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Pilzsuche in Damendorf : Auf der Suche nach Exoten

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Wanderung rund um Damendorf mit den Pilfreunden Kiel: 30 Teilnehmer begeben sich auf die Suche nach Pilzen und informieren sich über deren Bestimmung.

shz.de von
erstellt am 23.Okt.2017 | 06:18 Uhr

Damendorf | Alte Hexe, Nebelkappe und Gallentäubling – was sich anhört wie Zutaten für einen Zaubertrank, sind in Wahrheit Pilznamen. Diese findet man in den Wäldern rund um Damendorf herum. Die Kieler Pilzfreunde haben zu einer Pilzwanderung mit anschließender Artenbestimmung im Dörpshus eingeladen. Rund 30 Teilnehmer freuten sich bereits bei der Ankunft über „ideales Pilzwetter“ und darauf, seltene Exemplare zu finden.

Ausgerüstet mit Gummistiefeln und Körben formierten sie sich zu zwei Gruppen, in Kolonnen ging es zu den verschiedenen Ausgangspunkten. Eine Gruppe wurde von der stellvertretenden Vorsitzenden Maren Kamke geleitet und erkundete den nördlichen Naturwald in den „Viehwiesen“ in Richtung Lehkrug. Beide Gebiete werden durch Laub- und Mischwälder dominiert, wobei an den Viehwiesen auch ein Stück Nadelwald angrenzt. Darin hatte die erste Gruppe die meisten Pilzfunde. Da das gesamte Gebiet sehr feucht ist, fanden die Teilnehmer dort andere Pilzarten als die zweite Gruppe.

Diese hielt sich im Gebiet „Gehagel“ auf, östlich des Ortes. Unter der Leitung der Vorsitzenden Vivien Hauser ging sie nur wenige Schritte durch den Matsch – bedeckt von einem dicken Laubteppich – als der erste Teilnehmer alle zu sich rief. An einem toten Baum rankte ein Adernzähling empor. Dieser hat ein muschelförmiges Hütchen und eine Vorliebe für Buchen.

Zunächst wanderten die Teilnehmer durch ein junges Waldstück. Es wurde vor etwa 20 Jahren aufgeforstet. Unter anderem stehen hier neben Buchen auch Esskastanien und Vogelkirschen, wie Bürgermeister Hans Ulrich berichtete. Für Pilze ist dieses Gebiet nicht allzu attraktiv. Der essbare Ockertäubling ist dort dennoch häufig zu finden. Diese Pilzart ist anspruchslos und gut an splitternden Lamellen sowie einem brüchigen Stiel zu erkennen.

Das Pilzvorkommen änderte sich etwas weiter, als die Gruppe das Waldstück mit Altbestand passierte. Aufgrund des vielen Regens in den vergangenen Wochen waren nur in diesem Waldstück wenig Steinpilze zu finden. Dafür gab es umso mehr Seitlinge.

Pilz-Experten schauen zur Bestimmung von Pilzen nach der Lamellengestaltung, ob ein Stiel brüchig ist oder sich ein Ring um den Stiel herum gebildet hat. Sie raten dazu, die Pilze nicht mit dem Messer abzuschneiden, sondern vorsichtig aus der Erde herauszudrehen. So erkennt man, ob sich im Untergrund eine Knolle verbirgt. Als Beispiel zeigte Hauser den Weißen Knollenblätterpilz und den Weißen Schneckling. Auf den ersten Blick ähneln sich die beiden Pilzarten. Schaut man aber genauer hin, ist beim Knollenblätterpilz unter dem Hut ein Ring zu erkennen. Unten ist er knollenförmig, er riecht nach Kartoffelkeller und ist magen- und darmgiftig – anders als sein Doppelgänger, der Schneckling.

Ebenfalls essbar ist der Violette Lacktrichterling. Der lila Pilz ist im Damendorfer Forst häufig zu finden und dient so mancher Pilzpfanne als optischer Höhepunkt. Auch der Hexenröhrling ist essbar. Man sollte aber keine alten Exemplare mitnehmen. Ob der Pilz noch frisch ist, erkennt man, wenn man den Hut eindrückt. Bleibt eine Delle, ist er nicht mehr frisch. Insgesamt zählte Hauser 120 verschiedene Pilzarten an diesem Tag. Der exotischste unter ihnen war der düstere Röhrling. Er kommt selten in Schleswig-Holstein vor.

Im Anschluss an die Wanderung versammelten sich alle Beteiligten nach zwei Stunden wieder im Dörpshus zur Pilz-Bestimmung. Besondere Exemplare wurden draußen auf einem Tisch ausgebreitet und für die Bestandsaufnahme gelistet. Gemeinsam nahmen sie einige Pilzarten unter die Lupe und kräftigten sich an warmen Getränken, mitgebrachtem Obst und Butterbroten.

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