zur Navigation springen
Eckernförder Zeitung

24. August 2017 | 05:45 Uhr

Auslandserfahrung : Auf Motivjagd am Big Ben

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Zwei Schülerinnen der Berufsfachschule für Design mit Schwerpunkt Fotografie verbrachten drei Praktikumsmonate in London

Durch London laufen, mit Menschen sprechen und vor allem viel fotografieren – das war die Aufgabe von Jana Stein. Catherine Krack arbeitete bei einem Modefotografen und assistierte bei professionellen Modeshootings. Die jungen Frauen aus Neuwittenbek und Eckernförde durften ihr Praktikum, das sie für die Berufsfachschule für Design mit Schwerpunkt Fotografie absolvieren mussten, in der britischen Hauptstadt verbringen. Sie kamen begeistert und voller Eindrücke zurück in die Heimat.

„Es war anstrengend, aber auf jeden Fall eine gute Erfahrung“, berichtet Jana Stein (17). Mit dem Realschulabschluss von der Isarnwohld-Schule hatte sie im vergangenen Jahr am Regionalen Berufsbildungszentrum (RBZ) in Kiel begonnen. 2015 wird sie die Fachhochschulreife in der Tasche haben und eine handfeste Ausbildung als Staatlich Geprüfte Designerin mit Schwerpunkt Fotografie. „Zu der zweijährigen Ausbildung gehören auch sechs Monate Praktikum“, berichtet Englisch-Lehrerin Waltraud Hansen, die die Praktika für die Abteilung Photo + Medien koordiniert. Das erste Praktikum sei in den Bildungsgang integriert, und die Schüler müssen eine Arbeit dazu verfassen. „Das ist eine der Grundlagen für das zweite Schuljahr“, so Hansen weiter. Mit Leonardo, einem EU-Förderprogramm für Praktika im Ausland, konnten insgesamt vier Plätze für die Designer gefördert werden. Die Nachfrage nach solchen Möglichkeiten ist groß, für viele Schüler ist ein Auslandsaufenthalt sehr attraktiv. „So ein Praktikum kann eine Art Türöffner sein. In der Medienbranche sind drei Monate in London schon eine Empfehlung“, weiß die Pädagogin.

Jana hat bei einer jungen Gastfamilie im Londoner Stadtteil Hither Green gewohnt, Catherine in Sydenham. In der ersten Woche sind sie gemeinsam mit einem Sprachkurs gestartet, dann hatte jede einen anderen Praktikumsplatz. „Ich hatte viel Glück. Ich habe bei einem Brasilianer gearbeitet, der ein neues soziales Reisenetzwerk gegründet hat“, berichtet Jana. Hier ginge es nicht, wie bei facebook, darum, Freunde sondern Fremde miteinander zu verbinden, verriet sie. „Room in the moon“ heißt die Plattform, auf der Gründer Rafael Dos Santos es Menschen, die als Fremde in ein neues Land kommen, erleichtern will, Freunde, Arbeit und eine Wohnung zu finden. Jana hat für seine Homepage Wohnungen fotografiert, Stadtteile von London und Menschen in der Metropole. Mit den anderen Praktikanten, die aus Italien und Frankreich kamen, hat sie sich toll verstanden.

Auch Catherine hatte Glück bei ihrer Stelle: Sie landete bei einem Fotografen, der sich auf Mode- und Produktfotografie spezialisiert hat. Die 20-Jährige musste sich zwar oft mit Schaufensterpuppen beschäftigen und Kleidungsstücke „steamen“ und glätten, aber dadurch, dass sie einem Profifotografen bei der Vorbereitung und Umsetzung von Shootings assistieren konnte, hat sie viel gelernt. Darüber hinaus hatte sie auch die Gelegenheit, ihre eigenen Fotoprojekte umzusetzen und zu verwirklichen.

In drei Monaten war natürlich auch genug Zeit für die beiden, die Weltstadt und das Umland zu erkunden. In Stonehenge waren sie, in Bath und in Brighton an der Südküste. Die Warner Brother Studios und Harry Potter haben sie besucht. Madame Tussauds und das London Eye gehörten zum Pflichtprogramm. Das Konzert von Eminem und das Wireless Festival gehören zu den besonderen Erinnerungen von Catherine. „Am liebsten war ich auf dem Camden Market oder in der Portobello Road“, berichtet Jana von ihren Shopping-Touren. Vor allem „Klamotten“ habe sie eingekauft und war froh, dass ihre Familie sie in London besucht und einen Teil der Einkäufe mit nach Deutschland genommen hat. Catherine hat sich beim Handtaschen- und Schuhkauf ausgetobt. „Neun Handtaschen und sechs Paar Schuhe – am Ende musste ich Übergepäck bezahlen“, sagt sie lachend.
Angst vor dem Schritt, drei Monate in eine große Stadt und in ein fremdes Land zu gehen, hatten beide nicht. „Ich war entspannt, meine Mutter eher nicht“, erinnert Jana sich. Zurück in Neuwittenbek sagt sie über die Zeit: „Es ist eine bunte und turbulente, aber auch eine hektische Stadt. Die Menschen sind sehr höflich, das stimmt, ...und es regnet sehr viel“, erklärt sie.

Möchten die beiden nun raus und in der Großstadt leben? Catherine kann sich gut vorstellen, als Fotografin im Ausland zu arbeiten. Studieren wolle sie zwar noch in Deutschland. „Aber dann definitiv“, erklärt sie. „Ich weiß es nicht“ sagt Jana, „in der Stadt ist es zwar aufregend, aber auf dem Land ist es auch schön“.

zur Startseite

von
erstellt am 15.Okt.2014 | 06:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen