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Eckernförder Landschaftsschutz : Arten- und Naturvielfalt am Goossee

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Der Naturschutzbund führt interessierte Besucher durch das stadtnahe Biotop. Seit 36 Jahren ist der Nabu im Einsatz zur Renaturierung der Goosseewiesen.

Eckernförde | So manch ein Spaziergänger, der schon einmal an dem verschlossenen Tor der Goosseewiesen vorbeigekommen ist, wird sich vielleicht gefragt haben, was sich genau hinter dem Zaun des Landschaftsschutzgebietes abspielt. Der Naturschutzbund Deutschland, Ortsgruppe Eckernförde, weiß es genau, er pflegt dieses natürliche Fleckchen Erde am südlichen Stadtrand Eckernfördes. Am vergangenen Sonntag lud der Nabu alle Interessierten ein, um dieser Antwort auf den Grund zu gehen.

Seit 1981 hat es sich der Nabu in Eckernförde zur Aufgabe gemacht, die Goosseewiesen von einer stark bewirtschafteten Fläche in ein ursprüngliches Dauergrünland mit einer großen Artenvielfalt zu verwandeln. In den letzten Jahrzehnten sind so unter anderem sandige Trockenrasenflächen, wiedervernässte feuchte Wiesen, etwa 600 Meter Knicks und eine Wasserfläche von 4000 Quadratmetern mit einer Menge tierischer Bewohner entstanden.

Um diese Artenvielfalt auch mit den Menschen in Eckernförde zu teilen, veranstaltet der Nabu schon seit mehreren Jahren Führungen durch das sonst für die Öffentlichkeit gesperrte Biotop. Auch in diesem Jahr waren trotz Regen zwanzig Naturfreunde dem Angebot gefolgt. Ihre Motivationen waren sehr verschieden. Die Eckernförder Schülerin Stine Voss (16) trieb ein Vortrag in der Schule zu der Führung. „Vor ein paar Wochen besuchte uns der Naturschützer Robert Marc Lehmann in der Schule und berichtete sehr eindringlich von dem großen Artensterben, das gerade auf der ganzen Welt stattfindet“, erzählt Stine, „Er motivierte uns, sich für die Umwelt einzusetzen. Deshalb habe ich recherchiert und bin so auf den Nabu in Eckernförde gestoßen.“

Bedrohte Arten gibt es in dem Landschaftsschutzgebiet in großer Zahl. Der Schutzgebiet-Betreuer Jürgen-Peter Schmidt kennt das Gebiet seit 32 Jahren und machte die Besucher mit großer Leidenschaft auf die vielen seltenen Tier- und Pflanzenarten aufmerksam. Wasserschlauch, Storchschnabel und Krebsschere sind nur einige der vielen verschiedenen Pflanzen, die auf den Goosseewiesen wachsen und gedeihen. „Um die Flora der Wiesen zu erhalten, werden diese extensiv, sprich, mit wenigen Tiere auf einer großen Fläche von Heidschnucken beweidet“, erklärt Schmidt. „Außerdem sind Heidschnucken bedeutend günstiger als Lohnarbeiter“, fügt er schmunzelnd hinzu.

Doch die Goosseewiesen sind nicht nur von einer großen Zahl Heidschnucken, sondern unter anderem auch von vielen verschiedenen Amphibien wie Fröschen und Kröten und Säugern wie Rehen und Wildschweinen beheimatet. Am Ende der Führung überraschte Schmidt die Gruppe noch mit einer seltenen Ringelnatter, die er unter einem Wellblech entdeckte.

Zum Abschluss der gelungenen Naturführung konnten sich die begeisterten Gäste mit einem selbstgepressten Apfelsaft an der Nabu-Hütte erfrischen.



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