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Eckernförder Zeitung

22. September 2017 | 08:24 Uhr

Unterseeboot U 34 : Auf Stippvisite zu Hause

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Mit neuer Manövererfahrung kehrte die Besatzung von U34 am Montag aus schottischen Gewässern in den Heimathafen Eckernförde zurück. Nach Pfingsten geht es nach Norwegen.

shz.de von
erstellt am 03.Mai.2016 | 06:22 Uhr

Mal waren sie die Jäger, mal die Gejagten – das U-Boot U 34 ist gestern nach seiner Teilnahme an der britischen Übung „Joint Warrior“ wieder in seinen Heimathafen am Marinestützpunkt eingelaufen. Knapp fünf Wochen war die Mannschaft „Foxtrott“ mit dem U-Boot der Klasse 212A unterwegs und hatte sich unterwegs dem ständigen maritimen Einsatzverband der Nato (Standing Nato Maritime Group 1 – SNMG 1) angeschlossen. Dieser Verband mit internationaler Besetzung ist für die Kontrolle und den Schutz strategisch wichtiger Seewege verantwortlich. Zurzeit führt der Eckernförder Fregattenkapitän Martin Schwarz den Verband. Die Übung „Joint Warrior“ fand an der schottischen Atlantikküste statt.

„Es ist das größte Manöver der britischen Streitkräfte unter Einbeziehung sämtlicher Teilstreitkräfte“, sagt Presseoffizier Hauptbootsmann Thomas Lerdo. „Und eines der größten Manöver in europäischen Gewässern.“ Dabei werden verschiedene Bedrohungsszenarien durchgespielt – von der Küstenlandung bis zu Cyberangriffen – und internationale Einheiten der Nato zur Teilnahme eingeladen.

Ursprünglich war U 34 für den Atalanta-Einsatz an der somalischen Küste vorgesehen. „Da dort aber die Piraterie merklich zurückgegangen ist, wurden andere Prioritäten gesetzt und es als auslaufbereites Boot kurzfristig für dieses Manöver bestimmt.“

Die 28-köpfige Besatzung unter dem Kommando von Korvettenkapitän Stephan Busch war für Hin- und Rückweg jeweils etwa zehn Tage unterwegs und zwei Wochen eng in die Übungsszenarien eingebunden. „Wir haben fast das komplette Spektrum abgebildet“, sagte der Kommandant, „waren mal die Angreifer, mal die Verfolgten.“ Zudem ging es um Küsten- und Fahrzeugaufklärung sowie die Lagebilderstellung und ein „U-Boot gegen U-Boot“-Szenario. Es hatten noch ein niederländisches U-Boot mit konventionellem Dieselantrieb und ein französisches Atom-U-Boot an der Übung teilgenommen. Insgesamt waren über 40 Einheiten verschiedener Nationen beteiligt. „Wir haben sehr gut abgeschnitten“, so Busch, allerdings erfolge die endgültige Auswertung erst in den kommenden Tagen.

Auch der stellvertretende Kommandeur des U-Boot-Geschwaders, Korvettenkapitän Stefan Mayer, lobte die Mannschaft. In der Rückmeldung der Nato sei von einer „hochqualifizierten Teilnahme“ und besonders viel Elan die Rede. „In dieser Liga mitspielen zu dürfen, ist schon was.“

Die deutschen U-Boote sind außenluftunabhängige Boote, deren Antriebsanlage auf Brennstoffzellen basiert. Ihre Geräuschentwicklung, Wärmeabgabe und ihr magnetisches Feld sind sehr gering, weshalb sie als besonders schwer aufzuspüren gelten. Zudem sind sie für das Tauchen in flachen Gewässern konstruiert worden und im Vergleich zu vielen anderen U-Booten klein und dadurch besonders wendig.

Die Besatzung hat nur eine kurze Verschnaufpause. Nach Pfingsten geht es nach Norwegen zur Wachoffiziersausbildung inklusive Prüfungsphase. Im Anschluss wird U 34 Torpedoschießübungen mit der norwegischen Marine durchführen. Es wird erst Anfang Juli zurückerwartet.

Die deutsche Marine verfügt über fünf U-Boote, zwei davon sind zurzeit in Eckernförde, die anderen liegen in Kiel in der Werft. U 36 als sechstes U-Boot wird zurzeit erprobt und soll nach derzeitigem Planungsstand im dritten oder vierten Quartal in Dienst gestellt werden.

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