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Familientreffen : Auf den Spuren der Familie Reimer

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Familientreffen in Kanada mit rund 60 Nachkommen der Brekendorfer Familie. 2016 ist die Zusammenführung in Eckernförde geplant

Noch bis Herbst wollen sich Heidrun (67) und Peter Reimer (67) Zeit lassen, dann sollen die Vorbereitungen für das vierte internationale Familientreffen beginnen. Im Sommer 2016 will das Eckernförder Ehepaar alle Nachkommen von Jürgen Reimer (1814-1898) und seiner Frau Anna Reimer, geboren Jöns (1821-1899) nach Deutschland einladen. Und viele von ihnen werden eine weite Reise haben. Der Ur-Urgroßvater von Peter Reimer hatte neun Kinder, von denen vier in die USA und Kanada auswanderten. Gerade kommen Heidrun und Peter Reimer von einem Treffen aus Ontario zurück.

Angefangen hatte alles 2009 mit einem gut 100 Jahre alten Schwarz-Weiß-Foto, auf dem das Bahnhofshotel Reimer in Brekendorf abgebildet war, wie es 1904 von Jürgen Heinrich Reimer gebaut wurde. Will Reimer aus Pewaukee/USA hatte das Foto aus dem Nachlass seines Großvaters Hans Hinrich (1849-1928) erhalten, der 1882 in die USA ausgewandert ist. Durch eine Notiz auf der Rückseite des Bildes erfuhr er, dass dieses Haus in Brekendorf stand und das neu erbaute Stammhaus der Familie Reimer in Deutschland zeigt. Über das Internet fand er in Brekendorf den Namen Reimer und stieß so auf Hans-Heinrich Reimer, den Enkel und letzten Inhaber des Hotels Hüttener Berge und Bruder von Peter Reimer.

Mit Akribie, Recherchearbeit und detektivischem Spürsinn machte sich vor allem Peters Frau Heidrun daran, die interessante, aber auch verworrene Familiengeschichte der Reimers der vergangenen rund 200 Jahre aufzurollen. Wer heiratete wen? Wer wanderte wohin aus? Welche Nachkommen gab und gibt es? In Kirchenbüchern, Archiven und sogar Auswander- und Passagierlisten wurde sie fündig, immer neue Zweige der Familie taten sich auf. Gemeinsam mit den Reimers aus Übersee wurde ein Stammbaum mit zahlreichen Verästelungen erstellt, der Stück für Stück wuchs. 2010 wurde dann in Wisconsin mit rund 70 Nachkommen der Brekendorfer Reimers die erste „Reimer-Reunion-Party“ gefeiert. Zwei Jahre später gab es in Alabama das nächste Treffen. Vor wenigen Wochen sind Heidrun und Peter Reimer mit Tochter Danielle aus St.Jacobs/Ontario zurückgekehrt, der dritten Zusammenkunft des „Stammes Reimer“. „Zwei Töchter von Jürgen und Anna Reimer, Catharina und Margareta, wanderten nach Kanada aus“, berichtet Heidrun Reimer.

„Die Geschichte um Catharina ist einer der spannendsten in der Familie Reimer“, findet die Eckernförderin. Catharina wurde 1853 in Brekendorf geboren und wanderte im November 1881 nach Kanada aus. Dort heiratete sie ein Jahr später Carl Holm, dessen Frau, mit der er fünf Kinder hatte, im April verstarb. „Carl Holm stammt aus Eckernförde, war aber bereits 1855 mit Eltern und Geschwistern nach Kanada gegangen“, sagt Heidrun Reimer. Sie vermutet, dass er nach dem Tod seiner Frau, Unterstützung im Hause brauchte und aus der deutschen Heimat nach Hilfe suchte. Er war 23 Jahre älter als Catharina. „Vielleicht war es aber auch reiner Zufall, dass sich die beiden in Ontario über den Weg liefen“, so Heidrun Reimer. Beide bekamen noch zwei gemeinsame Kinder, Anne und Ednor.

Übrigens: Beim Spaziergang über den Borbyer Friedhof sah Heidrun Reimer zufällig das Grab eines Holms. Carls Großvater, wie sich herausstellen sollte. Er wurde in Norwegen geboren, starb 1827.

Die Urenkel von Catharina Reimer haben das viertägige Familientreffen in Kanada mit buntem Programm kürzlich organisiert. Gut 60 Teilnehmer waren dabei. „Jede Familie stellte sich und ihre Verbindung zum Reimer-Stamm vor“. Außerdem stand ein Besuch auf der ehemaligen Farm von Catharina und Carl Holm auf dem Programm. Mittlerweile wird diese nicht mehr von den Holms bewohnt, dennoch gleichen die Gebäude auch nach mehr als 130 Jahren noch immer den Aufnahmen von damals. „Auch das in einem Museum ausgestellte Hochzeitskleid von Catharina haben wir bewundert“, sagte Peter Reimer über die Schwester seines Ur-Großvaters. Nicht weiß, sondern aubergine-farben ist das noch gut erhaltene Kleid.

Für den Deutschlandbesuch in zwei Jahren wollen die Reimers ein attraktives Programm anbieten. Im Mittelpunkt wird natürlich ein Ausflug nach Brekendorf stehen, zum dem Ort, wo einst das Stammhaus der Familie Reimer gestanden hat. Etwa 20 Familienmitglieder aus Übersee haben schon ihr Interesse bekundet. Viele der deutschen Nachkommen leben noch in den Hüttener Bergen, wie die Familie Engelland aus Brekendorf, Klaus-Peter Peters aus Owschlag und Heinz Claußen aus Damendorf.

Vielleicht schafft es ja auch einer, der in Kanada leider aus gesundheitlichen Gründen fehlte: Will Reimer. Vor fünf Jahren brachte er dank des Fotos alles ins Rollen. „Sein Schwiegersohn hatte aber eine lebensgroße Pappfigur mit seinem Foto anfertigen lassen und mit nach Kanada genommen“, erzählt Heidrun Reimer, „so war im Bus und beim Essen immer mit uns dabei.“

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erstellt am 15.Aug.2014 | 08:00 Uhr

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