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Jahrestreffen der dänischen minderheit : Årsmøde: Großer Auftritt der dänischen Minderheit

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Dänische Minderheit spielt Vorfall von 1951 nach, als sich eine Fahne selbstständig machte

shz.de von
erstellt am 23.Mai.2017 | 06:24 Uhr

Eckernförde | Einmal im Jahr feiert die dänische Minderheit ihre Zugehörigkeit zu Dänemark und die damit verbundene dänische Gesinnung südlich der Grenze: Auch in Eckernförde ist das Jahrestreffen (Årsmøde) immer wieder eine große Sache: Alle dänischen Institutionen und Vereine präsentieren sich dann auf dem IF-Sportplatz im Hans-Christian-Andersen-Weg, dänische Minister halten Reden, Sportler zeigen Flic-Flacs, und Kinder tummeln sich zwischen Spielen und Kuchenstücken. In diesem Jahr jährt sich das Treffen am Sonnabend, 10. Juni, zum 70. Mal, weshalb eine alte Tradition wieder aufleben soll: Wie früher wird wieder ein Umzug durch die Stadt führen. Im Jahr 1951 hatte der Eckernförder Umzug sogar Auswirkungen auf die gesamte Region.

Damals war es durch die britische Besatzungsmacht verboten, auf Veranstaltungen Fahnen und Flaggen zu präsentieren – auch die dänische. Seit 1947 – dem ersten Jahrestreffen in Eckernförde – hatte man sich daran gehalten, jedoch einen Kniff gefunden, dennoch den geliebten „Dannebrog“ dabei zu haben: Die Fahnen wurden aufgerollt und zusammengeknotet. Im Jahr 1951 jedoch löste sich der Knoten einer großen Fahne, sie entrollte sich während des Umzugs und wehte bis zum Ende offen im Wind – ein Skandal.

„Die Zeitung berichtete damals darüber, der Vorfall landete sogar beim Innenminister des Landes“, sagt Gitte Hougaard-Werner, Vorsitzende des Årsmøde-Ausschusses. „Schließlich stellte sich heraus, dass das Verbot nirgendwo schriftlich festgehalten war, und so wurde von diesem Zeitpunkt auf jedem Jahrestreffen in ganz Südschleswig wieder der Dannebrog unverknotet gezeigt.“ Ob sich der Knoten damals tatsächlich zufällig löste oder ob dabei nachgeholfen wurde, weiß heute nur noch Hans-Jörg Petersen, der damals dabei war und sich in Eckernförde über Jahrzehnte für die dänische Minderheit einsetzte, unter anderem als SSW-Vertreter in der Ratsversammlung. Er will ebenfalls zum Jahrestreffen kommen und vielleicht das Geheimnis lüften.

Die Tradition des Umzuges verschwand, doch jetzt soll sie wieder aufleben: Am 10. Juni soll der damalige Vorfall bei einem Umzug (14 bis 15 Uhr) vom Exer bis zum IF-Sportplatz nachgestellt werden. Um 15 Uhr beginnt das Treffen auf dem Sportplatz im Hans-Christian-Andersen-Weg (Eintritt 1 Euro), wo sich Vereine und Institutionen präsentieren. Es gibt Spiele, Tombola, Schnitzeljagd, Kistenstapeln, Flohmarkt und Fußball, ein großes Planschbecken, einen Zauberer und natürlich auch Imbissstände – vom dänischen Hot Dog bis zum Kuchenbuffet. Eine Rede wird unter anderem Mette Bock, die dänische Kultur- und Kirchenministerin, halten. Es folgen Grußworte und Schüleraufführungen und ein Auftritt der Gymnastikgruppe aus dem dänischen Hedensted (16.55 Uhr), die schon oft mit Salti und Flic-Flacs die Gäste in ihren Bann gezogen hat. Ein Jubiläums-Bingo bildet den Abschluss.

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