Funkamateure : Auf die Funker ist immer Verlass – besonders im Notfall

Beim Schleswig-Holstein-Treffen der Funkamateure haben die Teilnehmer live in alle Welt übertragen.

shz.de von
03. Mai 2018, 06:31 Uhr

Eckernförde | Mit einfachen Mitteln weltweit kommunizieren – für Funkamateure gehört das zum Alltag. Am 1. Mai kamen beim traditionellen Schleswig-Holstein-Treffen in der Eckernförder Stadthalle zahlreiche Funkbegeisterte, nicht nur aus Schleswig-Holstein, zum Erfahrungsaustausch zusammen. Fachvorträge, bei denen unter anderem Konzept und Funktion des neuen digitalen schleswig-holstein-weiten Funknetzes (HAMNET) erörtert wurde, gehörten ebenso dazu wie der Flohmarkt, der so manches Schnäppchen ermöglichte oder Gelegenheit bot, nicht mehr Benötigtes aus der Bastelecke wieder loszuwerden.

Vorbei sind die Zeiten, als mangels Verfügbarkeit aufwändige Geräte noch selbst gebaut wurden und Kommunikation nur mittels Morsecode möglich war. Moderne, computerunterstützte Technik hat weitgehend den Finger an der Taste abgelöst, längst werden softwaregesteuert Bilder, Texte oder Videos übertragen. Geblieben ist jedoch die Beherrschung der Technik, um weltweiten Funkverkehr zu ermöglichen, denn auch wenn Handy oder Internet die Kommunikation einfacher machen, spätestens ein regionaler Stromausfall macht Kommunikation darüber unmöglich. So greifen staatliche Einrichtungen gerade in Katastrophenfällen – wie bei der Schneekatastrophe 1978/79 – auf den Amateurfunk zurück, der schnell und flexibel zum Einsatz kommt. „Gemäß Amateurfunkgesetz können in Katastrophenfällen Amateurfunker verpflichtet werden, die öffentliche Kommunikation aufrecht zu erhalten“, weiß Rolf Heide, DARC-Distriktvorsitzender von 32 Ortsverbänden in Schleswig-Holstein. Beim Deutschen Amateur Radio Club (DARC) sind 34 000 Mitglieder in rund 1000 Ortsvereinen registriert, weltweit gibt es mehr als 2,5 Millionen Funkamateure.

„Amateurfunk ist der ideale Einstieg in die Elektronik und bestimmt für viele den Weg in den späteren Beruf“, sagt Heide. So auch bei Reinhard Buchheim, der als 17-Jähriger seine Lizenz machte und im Rahmen der Veranstaltung die Urkunde für 60 Jahre Mitgliedstreue im DARC erhielt und beruflich Nachrichten- und Elektrotechnik studierte. Für die Jüngsten könnte die Lötstation der erste Einstieg in die Technik sein. So auch für den sechsjährigen Florian, der unter Anleitung eine Blinklampe zusammenlötete. Er durfte auch schon einmal mit einem Übungsrufzeichen eine Funkverbindung unter väterlicher Anleitung durchführen. „Interessant, was da so passiert“, stellte auch Besucherin Ilona Weichert fest. Sie fand den Weg in die Stadthalle aufgrund des schlechten Wetters. Amateurfunk wäre jedoch kein Hobby für die 37-jährige Touristin, die lieber fotografiert.

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