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Ausgrabungen in Schönhagen : Archäologen bergen 2800 Fundstücke

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Fundstücke der Ausgrabungen werden jetzt in Kiel ausgewertet / Forscherteam plant Infoabend in Schönhagen

von
erstellt am 13.Okt.2017 | 06:28 Uhr

In Schönhagen lebten Steinzeitmenschen. Den Nachweis, dass zwischen etwa 2900 und 2600 Jahren vor Christus dort eine Besiedlung bestand, den erbrachten in den vergangenen Wochen Studenten der Christian-Albrechts-Universität Kiel, die Ausgrabungen zwischen Holmer Weg und dem Spielplatz am Strand vornahmen (wir berichteten).

„Wir ziehen ein sehr gutes Fazit“, berichtete Dr. Jan Piet Brozio, der die Studenten des Fachbereichs Ur- und Frühgeschichte in Schönhagen begleitete und ausbildetet. Insgesamt 2800 Funde, allesamt gut erhalten, bargen die Grabungsteilnehmer aus sechs Abschnitten. Unter den Funden waren vor allem viele Flintsteinbruchstücke, aber auch Knochen von Rindern, Schafen und Ziegen sowie von Vögeln, wie Brozio berichtete. Außerdem fanden sie Knochensplitter, die die Menschen damals als Nähwerkzeug nutzten. Diese große Vielfalt an Funden sei etwas Besonderes und lege die Vermutung sehr nahe, dass dort eine Besiedlung zwischen 2900 und 2600 Jahren vor Christus bestand. Und sie seien sich sicher, dass dort auch große Geräte wie Steinbeile hergestellt wurden.

In dieser Woche musste die Grabung allerdings eingestellt werden. „Es war einfach zu viel Wasser“, berichtete Brozio. Sie hätten zwar starke Pumpen im Einsatz gehabt, aber am Ende seien die Arbeiten nicht mehr sinnvoll, „es ist sehr matschig“. Sie werden diese Woche einpacken und in Kiel im Institut ihre Funde auswerten und analysieren. Erst danach könnten sie auch sagen, ob es Sinn mache, im kommenden Jahr erneut zu graben und die Ausgrabung auszuweiten. In jedem Fall planen Brozio und die Studenten verschiedener Fachsemester, in Schönhagen einen Infoabend über ihre Ausgrabung anzubieten. Derzeit befinden sie sich noch in der Terminabsprache.

Für die Studenten waren die knapp vierwöchigen Grabungen sehr lehrreich. Durch viele verschiedene Fundstücke konnten sie vor allem praktische Erfahrungen sammeln.

Hinweise auf eine mögliche Siedlung oder eineb Lagerplatz aus der Steinzeit in dem Bereich gab es seit 2007. Damals fanden Probebohrungen des Archäologischen Landesamtes für ein Bauvorhaben auf der Fläche in Schönhagen statt. Das Vorhaben zerschlug sich allerdings. Die Nachforschungen wurde eingestellt. Die aktuellen Grabungen durch die Uni Kiel waren für die Gemeinde Brodersby kostenneutral.

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