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Eckernförder Zeitung

17. Oktober 2017 | 14:29 Uhr

Bürgerpark : Auf dem Weg zur Wildblumenwiese

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Der späte Mähtermin soll die Aussaat von Krokussen und Wildblumen im Bürgerpark begünstigen.

shz.de von
erstellt am 08.Jun.2016 | 06:24 Uhr

Eckernförde | Der Bürgerpark ist für seine Krokuspracht bekannt. Doch hier soll mehr wachsen, sagen sich der freiberufliche Landschaftsarchitekt Rüdiger Ziegler und die Leiterin der Stadtgärtnerei, Sylvia Bent. Und das nicht einfach so, sondern mit ökologischem Nutzen.

Wiesen-Schaumkraut, Hahnenfuß und Ehrenpreis – sie alle sind wichtige Nahrungsquellen für Wildbienen und andere Insekten. Und sie alle blühen schon jetzt im Bürgerpark, der sich ganz in der Tradition Eckernfördes als Bundesumwelthauptstadt und umweltfreundliche Gemeinde zu einer ökologischen Oase entwickeln soll. „Noch vor zwei Jahren hat es hier kaum Ehrenpreis gegeben“, sagt Rüdiger Ziegler. „Jetzt sind schon große Flächen von ihm in Beschlag genommen.“ Und es sollen noch mehr werden. In wenigen Minuten konnte er gestern fünf verschiedene Wildbienenarten auf dem Scharfen Hahnenfuß ausmachen, der große Flächen der Parkwiese in sattes Geld taucht. Und auch den Stieglitz als Vogel des Jahres haben die beiden schon mehrmals im Park gesehen. Er ernährt sich von verschiedenen Samen, die im Bürgerpark jetzt zu finden sind. Unter anderem die der Krokusse. Klein und rosa stecken sie noch in den verblühten Pflanzenköpfen, die bald aufplatzen und die Samen herausschleudern. Dieselbe Chance sollen auch die Wildblumen erhalten, weshalb der erste Mähtermin des Jahres auf die letzte Juniwoche gelegt wurde.

Während der späte Mähtermin in den vergangenen Jahren bei manchen Passanten für Kritik gesorgt hat, haben Sylvia Bent und Rüdiger Ziegler in diesem Jahr auch schon viel Lob gehört: „Besonders die Älteren freuen sich, dass sie eine Wiese sehen, wie sie sie aus ihrer Kindheit kennen“, sagt Sylvia Bent. Und Rüdiger Ziegler hebt die Erfolge hervor: „Wir haben das dreifache am Wiesen-Schaumkraut als noch vor zwei Jahren. Und der Ehrenpreis war damals gar nicht zu sehen.“ Interessant wird die Fläche unter anderem durch die Kombination mit den großen Bäumen, unter denen Waldpflanzen gedeihen und so auch eine Waldrandflora entsteht. Man befinde sich schon zu einem Drittel auf dem Weg zum Ziel einer anhaltend blühenden Wiese, die einen wichtigen Lebens- und Nahrungsraum für Insekten wie Bienen und Schmetterlinge darstellt, sagt Ziegler. Welche Pflanzen im Bürgerpark wachsen, wird auf Schautafeln an den Eingängen zum Park erläutert.

Sylvia Bent und Rüdiger Ziegler betonen, dass der Bürgerpark schon immer einen Wildwiesencharakter besaß. „Erst, als der Verkauf anstand, kamen die Forderungen, ihn mit Sommerblumen zu bepflanzen“, so Sylvia Bent. Sie weist darauf hin, dass die Stadtgärtnerei durch immer mehr zu pflegende Flächen wie in Grasholz, auf der Schiefkoppel oder der Carlshöhe ausgelastet sei. Um die Pflanzenvielfalt für Insekten zu erhalten und gleichzeitig eine Erleichterung bei der Pflege zu erreichen, sind auch einige Beete mit Sommerblumen zu Biodiversitätsflächen umgewandelt worden, zum Beispiel am Vogelsang, in der Falkestraße, am Bahnübergang beim Mango’s und im Kurpark. Aber keine Sorge: Die Blumenpracht Eckernfördes soll erhalten bleiben.

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