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Beten mit den Fuessen : Atem holen in der Natur

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Frauen schöpfen Kraft bei Wanderung rund um den Bülker Leuchtturm

Der Jakobsweg gilt als Pilgerreise schlechthin. Dass man zum Pilgern aber nicht die Strapazen eines Weges bis ins spanische Santiago de Compostela auf sich nehmen muss, bewiesen am Sonnabend elf Frauen, die unter Leitung von Susanne Mikloweit-Wittköpper und Marion Blumenhagen an einer Pilgerwanderung des Frauenwerks des Kirchenkreises Altholstein teilnahmen, einer Pilgerwanderung zum Kennenlernen. Vom Treffpunkt in Strande führte sie ihr Weg an der Küste entlang über Bülk zur Steilküste in der Eckernförder Bucht und über Alt-Bülk zurück nach Strande.

Drei Stunden etwa waren für die neun Kilometer lange Strecke – inklusive Unterbrechungen – eingeplant, auf der die Frauen ihren hektischen Alltag unterbrechen und zu sich selber finden konnten. Am Start zogen die Teilnehmerinnen – sie kamen aus dem gesamten Gebiet des Kirchenkreises, von Kiel über Neumünster bis nach Plön – kleine Kärtchen mit verschiedenen Texten, die zum Nachdenken anregen und die die Teilnehmerinnen über den Tag und vielleicht auch darüber hinaus begleiten sollten. Während sie in Stille gingen, konnte, wer wollte, über seinen Text nachdenken, während der Pausen konnte mit anderen über die Texte philosophiert werden. Gemeinsames Schweigen, bewusstes Innehalten, die kleinen Texte oder auch gemeinsam gesungene Lieder machten aus einer einfachen Wanderung eine Pilgerwanderung, eine Reise ins Ich.

Pilgerwanderungen sind nichts Neues beim Frauenwerk Altholstein. Teils folgt man Abschnitten bekannter Wege wie dem Ochsenweg im Norden des Landes oder auch dem Mönchsweg, der von Glückstadt nach Fehmarn führt, teils sucht man andere Wege, wie zum Beispiel den Rundweg um Strande, wo man Atem holen kann und in der Natur an der Ostsee neue Kraft findet. „Beim Laufen passiert viel – wir gehen in Stille, denken über die Texte nach und sind untereinander zusammen mit der Natur. Pilgern ist ‚Beten mit den Füßen’“, sagten Susanne Mikloweit-Wittköpper und Marion Blumenhagen, die auch betonten, dass die Pilgerwanderungen immer ökumenisch sind – jeder kann teilnehmen. Mitbringen sollte man allerdings Naturverbundenheit sowie ein Lunchpaket, etwas zu trinken und festes Schuhwerk.

Angesichts des strahlenden Sonnenscheins, der die Frauen am Sonnabendvormittag begleitete, konnte das Regenzeug allerdings zu Hause gelassen werden bei dieser „Reise ins Ich“.


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erstellt am 30.Okt.2013 | 06:34 Uhr

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