Aufbruch zu neuen Aufgaben

Almut Witt wird am 1. September als Pröpstin nach Kiel wechseln.
Foto:
1 von 2
Almut Witt wird am 1. September als Pröpstin nach Kiel wechseln.

Pastorin Almut Witt wird ab 1. September die neue Pröpstin für den Kirchenkreis Altholstein – Bezirk Nord sein

von
15. Mai 2018, 06:25 Uhr

Barkelsby | Am 23. März war Almut Witt (54), Pastorin der Kirchengemeinde Borby-Land zur neuen Pröpstin des Kirchenkreises Altholstein (Kiel) – Bezirk Nord, gewählt worden. Fast 25 Jahre lang war sie Gemeindepastorin in Borby-Land, der Gemeinden Barkelsby, Gammelby und dem Windebyer Ortsteil Westerthal. Über ihre neue Aufgabe und ihr Gefühl, die vertraute Kirchengemeinde und die Menschen in Borby-Land zu verlassen, sprach sie mit dem Redakteur für Schwansen, Dirk Steinmetz.

EZ: Überwiegt die Freude über die neue Aufgabe oder ist es eher der Verlust von Vertrauten und Vertrautem in der Kirchengemeinde Borby-Land, wenn Sie nun auf ihren Amtsantritt am 1. September blicken?

Almut Witt: Zur Zeit überwiegen Freude und Lust, Neues zu beginnen. Ich vermute, das wird sich noch verändern, je näher der Abschiedstermin rückt.

EZ: Wie war die Reaktion in der Kirchengemeinde auf Ihre Wahl?

Witt: Viele haben sich mit uns gefreut, gönnen mir den Schritt und können es verstehen. Zugleich gibt es viele, die den Weggang bedauern. Denn natürlich wird es Veränderungen geben und vermutlich wird auch der Kirchengemeinderat zunächst mehr Aufgaben übernehmen müssen. Derzeit wird an der Übergangsphase gearbeitet, wie und wo Vertretung nötig ist.

EZ: Was hat Sie gereizt oder ermutigt, sich für eine solch große und neue Aufgaben zu bewerben?

Witt: Gereizt hat mich das ganz andere. Eben nicht Gemeinde, sondern Aufgaben, die über die einzelne Gemeinde hinausreichen, in einem größeren Rahmen Kirche mitzugestalten zu können. Ich weiß, ich kann noch anders als Gemeinde. Ich habe Lust an Leitungsaufgaben, kann gut strukturieren und habe Freude daran, mit und für andere verantwortlich zu sein. Gereizt hat mich auch in Kiel zu arbeiten. Eine Stadt die mir vertraut ist und doch auch wieder fremd. Ich bin in Kiel geboren worden und aufgewachsen.

EZ: Haben Sie schon eine Vorstellung von Ihren Aufgaben? Wissen Sie, was Sie erwartet?

Witt: Ich habe in den zurückliegenden Wochen, und auch schon während der Bewerbungszeit, durch viele Befragungen eine Ahnung davon, was mich erwarten kann. In erster Linie bin ich Ansprechperson für etwa 50 Pastoren, ebenso für die Gemeinden im Bezirk Nord. Es wird meine Aufgabe sein, mit ihnen gemeinsam Kirche weiter in die Zukunft hinein zu gestalten, zu verändern und zu bewahren. Natürlich werden dazu viel Gremienarbeit, aber genauso seelsorgerische Begleitung und Gottesdienste gehören. Und das Gute ist, ich bin darin nicht alleine. Zwei pröpstliche Kollegen in Neumünster und Bad Bramstedt sowie viele haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter gehören zum Team.

EZ: Was werden Sie in Barkelsby am meisten vermissen?

Witt: Die vielen Menschen, zu denen ich über die Jahre hinweg immer engere Beziehungen aufgebaut habe – die Nähe zu den Mensch, von den Jüngsten bis hin zu den Alten. Das wird es in der Weise im neuen Amt nicht mehr geben. Vermissen werde ich auch die Möglichkeit, viel selbst gestalten und entscheiden zu können. Die Arbeit in einer Kirchengemeinde bietet viel Freiheit. Das wird sicherlich anders. Die sehr gute Zusammenarbeit mit den Pastoren in Schwansen wird mir auch fehlen. Jeder konnte sich immer auf jeden verlassen. Und vermissen werde ich die kleinen Kirchen in Westerthal und Barkelsby sowie die Gottesdienste im Gemeindetreff in Gammelby.

EZ: Was können Sie aus ihrer bisherigen Gemeindearbeit mit ins neue Amt mitnehmen?

Witt: Einen reichhaltigen Erfahrungsschatz. Ich habe in den vergangenen Jahren ja alles in der Gemeinde gemacht, was zu einem Gemeindepfarramt gehört. Wenn ich in Kiel Gemeinden und Pastoren begleiten werde, dann weiß ich, wovon ich rede. Außerdem habe ich inzwischen viel im übergemeindlichen Bereich mitgearbeitet – von der Region Schwansen bis hin zur Landessynode der Nordkirche als Vertreter von Propst Sönke Funck. Dieser Blick über Gemeindegrenzen hinweg wird hilfreiche bei meiner zukünftigen Arbeit sein.

EZ: Hat es eine besondere Bedeutung für Sie, dass Sie die erste Frau auf der Position in Altholstein sind?

Witt: Aber sicher. Wichtig ist nicht nur als erste Frau auf dieser Position in Altholstein zu sein, sondern, dass es mehr Frauen gibt, die überhaupt das pröpstliche Amt ausüben. Von 34 Pröpsten in der Nordkirche sind es mit mir elf Frauen. Je mehr Frauen auch in Leitungspositionen sind, desto mehr spiegelt unsere Kirche auch in diesem Bereich das Ganze wider.

EZ: Wann wird umgezogen und was sagt Ihr Mann zu der Veränderung?

Witt: Wir werden voraussichtlich im August umziehen, um rechtzeitig zum Dienstbeginn am 1. September angekommen zu sein. Und ja, mein Mann Roland Kröger hat die Entscheidung, sich nach Kiel zu bewerben, voll und ganz mitgetragen. Er freut sich auf das Neue, auch wenn dies bedeutet, das sich vieles, vor allem der Freundeskreis, verändern wird. Nach 57 Jahren Leben hier in der direkten Region, ist dies für meinen Mann eine besondere Herausforderung. Wir sind gespannt, welche Beziehungen bleiben werden.

zur Startseite
Karte

Kommentare

Leserkommentare anzeigen