zur Navigation springen

Tipps für Silvester : Aufregender Jahreswechsel für Hunde und Pferde

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Lautes Knallen und Pfeifen macht den Tieren an Silvester Angst. Wie Sie ihnen am besten helfen können, verrät Tierärztin Dr. Frauke Buhr aus Ascheffel.

shz.de von
erstellt am 30.Dez.2013 | 05:06 Uhr

Ascheffel | Zum Jahreswechsel werden jedes Jahr zahlreiche Raketen und Böller gezündet. Und jedes Jahr fürchten sich vor allem Hunde vor dem lauten Knall und ungewohnten Pfeiffen. „Fenster schließen, Gardinen zuziehen und für Hintergrundgeräusche sorgen“, rät Dr. Frauke Buhr. Fernseher- oder Radiogeräusche könnten den Böllerlärm abschwächen, sagt die Tierärztin aus Ascheffel. Sie hat jedes Jahr Patienten, die an Silvester weggelaufen sind und dann Tage später erschöpft und teilweise sogar verletzt nach Hause zurückkehren. Deswegen rät sie, Hunde in den Tagen um den Jahreswechsel nicht frei laufen zu lassen und auch nur kurz vor die Tür zu gehen. Trösten sollte man die verschreckten Vierbeiner allerdings nicht: „Wenn ein Hund Angst hat und man geht drauf ein, bestärkt man ihn in der Angst“, betont Buhr. Besser sei es, durch Spielen für Ablenkung zu sorgen. Auf gar keinen Fall sollten Besitzer die Vierbeiner mit zum Feuerwerk nehmen.

Um für Hunde Silvester etwas entspannter zu machen, gibt es Halsbänder, die ein Pheromon enthalten, das dem Gesäuge der Mutterhündin ähnelt. Dieser Duftstoff hat eine beruhigende Wirkung. Außerdem gibt es einen Eiweißstoff (Casein), der schon ein paar Tage vor Silvester gefüttert wird und auch eine beruhigende Wirkung hat. Bei Hunden, die ein starkes Angstverhalten zeigen, sollten Anxiolytika eingesetzt werden, rät Buhr. Sie wirken angstmindernd.

Vorsicht ist bei kranken älteren Hunden geboten: Sie sollten gar nicht erst in diese Stresssituation kommen, rät die Tierärztin. Sonst könnten sie eine Kreislaufinsuffizienz erleiden.

Wer langfristig plant, kann versuchen, seinem Hund die Angst mit Desensibilisierungs-CDs zu nehmen. Dabei werden Geräusche wie von Silvesterböllern abgespielt und mit positiven Dingen wie Futter verknüpft. Allerdings müsse die Lautstärke so reguliert werden, dass der Hund noch nicht in eine Stresssituation komme, betont Buhr. Daher sollte so etwas nur unter fachkundiger Anleitung gemacht werden.

Nicht nur Hunde kriegen es mit der Angst zu tun, wenn draußen die Raketen in den Himmel steigen und Böller explodieren. Auch Pferde hätten an Silvester Angst, weiß Buhr. Am Sonntag ist eine Islandstute in Hamburg-Niendorf durchgegangen, nachdem sie sich durch einen Böllerknall erschreckt hatte. Pferd und Reiterin sackten dadurch ins Moor ein und mussten von der Feuerwehr befreit werden. Erfahrungen mit erschrockenen Pferden hat auch Ingo Steinacker. Er reitet seit seiner Kindheit und betreibt seit 1998 einen Pensionsstall in Damendorf. Vor der Silvesternacht werden in seinen Stall alle Fenster geschlossen. Denn: „Pferde hören und sehen sehr viel besser als Menschen“, weiß Steinacker. Knaller und explodierende Lichter am Himmel seien für die Fluchttiere ungewohnt. Pferde, die sonst im Freilauf leben, sollten ausbruchsicher untergebracht werden, rät er. Auf Ausritte sollte man an diesem Tag verzichten.

Wenn an Silvester um Mitternacht im Dorf die Raketen und Böller gezündet werden, macht Ingo Steinacker noch einen Kontrollgang durch den Pferdestall und sieht nach, ob alle Vierbeiner den Jahreswechsel ruhig überstehen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen