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VfL Loose will wieder kicken : Auf der Suche nach neuen Spielern

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

VfL gibt die Hoffnung auf eine Fußballmannschaft auf Kreisklassenniveau nicht auf / Sportanlage im Schulweg soll weiterhin erhalten bleiben

Wer dieser Tage im regnerischen Aprilwetter am Sportplatz der Gemeinde vorbeigeht, sieht ihm seine bewegte Geschichte nicht unbedingt an. Zwei Tore und einige Nebengebäude prägen das Bild. Dazwischen liegt der grüne Rasen, auf dem seit 1949 die Fußballspieler des VfL mit großer Leidenschaft den Ball gejagt haben.

Doch seit 2001 gibt es keine Mannschaft mehr, die in der Kreisklasse spielt. „Wir hatten einfach nicht mehr genug Spieler“, so Alfred Schneider, der Vorsitzende des VfL. Nachwuchs sei damals zwar vorhanden gewesen, es habe nach dem Wegfall der Herrenmannschaft jedoch an den nötigen Strukturen gefehlt, sagt er. Auch der SV Loose 07, der den Fußballsport wiederbeleben wollte, scheiterte 2012 nach fünf Jahren an mangelnder Resonanz.

Alfred Schneider geht nicht davon aus, dass in naher Zukunft eine Mannschaft auf Kreisklassenniveau zustande kommt. „Vereine mit einer bestehenden Mannschaft haben den Vorteil, dass sie auch Spieler von außerhalb anziehen. Auf diese Weise kann das Überleben der Sparten gesichert werden, auch wenn die Gemeinden an sich klein sind“, erklärt er.

Auch das Modell der Ganztagsschule betrachtet er kritisch. „Die Kinder kommen teilweise erst um 16.30 Uhr aus dem Unterricht. Wo sollen da Zeit und Energie bleiben, um sich aktiv in den Verein einzubringen?“, so der Vorsitzende. Es sei erschreckend, welche motorischen Defizite immer mehr Jugendliche aufweisen, sagt er.

In letzter Zeit sei ihm jedoch aufgefallen, dass immer mehr Eltern bewusster mit dem Thema Bewegung umgehen. „Die Beteiligung am Turnen für Kinder bis zum sechsten Lebensjahr wird immer besser“, so Alfred Schneider. Das Angebot findet jeden Montag ab 15 Uhr in der Halle statt.

Und auch, wenn die Fußballsparte keine Mannschaft mehr stellen kann, verfügt der VfL mit der erfolgreichen Theatergruppe „De Snutensnackers“, der Volleyballmannschaft, der Gymnastik, der Tanzgruppe sowie den Schützen über ein reges Vereinsleben.

Ungenutzt bleibt auch der Sportplatz nicht. Seit letztem Jahr trainiert hier jeden Donnerstag ab 17 Uhr auch eine Gruppe von rund zehn Kindern im Alter von sechs bis zehn Jahren gemeinsam mit einem Jugendtrainer. „Wir wollen den Kindern die Möglichkeit geben, Fußball als Hobby weiterhin auszuleben“, so Alfred Schneider.

Auch Bürgermeister Gerd Feige (CDU) spricht sich für einen Erhalt der Anlage aus. Man hoffe weiterhin darauf, dass sich die Sachlage noch einmal verändert. Allerdings verweist der Bürgermeister auch auf den gesellschaftlichen Wandel der letzten 40 Jahre. „Außerdem ist das Spektrum an Angeboten zur Freizeitgestaltung, aus dem die Menschen heute wählen können, breiter geworden“, sagt er. Vor allem das Smartphone werde für Kinder und Jugendliche immer wichtiger. Dass kleinere Strukturen, wie der örtliche Sportverein, darunter leiden, ließe sich nicht vermeiden, so Gerd Feige.

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