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Eckernförder Zeitung

21. Oktober 2017 | 23:59 Uhr

Windkraft : Auf der Suche nach dem Wind-Konsens

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Neuer Standort für das Hospiz Dänischer Wohld ist nach längerer Suche gefunden / Windenergie sorgt weiterhin für kontroverse Diskussionen

shz.de von
erstellt am 19.Mai.2017 | 06:50 Uhr

Gettorf | Südlich der Straße Lindentor soll das stationäre Hospiz in Gettorf gebaut werden. Darauf verständigte sich die Gemeindevertretung am Mittwochabend. Nachdem sich der zunächst geplante Standort am Sander Weg zerschlagen hatte, hatte die Verwaltung fieberhaft nach einem neuen geeigneten Grundstück gesucht, das sich im Eigentum der Gemeinde befindet. Das Flurstück 0459-001-145 südlich der Straße Lindentor sei das einzig mögliche Grundstück gewesen, so die Auskunft der Verwaltung. Die Gemeindevertretung stimmte einstimmig für den neuen Standort. Bedenken hatte vorher Bodil Maria Busch (Bündnis 90/Die Grünen) geäußert. „Dieses Grundstück ist Ausgleichsfläche. Wenn wir gar nichts anderes finden, sperren wir uns nicht dagegen“, sagte sie.

Kontrovers wurde die Stellungnahme der Gemeinde Gettorf zur Teilaufstellung des Regionalplanes des Planungsraums II - Sachthema „Windenergie“ diskutiert. Zu Beginn der Debatte hatte Bauausschussvorsitzender Marco Koch (CDU) an die Gemeindevertretung appelliert, die Stellungnahme, auch aus Solidarität zu den betroffenen Nachbargemeinden, mit einer größeren Mehrheit als im Ausschuss zu beschließen. Dort gab es vier Ja-Stimmen und vier Enthaltungen. Die Angesprochenen zeigten zwar Verständnis, bewegten sich aber in der Sache nicht. Bodil Maria Busch machte es kurz: „Solidarität ja, aber nicht gegen unsere Überzeugung.“ „Ich kann die Umlandgemeinden ja verstehen, aber wenn alle diese Stellungnahmen verabschieden? Wir wollen Windenergie unterstützen“, ergänzte Tim Selzer. „Außerdem würde die derzeitige Festlegung der Windvorrangflächen für das geplante Gewerbegebiet Gettorf/Osdorf das Aus bedeuten“, so FDP-Gemeindevertreter Thorsten Wilke.

Amtsdirektor Matthias Meins stellte klar, dass es in der Stellungnahme um einzelne Kriterien gehe. Dem pflichtete auch Hans-Ulrich Frank (CDU) bei. „Es geht nicht um die Entscheidung für oder gegen Windkraft, sondern um einzelne Kriterien. Im Übrigen bieten Offshore-Windparks, im Gegensatz zu Windmühlen vor der Haustür, ganz neue Möglichkeiten“, sagte er.

In der Stellungnahme wird unter anderem der zu geringe Abstand von Windkraftanlagen zur Wohnbebauung kritisiert. Die Gemeinde hält den festgelegten Abstand von mindestens 400 Metern zu Siedlungen im Außenbereich nicht für angemessen und hält diesen für eine nicht zulässige Ungleichbehandlung der Einwohner. Es ergeben sich Konsequenzen für die Wohnqualität, die erheblich seien und eine unzumutbare Beeinträchtigung für die Bewohner darstellen. Hierzu zählen die Lärmbelastungen, insbesondere bei Westwinden, der Schattenwurf und die bedrängende Wirkung, die sich aufgrund der Höhe der Anlagen ergibt. Die Gemeinde fordert, dass auch der Abstand von 800 Metern zu Ortslagen überdacht wird. Aufgrund der Höhe der Windkraftanlagen, die heutzutage technisch möglich und genehmigungsrechtlich zulässig sind, ergeben sich für die Bewohner der Ortslagen größere Beeinträchtigungen. Die Gemeinde vertritt den Standpunkt, dass aufgrund der Tatsache, dass die Anlagenhöhe stark gestiegen ist, auch die Abstände angemessen vergrößert werden müssen. Ein weiterer Kritikpunkt ist die Dichte der geplanten Windkraftanlagen im Dänischen Wohld. „Es ergibt sich in der Summe eine deutliche Umzingelungswirkung für eine Reihe von Ortschaften“, heißt es in der Stellungnahme.

Im Vergleich dazu bräuchten sich die Gemeinden im Kreis Plön keine Gedanken über eine mögliche Umzingelungswirkung zu machen. Die Stellungnahme thematisiert in diesem Zusammenhang den Schutz der Seeadler, der als weiches Kriterium dazu führe, dass die überwiegende Fläche des Kreises Plön nicht für die Windkraft geeignet sei.

Die CDU- und FDP-Gemeindevertreter, sowie Bürgermeister Jürgen Baasch (SPD) beschlossen Stellungnahme schließlich. Die Gemeindevertreter von SPD und Bündnis 90/Die Grünen enthielten sich bei der Abstimmung ihrer Stimme.

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