Sauberes Schleswig-Holstein auch in eckernförde : Auf Müllsammel-Tour durch Eckernförde

Ein Teil der gesammelten Funde der Taucher, unter ihnen auch Klaus Knodt, aus dem Hafen erregte viel Aufmerksamkeit.
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Ein Teil der gesammelten Funde der Taucher, unter ihnen auch Klaus Knodt, aus dem Hafen erregte viel Aufmerksamkeit.

120 Helfer bei „Aktion sauberes Schleswig-Holstein“ im Ostseebad / Taucher holen große Menge an Unrat aus dem Innenhafen

shz.de von
27. März 2017, 06:46 Uhr

„Wir haben vor allem Zigarettenstummel gefunden“, sagte Nina Krehmke, die mit ihrer Familie an der Aktion „Unser sauberes Schleswig-Holstein“ teilnahm. Landesweit beteiligten sich am Sonnabend viele Kommunen an der Müllsammelaktion – auch das Ostseebad war mit zahlreichen Freiwilligen vertreten. Seit fast 20 Jahren ruft die Stadt ihre Bürger einmal im Jahr dazu auf, das Ostseebad von Müll zu befreien. „Dabei kommen jedes Jahr in zwei Stunden rund drei Kubikmeter Müll zusammen“, erklärte Maren Quast von der Bauverwaltung. 120 Bürger hatten sich im Vorfeld für die Aktion gemeldet. Eigenständig verteilten sich die Teilnehmer über das gesamte Stadtgebiet.

So nahm sich der Eckernförder Sportverein den Strand vor. Flaschendeckel aller Art waren dort hauptsächlich zu finden. Familie Krehmke kümmerte sich um die Promenade auf dem Weg zur Stadthalle. „Überall Zigaretten, kann die Stadt für Kippen da nicht Mülleimer aufstellen?“, fragte Nina Krehmke. Damit sprach sie ein Hauptproblem in Eckernförde an , denn auch der Altstadtverein fand in seinem Revier hauptsächlich Zigarettenstummel vor. „Auch Hundekot, der schon in Beuteln ist, ist ein großes Problem hier“, sagte Uwe Burscheid, der zweite Vorsitzende des Altstadtvereins. Er selber fand auch etwas Kurioses vor. In einem Gebüsch fand er vier gelbe Säcke voller Videokassetten. „Offenbar sind die nicht mehr zu gebrauchen gewesen“, beklagte Burscheid das Verhalten seiner Mitbürger.

Die größte Aufmerksamkeit kam jedoch den Tauchern am Innenhafen zu, die im Hafenbecken nach Müll tauchten. Ihre Ausbeute sammelten sie an der Holzbrücke. Viele Passanten blieben stehen und schauten auf den Schrotthaufen, der stetig anwuchs. „Das ist doch eine Frechheit. Ich bin jedes Jahr schockiert, was die Taucher hier herausziehen“, empörte sich Peter Tietze aus Eckernförde. Dieses Jahr bekam der Tauchsport-Club Eckernförde Hilfe aus Kiel. „Insgesamt haben wir knapp 20 Taucher im Wasser. Dabei wurden vor allem Flaschen und Dosen gefunden. Aber auch ein Baustellenschild und ein Einkaufswagen wurden vom Grund des Innenhafens geborgen“, sagte Klaus Knodt, zweiter Vorsitzender des Tauchsport Clubs. Als die Taucher ein voll funktionsfähiges Fahrrad an Land zogen, schauten auch die Passanten nicht schlecht. „Das kann maximal eine Woche da gelegen haben“, so Knodt. Noch an Ort und Stelle verschenkten die Taucher das Fahrrad. „Es war funktionstüchtig und der Passant brauchte eins“, erklärte er. Dabei erinnerte er sich an die schönste Geschichte während der Reinigungsaktion, die Taucher erlebt haben. „Wir haben mal ein Portemonnaie mit Ausweisen gefunden. Das haben wir der Polizei übergeben und der Besitzer wurde tatsächlich gefunden“, sagte Knodt. Jedes Jahr finden die freiwilligen Helfer verlorene Schätze. So übergaben die Pfadfinder von der Jomsburg am Sonnabend der Polizei zwei Goldketten. Auch die Mitglieder der Jugendfeuerwehr, die sich traditionell um den Noorwanderweg kümmert, waren überrascht, was die Menschen alles entsorgen. „Vor ein paar Jahren haben wir einen riesigen Kronleuchter gefunden“, erinnert sich Andre Lehmann, Betreuer der Jugendfeuerwehr. Ute Kühl, die sich mit Tochter Alexandra (14) und ihrer Freundin Sofie (14) seit mehreren Jahren an der Aktion beteiligt, konnte in diesem Jahr sogar eine ungeöffnete Flasche Wein vorweisen. Auch eine ausrangierte Strandliege gehörte zu ihrer Ausbeute, als sie nach zwei Stunden Müllsammeln am Feuerwehrgerätehaus eintrafen. Hier stellte die Stadt Suppe und Getränke für alle Helfer bereit. „Wir haben dieses Jahr weniger Müll gesammelt als in den Jahren zuvor“, zog Maren Quast eine schnelle Bilanz . Das sei jedoch eine erfreuliche Entwicklung, denn es zeige, dass man in Eckernförde auf dem richtigen Weg sei. Sie hofft darauf, dass sich dieser Trend auch im nächsten Jahr fortsetzt, wenn es wieder heißt: Aktion sauberes Eckernförde.


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