Forschungsschiff : Auf Stippvisite in Eckernförde

Hat zehn Jahre lang in Eckernförde gelebt: Taucher Frithjof Peters arbeitet jetzt auf dem Vermessungs-, Wracksuch- und Forschungsschiff „Atair“.
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Hat zehn Jahre lang in Eckernförde gelebt: Taucher Frithjof Peters arbeitet jetzt auf dem Vermessungs-, Wracksuch- und Forschungsschiff „Atair“.

Das 51 Meter lange Forschungsschiff „Atair“ ist für eine Nacht im Hafen geblieben. Es testet gerade die Neu- und Weiterentwicklungen von Radargeräten unter realistischen Bedingungen.

shz.de von
10. April 2014, 06:46 Uhr

Seltener Anblick im Hafen: Am späten Dienstagnachmittag hat das Vermessungs-, Wracksuch- und Forschungsschiff „Atair“ angelegt. Das Schiff vom Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie in Hamburg ist vornehmlich in der Nordsee unterwegs, wo es die deutschen Küstengewässer auslotet, um präzise und aktuelle Daten für Seekarten zu liefern. „Zum Beispiel messen wir bei Sandverlagerungen den Höhenunterschied zwischen Wasseroberfläche und Meeresgrund“, erklärt Frithjof Peters, der als Taucher auf dem Schiff arbeitet. Als ehemaliger Minentaucher, der zehn Jahre in Eckernförde gelebt hat, freut er sich über eine Nacht in seiner ehemaligen Heimatstadt. Auf dem Schiff kommt er zum Beispiel bei Wrackuntersuchungen zum Einsatz, wenn über Bord gegangene Gegenstände geborgen oder Unterwasser-Forschungsgeräte gewartet oder ausgewechselt werden müssen.

In die Eckernförder Bucht hat die Crew mit 16 Mann Stammbesatzung das 51 Meter lange und elf Meter breite Schiff gelenkt, um die Neu- und Weiterentwicklungen von Radargeräten unter realistischen Bedingungen zu testen. Dabei geht es zum Beispiel darum, aus welcher Entfernung zwei Ziele als eines angezeigt werden oder zu welchem Zeitpunkt bei einem Kollisionskurs eine Warnung erfolgt. „Die Ostsee hat den Vorteil, dass sie weniger Wellengang hat und das Wetter oftmals nicht so schlecht ist wie auf der Nordsee“, erklärt Techniker Gerhard Gaebel. Zurzeit erledigt die Crew Entfernungsmessungen. „Besonders geeignet ist dafür der Torpedostand der Wehrtechnischen Dienststelle, der sich gut von der Küstenlinie abzeichnet“, so Gaebel. „Auch die Hochhäuser in Dampf geben ein gutes Ziel ab.“

Das Schiff mit 3,45 Meter Tiefgang und einer Höchstgeschwindigkeit von 11 Knoten ist unter anderem ausgerüstet mit einem Unterwasserroboter, einer Taucherdruckkammer, einem Zeichensaal und einem Sidescan-Sonar. Auch zwei Alu-Vermessungsboote gehören dazu. Von ihnen aus können die Taucher ihrer Arbeit „schlauchversorgt“ nachgehen, das heißt, dass der Tauch über einen Schlauch mit Atemluft, Kommunikation und Video versorgt wird.

Zum letzten Mal war die „Atair“ 2011 in Eckernförde, und auch diesmal blieb sie nur für eine Nacht. Gestern setzte sie ihre Reise in Richtung Kiel und weiter durch den Nord-Ostsee-Kanal in Richtung Hamburg fort.

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