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Aufräumen leicht gemacht: Petra Todt hilft beim Aussortieren

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

„Wer aufräumt, hat mehr vom Leben“ steht gleich auf der ersten Seite ihres Flyers. Die Aufräumberaterin Petra Todt aus Neumünster bietet dazu professionelle Unterstützung an. An der Evangelischen Familienbildungsstätte Rendsburg-Eckernförde (FBS) bietet sie Kurse an.


Reinhard Frank: Bei welchen Anlässen bittet man Sie um Ihre Hilfe?
Petra Todt: Oft ist es die Schwierigkeit, sich von Dingen zu trennen, es sind aber auch andere Ursachen wie Depressionen nach einer Ehescheidung, Berufswechsel, Überforderung im Beruf oder wenn nach einer überstandenen Krankheit einfach die Kraft fehlt. Oft finde ich in ansonsten bestens aufgeräumten Häusern Berge von unsortierten Papieren. Sie zu ordnen und abzuheften haben viele Menschen offensichtlich keine Muße, hier ist Ordnung einfacher herzustellen. Schwieriger wird es bei persönlichen Schreiben, wenn nach einem Schicksalsschlag Papiere geordnet werden müssen, und Erinnerungen wach werden. Dann schieben wir auch Extra-Pausen ein.

Gibt es Gründe, sich nicht zu trauen?

Sicherlich, einmal die Scham über den aktuellen Zustand der Wohnung, auch Ängste, weil eine Fremde Privates erfährt. Ich will gar nicht wissen, was in den Briefen, Krankheitsgeschichten oder auf Kontoauszügen steht, kann aber nicht vermeiden, doch etwas über die Belastungen der Kunden zu erfahren. Schon deshalb ist absolute Diskretion selbstverständlich. In Familien herrscht oft Unverständnis nach dem Motto ‚mach es doch allein, das kannst du doch selber, willst sogar noch Geld dafür bezahlen‘.

Wie geht es Ihnen beim ersten Besuch?

Jede Situation erfordert ihre individuelle Lösung. Ich bekomme meine Ideen bei der Arbeit, habe inzwischen viel Sicherheit und Erfahrung gewonnen. Ich überlege, wo wir anfangen wollen und frage nach der Stelle, die am meisten nervt. Bei Kunden, die sich nicht entscheiden können, mache ich einen Vorschlag. Je nach Belastbarkeit dauert der erste Besuch bis zu vier Stunden. Einige Kunden blühen dabei auf, dann machen wir länger. Wichtig sind mir sichtbare Ergebnisse - vorher gehe ich nicht weg.

Wie gehen Sie auf ihre Klienten ein?

Alle sind individuell verschieden. Wenn ich komme, sind nach dem vorangegangenen Telefongespräch viele Ängste und Vorbehalte überwunden, das nötige Vertrauen ist da. Oft werde ich mit Freude und Aufregung sehnsüchtig erwartet.

Haben Sie ein System?

Ja. Zuerst wird der Umfang bestimmt, zum Beispiel ob Schrank oder Schreibtisch. Das wichtigste ist, etwas total leer zu räumen und den Anblick zu genießen. Dann wird er geputzt und wieder komplett eingeräumt. Jedes Stück wird nur einmal in die Hand genommen und in vorbereitete Kisten gepackt. Durch unterstützende Fragen helfe ich bei der Entscheidung, ob in die mit „Müll“, „Reparieren“, „Verwerten“, „Neuer Ort“, „Unklar“, „Schatzkiste“ und „Bearbeiten“ beschriftete. Drei bis fünf Sekunden reichen für jede Entscheidung aus. Dabei fasse ich nur mit an, wenn es sinn-voll ist. Um Fotos anzusehen oder Briefe zu lesen bleibt keine Zeit. Wichtig ist, den Ort nicht zu verlassen, sich voll aufs Aufräumen zu konzentrieren. So entsteht das Gefühl, alles selbst gemacht zu haben und berechtigt stolz auf die aufgeräumte Wohnung zu sein.

Der nächste Kurs „Aufräumen mit Leichtigkeit“ von Petra Todt findet am 31. Oktober von 18.30 bis 20.30 Uhr in der FBS, Hindenburgstraße 26, in Rendsburg statt. Den Kurs „Papiere im Griff“ bietet Petra Todt am 14. November von 18.30 bis 20.30 Uhr an. Die Kosten betragen jeweils 15 Euro. Anmeldungen werden unter 04331/94560-10 oder per E-Mail fbs@kkre.de angenommen. Petra Todt kommt auch direkt nach Hause und unterstützt ganz praktisch beim Aufräumen.

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erstellt am 30.Okt.2013 | 00:34 Uhr

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