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Eckernförder Zeitung

23. Oktober 2017 | 19:22 Uhr

Reformationstag : Auf Luthers Spuren

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

35 Schüler der Grund- und Gemeinschaftsschule haben sich am Reformationstag in der St.-Nicolai-Kirche über Martin Luther informiert. Pastor Homrighausen führte die Zehntklässler auf die Spuren des Reformators, die auch in der Kirche zu finden sind.

von
erstellt am 01.Nov.2014 | 06:07 Uhr

Auf die Spuren des großen Kirchenreformers und Gründers der evangelisch-lutherischen Kirche, Martin Luther, haben sich gestern die 35 Schüler der beiden Religionskurse der Grund- und Gemeinschaftsschule in Begleitung der Lehrerinnen Gunda Wohlenberg und Susanne Huwald in die St.-Nicolai-Kirche begeben. Pastor Dirk Homrighausen schilderte Leben und Wirken des Reformators und schickte die Schüler anschließend auf eine lutherische Entdeckungsreise durch die Nicolai-Kirche: Sie sollten Hinweise auf Martin Luther finden. Eigentlich wollte er die Zehntklässler die kleine Lutherfigur im zweiten Feld des Rantzau-Gestühls unterhalb der Heßler-Orgel finden lassen – entdeckt haben die findigen Schüler aber zunächst das viel größere Lutherporträt im rechten Teil der Orgelempore. Die Suche nach dem „kleinen Luther“ war da schon schwieriger. Der adlige Gutsbesitzer Paul Rantzau hat in dem Gestühl nicht nur seine Familie und das Familienwappen verewigen lassen, sondern eben auch Martin Luther, den er zudem persönlich kannte, wie Pastor Homrighausen berichtete.

Anlass für den Besuch der Schüler war der gestrige Reformationstag. Vor 497 Jahren hat Luther als einfacher Mönch seine 95 Thesen an die Kirchentür in Wittenberg genagelt, in denen er die Unsitte der Ablassbriefe und die Geldgier der Pfarrer anklagte. Luthers Thesen mischten die Katholische Kirche auf, der Papst verbannte ihn aus der Kirche, und auch der Kaiser ging gegen den mutigen Mönch, Theologieprofessor und Übersetzer der Bibel vor. Doch dafür war es schon zu spät: Luthers Thesen verbreiteten sich blitzartig, die Menschen folgten ihm, er gründete die evangelisch-lutherische Kirche, die sich von der katholischen Mutterkirche abspaltete. Gott, so Luther, sei nicht mit dem Geld der Ablassbriefe zu erreichen, dazu brauche es Glaube und Vertrauen, führte Pastor Homrighausen in seinem Exkurs weiter aus. Luthers Verdienst sei ebenso die Verbreitung der Heiligen Schrift durch seine Übersetzung in die deutsche Sprache und die Förderung von Bildung, Aufklärung und Hoffnung statt Angst und Einschüchterung.

Homrighausen wies auf das 1578 gemalte Fresko im Altarraum der St.-Nicolai-Kirche hin, in der das Jüngste Gericht dargestellt ist und in dem der Maler sich mit dem dargestellten „Überläufer“ von der Hölle in den Himmel einen kleinen Scherz erlaubt hat. Auch „Halloween“ sei übrigens kirchlichen Ursprungs, sagte er. Am Abend vor Allerheiligen („All Hallo Evening“ am 1. November seien für die in dieser Nacht auf die Erde zurückkommenden Geister der Toten Lichter ins Fenster sowie Speisen und Getränke auf die Fensterbänke gestellt worden, um sie freundlich zu stimmen. Vermutlich hätten sich dann Kinder einen Spaß daraus gemacht, sich zu verkleiden und an der Haustür Gaben einzufordern. Über Irland und Amerika sei dieser Brauch dann nach Deutschland gekommen.

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