeister Georg Beyer unserer Zeitung. Der Bitte von Peter Nass, dem Bauantrag nicht voreilig zuzustimmen und den Bürgern noch die Gelegenheit zu geben, etwaige Gutachten einzuholen, kam der Gemeinderat insofern nach, als dass man beschloss, innerhalb der Frist – zwei Monate nach Eingang des Bauantrags – zu entscheiden.
 

 

 

 

 

 

 

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