Naturschutz : Au soll wieder wie früher fließen

Umweltschützer und Bodenverband wollen die Flächen an der Diekwiese in Bistensee artenreicher gestalten und die Au renaturieren. Ernst Steffen, Hans Ulrich, Peter Heidel, Detlef Kroll, Karl Klinke sowie Willy Neumann (von links) wollen im August mit den sogenannten hydromorphologischen Arbeiten beginnen.
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Umweltschützer und Bodenverband wollen die Flächen an der Diekwiese in Bistensee artenreicher gestalten und die Au renaturieren. Ernst Steffen, Hans Ulrich, Peter Heidel, Detlef Kroll, Karl Klinke sowie Willy Neumann (von links) wollen im August mit den sogenannten hydromorphologischen Arbeiten beginnen.

Bach in Ahlefeld-Bistensee soll renaturiert werden. Das Gewässer wird so zum naturnahen Lebensraum umgestaltet.

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17. Mai 2018, 08:58 Uhr

Bistensee | Das natürliche Schlängeln eines Baches heißt Mäandern, damit reduziert sich die Fließgeschwindigkeit. Außerdem werden an den entstehenden Kurven die Flächen vergrößert, auf denen sich die Sedimente ablagern, so kann der Sand in gewissen Abständen abgefahren werden, damit das Gewässer nicht versandet. Der Name des Gewässers, das zwischen Bistensee und Fresenboje verläuft, ist auch beim Verein zur Förderung des Umweltschutzes und der Landschaftspflege im Raum des Naturparks Hüttener Berge (VFUL) nicht genau bekannt. Als „Obere Sorge“ würde es bezeichnet werden, die meisten sagen einfach nur „die Au“, wie Willy Neumann, Vorsteher des Wasser- und Bodenverbandes Obere Sorge, berichtet.

Ziel des Vereins ist es, die Au und die gesamte angrenzende Fläche wieder in einen guten ökologischen Zustand zu versetzen, so wie es die Wasserrahmenrichtlinie der Europäischen Union vorsieht. Daher hat der Verein mit seinem Vorsitzenden Hans Ulrich rund acht Hektar an der Au gekauft. Das Geld dafür kommt vom Kreis, der wiederum auf Ersatzzahlungen zurückgreifen kann, die von Windkraftbetreibern als Ausgleich für den Eingriff in Natur und Landschaft geleistet werden. „Die Zusammenarbeit mit dem Kreis klappt hier hervorragend“, lobt Ulrich die Behörde, ebenso mit der Landgesellschaft, die den Kontakt zu den Eigentümern herstellte.

Die Fläche soll intensiv beweidet werden – kein Dünger, keine Pestizide – um die Nährstoffe zu minimieren. Biolandbauer Dirk Dreeßen aus Damendorf wird Schafe und Rinder dort laufen lassen. „Die Fläche soll Kulturland bleiben“, sagt Projektplaner und Bauleiter Peter Heidel. Früher wuchsen Orchideen auf der Fläche.

Ein interessantes Projekt auch für die Wissenschaft. Ende Juni werden Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Geobotanik vor Ort sein, um die Pflanzenvorkommen zu kartieren. Um den bislang schnurgeraden Verlauf der Au auf einer Länge von mehreren hundert Metern zu verändern, soll ab August der Bagger rollen. Hydromorphologische Arbeiten nennen sich die Maßnahmen, die Schwung in das Gewässer bringen und auch zu Überschwemmungsflächen führen sollen. An der Stelle, an der die Strömung auf das Ufer prallt, wird Material, Sand und Steine, abgetragen. Der Bachlauf nimmt dieses Material mit und lagert es weiter stromabwärts auf der gegenüberliegenden Seite eines solchen Prallhangs ab.

Auch die Unterhaltung des Gewässers durch den Wasser- und Bodenverband soll durch das Projekt künftig deutlich geringer werden.

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