Auf den Spuren der Bruderschaften

'Geheimes Louisenund': Die Vorsitzenden der Kulturinitiative Fleckeby, Monique Geest und Dr. Reiner Herzog (re.), sind froh, mit Dr. Alf Hermann einen Experten für den Vortrag gefunden zu haben. Foto: ame
"Geheimes Louisenund": Die Vorsitzenden der Kulturinitiative Fleckeby, Monique Geest und Dr. Reiner Herzog (re.), sind froh, mit Dr. Alf Hermann einen Experten für den Vortrag gefunden zu haben. Foto: ame

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23. September 2010, 07:29 Uhr

Fleckeby / louisenund | Der Ruf der Freimaurer und Logen ist nicht der beste. Ihnen wird mit Argwohn begegnet, sie werden von manchen verteufelt, in die Ecke von konspirativer Geheimbündelei gesteckt. Mit diesen Vorurteilen will Dr. Alf Hermann aufräumen und eine Lanze für die Freimaurer brechen. Mit seinem Buch "Geheimes Louisenlund" hat der Autor einen ersten Schritt getan. Bei seinem Vortrag morgen Abend um 19.30 Uhr in der Hardesvogtei in Fleckeby sowie der Führung am Sonnabend durch den Park Louisenlunds will Hermann den Zuhörern die Bruderschaften näherbringen. Veranstalter ist die Kulturinitiative Fleckeby.

"Die Freimaurer waren besonnen, strebten nach Wissen und Erkenntnis", nennt Hermann die Ziele der Logen, die ganz in der Tradition der Aufklärung und Moderne stünden. "Sie wollen den Charakter bilden, zu einer guten Seele gelangen." In den Herbstferien werden sich wieder die Meister der nordeuropäischen Logen in Louisenlund treffen.

Der Freimaurerpark in Louisenlund gilt als der bedeutendste in Europa. Dabei habe die Schule in den vergangenen Jahrzehnten versäumt, kritisiert Hermann, die kulturellen Schätze zu pflegen und öffentlich zu machen. Weniger aus Unwissenheit über die Bedeutung des Parks und was darin verborgen ist, als vielmehr aufgrund des Rufs, der der Freimaurerei voraneilt. Dabei war einer der Leitsätze des Internatsgründers Kurt Hahn, dass die Schülerschaft vor Ort die Geschichte ergründen soll. "Dabei galt das Louisenlunder Urgestein, Landgraf Carl von Hessen, als die Nummer eins unter den nordeuropäischen Freimaurern", betont Hermann. "Das Freimaurertum steht in keinem Widerspruch zur modernen Internatsschule", sagt Hermann.

Mittlerweile erwacht auch der Park mit seinem "Weg der Erleuchtung" immer mehr zum Leben, nicht zuletzt Dank Fördergelder der Europäischen Union und der Landesdenkmalpflege, auch die Internats-Stiftung hat ein Etat für dieses Projekt eingerichtet. So wurde zuletzt die vom Pilz befallene Mariensäule umfangreich saniert und der Marmor erstrahlt nun wieder in schnee-weißem Glanz. Auch die Schleswiger Loge sammelt Gelder für den Erhalt und Wiederaufbau des Parks, mit dem Ziel, diesen wieder in den Zustand aus dem 18. Jahrhundert zu versetzen. Dass der See an der Waldkapelle von Carl von Hessen einst in Form eines Auges angelegt wurde, unter dem eine Grotte versteckt ist, ist vermutlich nur den wenigsten bekannt.

Bei der rund zweistündigen Führung mit Dr. Alf Hermann gibt der Wissenschaftler Einblick in viele geheimnisvolle Plätze und deren tiefgründige Bedeutung. Dazu zählen die Louisensäule, die Mariensäule, das Schloss, der See, die Kapelle, das Nordische Haus sowie der Felsenberg.

Der Vortrag "Geheimes Louisenlund" findet am Freitag um 19.30 Uhr in der Hardesvogtei in Fleckeby statt. Der Eintritt ist frei.

Die Führung durch die Parkanlage beginnt am Sonnabend um 19 Uhr am Parkplatz der Waldkapelle. Hierfür wird ein Beitrag von 2 Euro erhoben. Das Geld wird für die Restaurierung der Anlage verwendet.

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