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Baum fällt ! : Auf den Fällschnitt kommt es an

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Ein Mal im Jahr bietet Karl-Dieter Born ein 18-stündiges Holzfäller-Seminar für Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren im Amtsgebiet an

Schon von Weitem ist es zu hören: Hier geht es den Bäumen an den Kragen. Seit 2005 kümmert sich Karl-Dieter Born von der Freiwilligen Feuerwehr Neuwittenbek darum, dass die Kameraden im Amtsbereich Dänischer Wohld es richtig machen – bei ihm lernen sie den Umgang und das Arbeiten mit der Motorsäge. „Die Holzwerberscheine, die in einem Tageslehrgang zu erwerben sind, werden von den Wehren nicht anerkannt“, berichtet der 63-Jährige, der 18 Jahre stellvertretender Wehrführer war.

Born unterrichtet an vier Tagen zehn Stunden lang theoretische Grundlagen. Am Wochenende ging es für die zwölf Teilnehmer – aus jeder Wehr im Amt eine oder einer – in den Wald von Plötzenbrook. Gutsbesitzer Henrik Buchenau stellt für diese Aktion den Forst zur Verfügung und markiert die Bäume, die in Frage kommen. „Bei mir fällt jeder Kursteilnehmer einen Baum“, sagt der Lehrgangsleiter.

Aber bevor die Kameraden in ihren Schnittschutzausrüstungen loslegen, werden die Bäume erst einmal beurteilt. Neigt sich der Baum bereits in eine Richtung? Können schwere Äste Einfluss darauf nehmen, in welche Richtung er fällt? Nach der Beurteilung wird die Fällrichtung festgelegt und eine Fallkerbanlage gebaut, bevor der Fällschnitt den letzten Schritt einleitet. Drei Möglichkeiten, den Baum endgültig zum Fallen zu bringen, gibt es dann. „Entweder wir benutzen Aluminiumkeile, eine Winde oder einen Haltebandschnitt“, erklärt Born weiter.

Malte Dreeßen aus Großkönigsförde ist an der Reihe. Er hat alles vorbereitet, nun wird der Baum mit einer Winde umgelegt. Er neigt sich, bekommt Schwung und rauscht kontrolliert, aber mit Wucht auf den Waldboden, der kurz vibriert. Anschließend wird die Schnittstelle vom Fachmann bewertet. Malte sieht es selbst: „Ich habe die Bruchstufe zu flach gesetzt. In der Theorie war es klar, an der Umsetzung fehlt es noch etwas. Das mach ich das nächste Mal besser“, sagt er. Das Seminar, besonders der praktische Teil, mache viel Spaß, ergänzt er.

Dem stimmt auch Serdar Solcum von der Freiwilligen Feuerwehr Blickstedt zu. „Es ist zwar primär auch Pflichterfüllung, aber Kalle ist sehr lebensnah und bringt viel eigene Erfahrung mit“, berichtet er. Born lobt seine Truppe. „Dass Fehler gemacht werden, ist ja klar. Daran lernen wir, dafür sind wir hier“, sagt er.

Am Sonnabend und Sonntag war Born jeweils acht Stunden mit jeweils sechs seiner Schüler im Wald. Darunter waren zwei Feuerwehrleute, die noch gar keine Erfahrung an der Motorsäge hatten, und mit Katharina Reimer aus Schinkel auch eine Frau. Zu Mittag versorgte Borns Frau Edelgard die Holzfäller mit deftiger Erbsensuppe. Danach wurden die gefällten Bäume entastet und zerteilt. Das Ende des Lehrgangs bildet ein Leistungsnachweis, der am Donnerstag schriftlich erbracht wird.

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erstellt am 12.Feb.2015 | 11:45 Uhr

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