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Eckernförder Zeitung

19. August 2017 | 08:18 Uhr

Starker Einsatz : Aufbruch nach dem Abbruch

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Bundeswehranlagen an der Bülker Huk in Strande werden abgerissen / Richtfunkmast mit Spezialschlepper umgelegt

Normalerweise bringt er mit seinem Schlepper Bäume in die Horizontale – jetzt hatte Jörg Raabe aus Osdorf den Richtfunkturm auf dem alten Bundeswehrgelände an der Bülker Huk am Haken. Nur wenige Minuten dauerte es, bis die 30 Meter hohe Konstruktion aus zehn Millimeter Stahl zu Boden fiel. Damit ist der Startschuss für den Abriss der kompletten Anlage gefallen.

Nun kann das Team um Philipp Wittenburg von der Firma Heindl Bau den Turm auseinanderbrennen und das 50 Tonnen schwere Fundament stemmen. Danach geht es mit dem acht mal 40 Meter großen Bunker und den Gebäuden weiter. „Ende Juni ist hier alles platt“, sagte Wittenburg.

„Wir haben lange auf diesen Augenblick gewartet“, stellte Bürgermeister Dr. Holger Klink zufrieden und erfreut fest, dass die Firma „die letzten Spuren des Kalten Krieges egalisiert“. Viele, die an der Bülker Huk wanderten, hätten beim Anblick des Geländes nur den Kopf geschüttelt. Und sie können wohl froh sein, dass ihnen der Anblick im Inneren erspart geblieben ist. In seiner Funktion als Feuerwehrmann war Klink öfter im Keller gewesen, der erheblich unter Wasser stand. Das Gelände so zu sichern, dass niemand mehr hineinkommt, hätte 30 000 Euro gekostet, rief Klink in Erinnerung. „Das war keine Option für uns.“ Der Abriss mit rund 80 000 Euro dagegen schon. Der Abtransport der zurückgebauten Baracken ist dank der Unterstützung der Landeshauptstadt Kiel über das Klärwerksgelände möglich. „So muss der Schwerlastverkehr nicht durch den Ort“, zeigte sich Klink erleichtert. „Das ist ein tolles Entgegenkommen der Stadt Kiel.“

 

Was mit dem Gelände nach Abzug des Bautrupps passiert, ist noch immer offen. Die Arbeitsgruppe Bülker Huk wird verschiedene Optionen prüfen. Klink: „Wir hoffen, dass aus dem Abbruch nun ein Aufbruch wird.“

All diejenigen, die die Huk ohne die Bundeswehranlagen kennen lernen, haben dank des Einsatzes von Jan-Christian Bommes Gelegenheit, sich dennoch ein Bild von ihr zu machen: Der Kieler Hobby-Fotograf (http://arcanumphoto.blogspot.de) setzt gern alte, verlassene und verfallene Gebäude in Szene und dokumentiert auch Informationen aus der Geschichte dieser Objekte. Auf diese Weise fängt er die eigentümliche Aura ein, die die so genannten Lost Places – Orte, an denen unwiederbringlich etwas zu Ende geht – durch Verlust ihrer Funktion entwickeln.

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erstellt am 08.Mai.2014 | 17:10 Uhr

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