Oldtimer-Treffen in Osdorf : Aufmarsch der alten Traktoren

Herrmann Jöhnk aus Gettorf mit seinem Lanz Bulldog dem ältesten Exemplar beim Frühjahrstreffen.
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Herrmann Jöhnk aus Gettorf mit seinem Lanz Bulldog dem ältesten Exemplar beim Frühjahrstreffen.

Frühjahrstreffen mit rund 50 Fahrzeugen beim Agrar Oldtimer Clubs Dänischer Wohld gestern in Osdorf

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14. Mai 2018, 05:31 Uhr

Osdorf | Das traditionelle Frühjahrstreffen des Agrar Oldtimer Clubs Dänischer Wohld (AOC) gestern war ein Besonderes. Es war die 19. Auflage, gleichzeitig beging man das 20-jährige Bestehen des Clubs.

Angefangen hatte alles 1998, als sich neun gestandene Männer im Wohnzimmer trafen und die Idee hatten, einen Verein zu gründen, damit die alten Traktoren rauskommen, man sie zeigen kann und diese nicht irgendwo vergessen in der Ecke stehen, wie Heinz Mohr (66), AOC-Gründungsmitglied erzählte. Nach einer Infoveranstaltung im Landhaus Hammerich startete der Verein mit 40 bis 50 Mitgliedern. Mittlerweile zählt der Verein 160 Mitglieder, von denen circa 60 einen historischen Traktor ihr Eigen nennen, wie AOC-Vorsitzender Karsten Koch sagte. Einer von ihnen ist Herrmann Jöhnk aus Gettorf, der mit seinem Lanz Bulldog, Baujahr 1940 und damit das älteste Fahrzeug gekommen war. „Ich habe mir den vor Jahren gekauft und knapp drei Jahre Zeit investiert, um ihn zu restaurieren. Als ich ihn übernahm, war er so gut wie hinüber“, so der 78-Jährige über sein 2,5 Tonnen schweres Gefährt, das mit 20 PS 20 Kilometer in der Stunde schafft.

Dass die Besitzer ihre Trecker beherrschen, konnten sie vor Ort auch beweisen – beim Sekt einschenken mit dem Traktor. Über ein Seil wurde ein Kippmechanismus mit einer Sektflasche darin betätigt, so dass der Sekt – in Wahrheit war es „Gänsewein“ – in ein darunter platziertes Glas lief. „Man muss dabei schon feinfühlig mit der Kupplung spielen“, meinte Karl-Dieter Born aus Neuwittenbek, der die Aufgabe, unterstützt von seinen Enkelkindern, meisterte.

Auch im Kleinen können Traktoren faszinieren, wie Olaf Schmidt aus Osdorf mit seinem Modell zeigte. Ausgestattet mit einem Miniaturpflug zog das ferngesteuerte Modell nahezu perfekte Furchen in den Sand. Das Besondere daran ist, dass die gesamte Elektronik und Mechanik selbst entwickelt und gebaut wurde, der Traktor selbst ist ursprünglich ein Kinderspielzeug zum Schieben. Wie man zu dem Hobby kommt, erklärt Schmidte, Mitglied der „Interessengemeinschaft Förde Trecker“, ganz lapidar: „Für einen Großen hat das Geld nicht gereicht und dieser passt auch besser ins Wohnzimmer“.

Zum gestrigen Treffen kamen zwischen 40 und 50 Fahrzeuge aus dem gesamten Wohld sowie aus Sehestedt, Norby und Eckernförde. Und natürlich kamen zahlreiche Besucher zum Gucken oder Fachsimpeln. Karsten Koch hofft auch, dass durch derartige Veranstaltungen das Interesse bei jungen Leuten geweckt wird. „Wir haben einen Altersdurchschnitt von 65 bis 80 Jahren. Ich möchte gerne Jugendliche gewinnen, die später die Trecker von Opa oder Vater übernehmen, damit diese weiterhin präsentiert werden können“, so Koch.

Neben Veranstaltungen, auf denen der AOC seine Fahrzeuge präsentiert, werden auch wöchentliche kleine Fahrten unternommen. Eine Gruppe macht eine jährliche große Fahrt. In diesem Jahr geht es mit fünf Treckern, die zuvor per Tieflader nach Bad Neuenahr gebracht wurden, durchs Ahrtal und die Eifel, übers Rheintal, Münsterland und Bremerhaven zurück in den Wohld – rund 750 Kilometer. „Das wird unsere bislang weiteste Reise“, sagte Wolfgang Kerber (70). Wie sagte Gründungsmitglied Heinz Mohr doch treffend, als er über die Anfänge erzählte? „Ist ja was draus geworden, aus unserer Idee“.

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