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Beim Wasalauf dabei : Auf Langlaufskiern zu Hause

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Das Ehepaar Stüve aus Ascheffel nahm am bekanntesten Langlaufspektakel teil / Start beim Halb-Wasalauf über 45 Kilometer

Ascheffel | Die Medaillen und Urkunden, die Rose-Marie (59) und Eberhard Stüve (62) in den vergangenen Jahren bei Rennen gesammelt haben, können die beiden Ascheffeler schon nicht mehr zählen. Für ihre Wettkämpfe müssen die Stüves weit reisen, denn sie sind begeisterte Sommerbiathleten und Langläufer. Vor ihrer Haustür können sie nur trainieren. Um Plätze gelaufen und geschossen wird überwiegend im Süden Deutschlands oder zumindest im Harz. 2008 wurde Eberhard Stüve in seiner Altersklasse Landesmeister, seine Frau Rose-Marie 2006 sogar Deutsche Meisterin. „Der Wettkampf fand in Oberhof statt, in der Arena, wo sonst die großen Biathlon-Stars an den Start gehen“, erinnert sie sich noch gut.

Doch an dem bislang eindrucksvollsten Rennen nahmen die beiden Ascheffeler erst vor wenigen Tagen teil. Sie starteten beim Wasalauf in Schweden. „Allerdings nicht über die 90 Kilometer, sondern über die halbe Distanz“, sagt Eberhard Stüve. Der 62-Jährige musste sich vor wenigen Jahren nach einem Meniskusriss vom Sommerbiathlon verabschieden. Sein Arzt hatte ihm das Joggen verboten. Auch Eberhards Frau trat aus gesundheitlichen und beruflichen Gründen kürzer. „Beim Sommerbiathlon musst du das Laufen und Schießen trainieren“, betont sie, für zwei Sportarten fehle da oftmals die Zeit.

Doch für dieses Großereignis spulte das Ehepaar noch einmal etliche Kilometer ab, um fit zu sein. „Auf einer Koppel in Oberschoothorst lag lange Schnee, da habe ich trainiert, 13 Mal in diesem Jahr“, sagt Eberhard Stüve, dort ging es bergauf und bergab. Gemeinsam verbrachten sie dann noch eine intensive Vorbereitungszeit in Norwegen. In Braunlage belegten sie zuvor noch bei einem Fünf-Kilometer-Sprint-Rennen einen zweiten und vierten Platz.

„Zehn Tage lang finden verschiedene Rennen in Dalarma statt“, erzählt Rose-Marie Stüve, Staffelläufe, Kinderrennen, 30 und 45 Kilometer und am Ende der Klassiker, die 90 Kilometer von Sälen nach Mora, an dem etwa 16  000 Läufer auf die Loipe gehen. An den zehn Tagen nahmen insgesamt 48  000 Frauen, Männer und Kinder teil. „Jeder Skilangläufer, der etwas auf sich hält, will einmal dabei sein“, sagt Eberhard Stüve. Er belegte nach den 45 Kilometern und nach drei Stunden und 20 Minuten Platz 570 unter den Männern der insgesamt 5782 Starter. Zum Vergleich: Der Sieger war nach gut zweieinhalb Stunden im Ziel.

Rose-Marie Stüve war nicht ganz zufrieden mit ihrer Zeit. Die 59 Jahre alte Krankengymnastin war nach fünf Stunden und sieben Minuten im Ziel als 1050. aller 1881 Frauen. „Ich hatte zu glatt gewachst“, sagt sie. Dadurch habe sie nur mit den Armen arbeiten können. Erst nach 15 Kilometern gab es eine Wachsservice-Station. Hier konnte sie nachbessern und von da an ging es deutlich flotter voran.

„Ein tolles Ereignis“, sagt sie rückblickend über das größte Volksfest Skandinaviens. Viele Zuschauer, ein 3000-köpfiges Helferteam und die traditionelle Blaubeersuppe für alle. Das wollen die sportlichen Stüves auch 2016 noch einmal miterleben. Rose-Marie wird dann wieder über die 45 Kilometer starten. Eberhard Stüve denkt durchaus über den Klassiker nach, die 90 Kilometer. „Das hängt davon ab, wieviel ich trainieren kann“. Die Teilnahme wäre zumindest der Höhepunkt seiner Laufbahn. 

 


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erstellt am 11.Mär.2015 | 06:03 Uhr

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