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Auf den Spuren von Glücks- und Liebeszeichen

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Liebesschlösser, Baumherzen und Grafittis: Liebesbekundungen im öffentlichen Raum

Am 10. Oktober ging die Eckernförder Zeitung ausführlich auf die Hunderte von Schlössern ein, die ans Geländer der Holzbrücke gehängt wurden und werden. Seit einigen Jahren ist dieses Phänomen in ganz Deutschland zu beobachten: Liebespaare und Einzelpersonen kaufen sich ein kleines Vorhänge-Schloss, beschriften es z. T. mit dem Namen ihres Lieblings und heften es an das Gestänge von Zäunen, Toren, Brücken. Das Motiv symbolisiert die Verbundenheit zweier Menschen und drückt die Hoffnung nach Unzertrennlichkeit aus. Andernorts sind Brücken unter der Last Tausender von Schlössern schon zusammengebrochen, in Eckernförde ist noch viel Platz für solche Liebeszeichen.

Im Zeitalter gewachsener Sensibilität ist ein anderes Zeichen mit solchem Hintergrund fast ausgestorben: das in die Rinde eines Baumes eingeschnitzte Herz, meist verbunden mit Initialen des verliebten Paares. Nach langer Suche in Eckernförde hat der Autor - im Bereich Rosseer Straße zwei Beispiele für diese traditionelle Form des Liebeszeichens gefunden. Die Zeiten der Gedichtstrophe „Ich schnitt in seine Rinde so manches liebe Wort“ (Wilhelm Müller) sind in unserer Stadt also längst vorbei.

Dafür herrscht heute das „Grafitti“, werden Texte oder Bilder hastig mit Farbe auf Wände und Mauern gesprüht. Zumeist sind es geistlose Schmierereien von Feiglingen, die für ihre verbotene Arbeit den Schutz der Nacht suchen; nur wenige Grafitti in Eckernförde haben künstlerische Qualität. Und ebenso selten findet man darunter Inschriften, die sich an einen Freund, eine Freundin richten, die Liebe und Verliebtheit deutlich werden lassen.

Zu den populären Glückssymbolen in Deutschland – sichtbar gerade um Silvester herum - gehören die Begriffe Schornsteinfeger, Ferkel, Hufeisen, Fliegenpilz, Marienkäfer. Diese Gegenstände sind entweder besonders selten zu finden oder es rankt sich um sie eine legendenhafte Geschichte. Das Ferkel, einst Symbol bäuerlichen Reichtums, klingt im Ausruf „Schwein gehabt!“ noch einmal an. Ein Hufeisen war in Zeiten von Pferdekutsche und Bauernwagen ein brauchbarer Fund (wenn heutzutage eine solche Schmiedearbeit als Glückszeichen ans Haus genagelt wird, ist streng darauf zu achten, dass die Öffnung nach oben zeigt; andernfalls bringt es Unglück). Der Schornsteinfeger schließlich ist seit dem Mittelalter eine gern gesehene Gestalt: Erkannte man ihn auf den Dächern und an den Kaminen der ständig von Bränden bedrohten Stadt, bedeutete dies für die Bürger Sicherheit.

In diese Gruppe gehört das vierblättrige Kleeblatt, in der Natur sehr selten zu finden, dafür auf vielen Glückwunschkarten, Briefumschlägen oder Abzeichen vermerkt. In Eckernförde taucht es auf dem Firmenschild einer Heilpraktikerin auf, die damit ihre „Praxis für Glücksbewusstsein“ schmückt.

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erstellt am 07.Jan.2014 | 06:39 Uhr

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