zur Navigation springen

Familienbetrieb : Auf dem Hof Büll packen alle mit an

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein zeichnet den Göthebyer Betrieb von Familie Büll aus / Mit Hochlandrindern in die Zukunft

von
erstellt am 21.Jan.2016 | 06:09 Uhr

Auf dem Hof Büll in Götheby packt die ganze Familie mit an. Andreas (41) hat im Jahr 2000 den elterlichen Betrieb von Marianne und Gerhard Büll übernommen. Neben dem Verkauf von Speisekartoffeln sind der Getreideanbau und die rund 40 Milchkühe sowie knapp 100 Jungtiere die Standbeine des Hof. Andreas’ Frau Conny (46) hilft ebenso bei der Ernte, füttert die Tiere und säubert den Stall wie Tochter Enni (9) und seine Mutter Marianne, die mit 66 Jahren zweimal täglich im Melkstand steht und die Kühe melkt. Im Krankheitsfall springt auch sein Bruder Volker ein und in der Erntezeit können sich die Bülls auf Freunde verlassen. Gut 100 Tonnen Kartoffeln erntet Andreas Büll auf seinen fünf Hektar.

Für die Qualität seiner Speisekartoffeln sind die Bülls bekannt. Von der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein ist der Betrieb, genauer gesagt ausgezeichnet worden. Seit 30 Jahren und damit seit Beginn des Gütezeichens lässt die Familie ihre Kartoffeln einer Qualitätskontrolle unterziehen. „Vor 30 Jahren setzte dieses neue Qualitätszeichen einen Meilenstein in der Kartoffelwirtschaft“, sagte der Landwirtschaftskammerpräsident Claus Heller auf der Feierstunde, bei der die Urkunden verliehen wurden. Für die schleswig-holsteinischen Landwirte bedeutete dies ein Alleinstellungsmerkmal gegenüber den Mitbewerbern.

„Von der Pflanzung bis zum Verkauf werden die Kartoffeln kontrolliert“, sagt Andreas Büll.“ Die Knollen erhalten das Gütesiegel der Landwirtschaftskammer , wenn sie weniger als 100 Milligramm Nitrat pro Kilogramm enthalten - also als Babynahrung geeignet sind. „Unsere Kartoffeln liegen immer so bei bei 40 Milligramm“, sagt Andreas Büll. Aber auch die Kocheigenschaften der Sorte und ein hervorragender Geschmack machen die Gütezeichen-Kartoffel aus.

Die Einhaltung der Auflagen bedeutet zwar weniger Ertrag aber auch eine höhere Qualität. Um das zu erreichen, reduziert Andreas Büll die Düngung. Um zu ermitteln, wieviel gedüngt werden kann, lässt er Bodenproben nehmen, um auf den optimalen Punkt hin ergänzend zu düngen.

Gelagert werden die Kartoffeln bei vier Grad Celsius und einer relativen Luftfeuchtigkeit von 96 Prozent. Im Angebot hat der Hof Büll die Sorten Linda, Belana, Afra und Laura und als Frühkartoffel die Sorte Annabell. Verkauft wird die Ernte im örtlichen Edeka-Markt, auf dem Hof Stubbe oder direkt vom Hof Büll.

Seit einiger Zeit sorgen die vier Hochlandrinder Olga, Olivia, Nelly und Sammy auf dem Hof für Abwechslung und auch Arbeit für Jung und Alt. „Sammy ist vor einem Jahr auf dem Hof geboren und befindet sich jetzt in der Pubertät“, sagt Andreas Büll, der den jungen Bullen immer wieder auf dem Hofgelände einfangen muss. „Seine Mutter Nelly hat ihn nicht angenommen“, erzählt Conny Büll. Die ersten fünf Monate wurde das Kalb daher mit der Flasche großgezogen. Alle drei Hochland-Kühe sind mittlerweile wieder trächtig. Im Mai wird der nachwuchs erwartet. Die schottische Hochlandherde auf dem Hof soll mit den Jahren größer werden und sich zu einer weiteren wichtigen Einnahmequelle entwickeln.

>Auf der Veranstaltung „30 Jahre Gütezeichen für Speisekartoffeln“ wurden neben dem Betrieb Büll auch der Hof von Peter und Markus Barnert Göheby/Fleckeby sowie der Betrieb von Rolf Peters aus Weseby ausgezeichnet.



zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen