Auf den Spuren der Wikinger

Einen Rundwanderweg entlang des Osterwalls und des Heerweges - Norbert Biermann zeigt, wie es aussehen könnte. Foto: rit
Einen Rundwanderweg entlang des Osterwalls und des Heerweges - Norbert Biermann zeigt, wie es aussehen könnte. Foto: rit

Gemeinden Windeby und Fleckeby wollen den Osterwall wieder erlebbar machen / Zuschussanträge an die Aktiv-Regionen

shz.de von
30. März 2012, 03:59 Uhr

Windeby / Fleckeby | Davon, dass einst die Wikinger in der Region lebten, zeugen noch heute zahlreiche Gräber und nicht zuletzt der Osterwall. Der rund sieben Kilometer lange östliche Teil des Dannewerks führt vom Tal der Osterbek bis ans Windebyer Noor - und damit durch die Gemeinden Fleckeby und Windeby. Vielen Menschen ist dies allerdings unbekannt. Fleckeby und Windeby wollen daher diese historischen Wallanlagen der Dänen gegen die Sachsen nicht nur für Archäologen wieder erlebbar machen. Geplant sind die Errichtung von Schildern mit Hinweisen auf die Wikingerrelikte und zum anderen verschiedene Wanderrouten, die entlang des Osterwalls und auch des Heerweges führen. Auch Routen zu Gräbern in der Region, wie die Grabhügelgruppe in Güby, sollen ausgewiesen werden. Auf einer gemeinsamen Sitzung der Sozialausschüsse beider Gemeinden am Mittwochabend stellte Norbert Biermann, Vertrauensmann des archäologischen Landesamtes, einen Konzeptentwurf vor.

Für das Projekt "Osterwall erleben" sind zwei zentrale Informationspunkte am alten Feuerwehrhaus in Kochendorf und an der Hardesvogtei in Fleckeby geplant. Hier erfahren Interessierte dann, dass der etwa im Jahr 735 errichtete Schutzwall wahrscheinlich mit rund sechs Meter hohen Holz-Palisaden gesichert war, hinter dem sich die Menschen in der Zeit der Slawischen Expansion vor Feinden verstecken konnten. "Dahinter muss ein Kolonnenweg gewesen sein", vermutete Biermann.

Eine Nachbildung des Walls soll in der Nähe des Windebyer Noores entstehen, damit dieses Zeugnis der Wikingerzeit auch für Kinder leichter zu verstehen ist. Allerdings könne der Osterwall nicht freigelegt oder die Knicks gestutzt werden, so Windebys Bürgermeisterin Jutta Werner. Die Obere Naturschutzbehörde habe dies untersagt, da kein Vier-Jahreszeiten-Gutachten für den Osterwall vorliege. Insgesamt sollen entlang des Osterwalls sieben Stationen entstehen, an denen Informationen zum jeweiligen Teilabschnitt gegeben werden.

In Kochendorf sei der Verlauf ungewiss, so Biermann. Er berichtete aber von einem Schriftwechsel mit Willers Jessen, laut dem der Osterwall geradlinig über die Dorfstraße verlaufen sei. Bekannt sei, dass es den Kochendorfer See gab, der durch eine Niederung mit der Schlei verbunden war. Diesen Teil nannte Biermann den "nassen Osterwall".

Feststehe auch, dass der Osterwall im Westen parallel zum Heerweg verlaufe. An einer Stelle nahe der Osterbek kreuzen sich der Osterwall und der Heerweg. "Diese Kreuzung lässt ein Zangentor vermuten", erläuterte Biermann. Entstanden sei eine Acht, die es Wanderern ermögliche, einen Rundweg zu laufen.

Damit auch Touristen den Weg zum Osterwall finden, sollen Schilder an den Hauptverkehrsstraßen, wie der B 76, aufgestellt werden. Auch daran, an einigen Stationen Parkplätze einzurichten, haben die Ausschussmitglieder gedacht.

Damit die Pläne bald Gestalt annehmen können, soll Planerin Cornelia Plewa, die für den Osterwall schon ein Konzept erstellt hat, die Ideen prüfen. Zudem wollen die Gemeinden bei den Aktiv-Regionen Schlei-Ostsee und Hügelland am Ostseestrand Fördergelder beantragen.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen