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Abschied nach 45 Jahren in der Kommunalpolitik : Ascheffel feiert einen großen Abschied

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Rund 300 Gäste bei Abschiedsfeier von Günther Petersen / Ernennung zum Ehrenbürgermeister von Ascheffel

von
erstellt am 08.Jun.2015 | 06:11 Uhr

„Danke, Günther!“ hieß es von allen Seiten. Ob Kindergarten, Sportverein, Verwaltung oder Politik – sie alle wussten um die verlässliche Unterstützung ihres langjährigen Bürgermeisters Günther Petersen. Alle Vereine und Verbände dankten am Sonnabend dem 76-Jährigen für seine Verdienste. Die Gemeinde hatte auf dem Sportplatz zu einer Verabschiedungsfeier in das große Festzelt geladen und rund 300 Bürger, langjährige Weggefährten und Freunde kamen.

Nach 45 Jahren in der Gemeindevertretung, davon 29 Jahre als Bürgermeister hatte Petersen zum 30. April seine Ämter noch während der laufenden Legislaturperiode niedergelegt. Schon bei seiner Wiederwahl 2013 war dieser Schritt mit seinem Stellvertreter Jörg Harder abgesprochen. Die großen Projekte Aschberg, Gewerbe- und Wohngebiet wollte er noch selbst zum Abschluss bringen. Nicht nur damit hat Günther Petersen einen besonderen Platz in der Dorfgeschichte sicher, die ganze Region Hüttener Berge hat er mitgeprägt.

Die Gemeindevertretung hatte daher entschieden, ihm den Titel des Ehrenbürgermeisters zu verleihen. Der Platz unter dem Storchennest, wo zuletzt der neue Pavillon feierlich eingeweiht wurde, soll an ihn erinnern. Sein Nachfolger als Bürgermeister , Jörg Harder, enthüllte das Straßenschild mit dem Schriftzug „Bürgermeister-Petersen-Platz“.

„Du hast durch deine offene Art viel erreicht“, sagte Jörg Harder. Bei den Entscheidungen sei Günther Petersen immer mit viel Weitsicht herangegangen, er sei auch hartnäckig geblieben – das sei die richtige Einstellung für dieses Amt gewesen. Harder erinnerte vor allem an den Aufbau der Wasserversorgung. Ein Projekt, bei dem Günther Petersen viel Gegenwind bekommen hätte. Der Bau des Feuerwehrgerätehauses 1986 und das städtebauliche Förderprogramm, bei dem rund 2 Millionen Euro eingeworben werden konnten waren weitere Erfolge seiner Amtszeit. Auch der stellvertretende Amtsvorsteher Jens-Peter Frank habe Petersen in den sieben Jahren der Zusammenarbeit als fachlich kompetenten, erfahrenen und liebenswerten Kollegen kennen gelernt. 10  605 Diensttage als Bürgermeister habe Petersen hinter sich, hatte Amtsdirektor Andreas Betz ausgerechnet und er betonte:. „Sicherlich waren es gut 30  000 Stunden, die du in deiner Freizeit für dieses Ehrenamt gearbeitet hast.“ Sieben Bebauungspläne mit insgesamt rund 70 Wohneinheiten seien in den Jahren aufgestellt worden. „Du hast aus Ascheffel ein lebendiges Dorf gemacht“, lobte auch Kreispräsident Lutz Clefsen das Wirken Petersens. Allein in den vergangenen zehn Jahren sei die Einwohnerzahl um 18 Prozent gestiegen.

„Ich bin überwältigt“, sagte Günther Petersen nach den vielen Beiträgen. Auch er hatte zu danken, für die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Verwaltung und Vereinen.

Ohne Entbehrungen konnte Petersen dieses Ehrenamt so nicht ausüben. Und so wussten alle, wem sie noch zu danken hatten. Ehefrau Wilma hat Günther Petersen stets den Rücken frei gehalten, viel Verständnis und ihn mit Fürsorge begleitet.

Mit Liedern dankten Kindergarten, Grundschule und Spielmannszug Günther Petersen für sein Engagement. Wehrführer Jens Engel, Michael Endler vom Sportverein, Pastorin Kerstin Hansen-Neupert und ehemalige Gemeinderatsmitglieder zählten zu den weiteren Laudatoren. Einen Notfallkoffer hatte die DRK-Vorsitzende Ursel Hamann dabei. Flaschen mit Luft aus dem Kreishaus und der Amtsverwaltung waren darin ebenso zu finden, wie Millimeterpapier, das Petersen als Bauingenieur und Planer vieler Projekte immer gebraucht habe. Und eine Notfallnummer durfte nicht fehlen – die von Bürgermeister Jörg Harder.

Die Theatergruppe aus dem Dorf schrieb das Märchen von Hans im Glück auf ihren Alt-Bürgermeister um. Mit einem Korb voller Zeit nahm der rege Tauschhandel von Günther Petersen – gespielt von Claus Nielsen – seinen Anfang. Zuerst war da die Karnevalsgruppe „Mixed Pickels“, denen sich Günther Petersen anschloss, dann Sportverein, Bürgermeister Peter Rathmann – alle wollten was von seiner Zeit. Auch für das Wasserwerk und auf dem Gemeindetrecker wurde er aktiv, bis sein Korb mit Zeit leer wurde. „Jetzt ist Schluss“, rief er dann plötzlich und holte sich die Zeit von allen zurück, befreite sich mit einem Schlag von den Sorgen und sagte: „Und wenn ihr noch was habt, dann fragt doch den Harder“.

 

 

 

 

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