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Eckernförder Zeitung

21. August 2017 | 01:13 Uhr

Geocaching : Auch Tiere brauchen ihren Schlaf

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Geocacher sind auch nachts unterwegs und können dabei Waldtiere aufscheuchen. Die Jagdpächter wollen nun mit den Schatzsuchern ins Gespräch kommen.

Es ist 23.30 Uhr. Doris Jacobi ist vom Nachtjagen von ihrem Ansitz im Schnaaper Buchenwald zu ihrem Auto zurückgekehrt. Da sieht sie einen grellen Lichtstrahl. Menschen reden. Sie lachen. Sie sind Geocacher auf digitaler Schatzsuche. Ein abenteuerliches Unterfangen – für Mensch und Tier.

Denn nicht weit vom Wald entfernt verläuft die viel befahrene B 76. Die Tiere werden von den unerwarteten Besuchern aufgeschreckt und flüchten – womöglich auf die Bundesstraße, auf der sie von einem Auto erfasst werden. Sie erleiden so schwere Verletzungen, dass sie von den Jägern erlöst werden müssen.

Aber nicht nur für die Waldbewohner kann das nächtliche Zusammentreffen mit Geocachern schwerwiegende Folgen haben: Begegnen die Schatzsucher einer Bache mit Jungen, könnte die Wildschweindame zum Angriff übergehen, um ihren Nachwuchs zu schützen. Mit ihren Haken kann sie Menschen schwere Verletzungen zufügen. Gefährlich können für Menschen auch Jäger, die sich nachts auf dem Ansitz befinden, und die sumpfigen Brüche am Noor und rund um die Schnaaper Seen werden.

Seit einiger Zeit beobachten Doris und Uwe Jacobi, die Jagdpächter auf Schnaap sind, dass immer wieder Geocacher im Schnaaper Wald unterwegs sind. Das sei auch kein Problem, so lange sie auf den Waldwegen blieben. Tagsüber dürften sie sich laut dem Schleswig-Holsteinischen Waldgesetz auch abseits der Wege aufhalten. Aber: „Eine Stunde nach Sonnenuntergang bis eine Stunde vor Sonnenaufgang dürfen die Waldwege nicht mehr verlassen werden“, betont Uwe Jacobi. Schließlich müsse das Wild auch mal seine Ruhe haben. „Durch grelle Lichter werden zudem Nachtvögel und Fledermäuse irritiert“, sagt er und betont: „Wenn Wild nachts unverhofft auf Menschen trifft, ist das für die Tiere traumatisch.“ Sie kämen oft wochenlang nicht mehr an diese Stelle zurück. Im Schnaaper Wald leben Reh-, Schwarz- und Niederwild, Damwild zieht durch.

Auch in anderen Hegeringen gebe es Probleme mit Geocachern, berichtet Uwe Jacobi, der Öffentlichkeitsreferent der Kreisjägerschaft Eckernförde ist. Wenn Geocacher auf den Wegen blieben, sei das gar kein Problem, sagt Uwe Jacobi. „Es ist schön, wenn Eltern mit ihren Kindern in die Natur gehen.“ Sie wollen ein gutes Verhältnis zu den Geocachern und bieten Schatzsuchern an, gemeinsam mit ihnen nach geeigneten Verstecken zu suchen oder den Kontakt zu Hegeringleitern herzustellen, damit die Tiere wieder ruhige Nächte haben.


> Interessierte können über die Internetseite der Kreisjägerschaft Eckernförde, www.kjs-eckernfoerde.de, Kontakt zu Uwe Jacobi aufnehmen.

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erstellt am 21.Okt.2013 | 06:05 Uhr

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