Brand : Auch in Zukunft Betrieb im Gasthof Blumenthal

Eine elektrotechnische Ursache löste den Brand im Gasthaus Blumenthal aus. Imke Marten und ihr Vater Klaus Marten bergen Dokumente und Unterlagen. In Kürze werden die Räume entkernt und dekontaminiert , bevor wieder saniert wird.
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Eine elektrotechnische Ursache löste den Brand im Gasthaus Blumenthal aus. Imke Marten und ihr Vater Klaus Marten bergen Dokumente und Unterlagen. In Kürze werden die Räume entkernt und dekontaminiert, bevor wieder saniert wird.

Gasthaus Blumenthal wird nach Brand wieder saniert / Nächste Generation plant die Fortführung

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01. März 2017, 06:16 Uhr

Holzdorf | Der Betrieb des Gasthauses Blumenthal wird nach einer Unterbrechung fortgesetzt. Nach Gesprächen im Familienrat wird Inhaber Kirsten-Fritz Schultze und seine Schwester Astrid Marten den Gasthof wieder aufbauen und für die nächste Generation vorbereiten. Diese Entscheidung fiel den Familien Schultze und Marten um so leichter, nachdem die kriminalpolizeilichen Ermittlungen und Aussagen von Brandsachverständigen einen elektrotechnischen Defekt als Brandursache ermittelt hatten (wir berichteten).

„Mein Sohn Karsten wird nach seiner Bundeswehrzeit in den Betrieb einsteigen, unterstützt von Imke, Tochter meiner Schwester Astrid“, berichtete Kirsten-Fritz Schultze, der gestern erstmalig in die ausgebrannte Gaststube ging. „Nur gut, dass ich in der Nacht keinen Schlüssel für die Gaststube hatte, sonst wäre ich da reingerannt“, sagte er gestern. Nur gut, dass niemand zu Schaden gekommen ist.

Nach der Freigabe des Gebäudes durch die Kripo verschafften sich gestern zwei Firmen für Brandschadensanierungen einen Überblick, um Angebote abzugeben. Wenn alles gut geht, kann schon in dieser Woche mit der Sanierung begonnen werden, sagte Lars Damrau von der Firma Prüfer-Service. Sanieren heißt zunächst Sicherung von wenigen noch brauchbaren, oder wichtigen Objekten. Dann aber beginnt die umfassende Demontage. Ist alles raus, beginnt die Dekontamination der Oberflächen. Bei dem Brand waren auch Kunststoffe verbrannt, deren Überreste in Form von PAK ( Polycyclisch aromatischen Kohlenwasserstoffen) und Chlorverbindungen als Belag überall zu finden sind, erklärte Damrau.

„Obwohl es im Saal nicht gebrannt hat, riecht alles nach Rauch – Sitzpolster und Vorhänge, alles“, berichtete Imke Marten (31). Gemeinsam mit ihrem Vater Klaus Marten barg sie gestern im Schutzanzug und mit Mundmaske wichtige Dokumente und Ordner aus dem Büro. „Es ist schlimm, wie es hier aussieht“, sagte Klaus Marten, der froh und erleichtert ist über die Ermittlung der Brandursache. „Das ist ein gutes Gefühl“, sagte er. Und auch Adelgunde Schultze (82) ist froh. Sie freut sich, dass ihre Enkel die Absicht haben den Familienbetrieb später fortzuführen. „Imke ist hier groß geworden, die kennt alle“, sagte sie. Nun schauen sie nach vorne und krempeln die Arme hoch. Ihre Hoffnung aber, mit dem Staubsauger mit dem Aufräumen zu beginnen, musste sie aufgeben. Stattdessen begrüßte sie Waldemar Behn aus Eckernförde. Der Spirituosenhersteller und Logistiker für Getränke wollte seine Hilfe anbieten.

Währenddessen hatten Klaus und Imke Marten weitere Ordner aus dem verrußten Büro, das direkt hinter dem Brandherd lag, sichergestellt. Die Ordner werden auf der Terrasse gelagert, ins Haus kommen die nicht, da legt Astrid Marten Wert drauf. „Wenn ich den Rauch schon rieche, das geht überhaupt nicht“, sagte sie. Auch sie ist erleichtert über die Perspektive, die der Betrieb mit der nächsten Generation hat. Sie geht davon aus, dass sie noch lange an den Brand erinnert werden. Immer wieder werden sie merken, wenn etwas fehlt, dass auch das im Feuer zu Schaden kam. Lassen sich Möbel, Tresen, der erst im Dezember neu eingebaut wurde, oder sonstige Einrichtung leicht ersetzten, so werden sie viele persönliche Dinge verlieren. Der Rauch und die giftigen Gase sind in alle Ritzen und Schränke gezogen, berichtete Imke Marten. Brandsanierer Damrau gab den Tipp, Fotos aus den Gasträumen digital abzufotografieren, zu erhalten sind sie nicht mehr.

Um nicht ganz von vorne anfangen zu müssen, hofft Astrid Marten, dass sie die Festplatte des Computers noch auslesen können. „Dann hätten wir zumindest viele Kontaktadressen und Vorlagen“, sagte sie. Wann sie wieder öffnen können, das können Schultze und Marten noch nicht sagen.

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