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Carlshöhe : Arbeitsplätze, Eigenheime und die Umsetzung einer Vision

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Wie der Software-Unternehmer Wolfram Greifenberg eine Marinekaserne zu einem neuen Stadtteil umbaut: Eine Vision, viel Tatkraft und viel Geld. Im Jahr 4 nach dem Einzug des ersten Mieters sind die meisten Arbeiten erledigt. Aber es wird bis 2017 kräftig weitergebaut.

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erstellt am 16.Apr.2014 | 06:28 Uhr

Eckernförde | Die neue Carlshöhe feiert vierjährigen Geburtstag. Am 15. April 2010 zog mit der wind 7 AG der erste gewerbliche Mieter ins Haus Jungmann ein. Und das Geburtstagskind steht strahlend da und ist innerhalb kürzester Zeit zu einem neuen, lebendigen Stadtteil herangewachsen.

Für die richtige Aufbaukost in Form von Ideen, Tatkraft und reichlich finanzieller Zuwendung sorgt seit 2009 Dentalsoftware-Unternehmer Wolfram Greifenberg (63, Dampsoft). Er hat die 15 Hektar große frühere Marinekaserne gekauft und möchte dort bis 2017 sein „Altersprojekt“ zum Abschluss bringen. Dafür greift er kräftig in seine private Rücklage und investiert rund 100 Millionen Euro – ohne öffentliche Förderung. Greifenberg möchte sich erstens nicht dreinreden lassen und verfügt zweitens dank seines unternehmerischen Erfolgs über sehr gut gefüllte Konten. „20 Millionen Euro sind permanent in Bau“, sagt Greifenberg. Investitionen, mit denen er 50 000 Quadratmeter Wohn- und Arbeitsfläche schafft.

Seine Vision, in sieben Jahren aus einer Militärruine einen blühenden Stadtteil zu machen, ist greifbar. Schon jetzt nach nur vier Jahren Aufbauarbeit macht die neue Carlshöhe einen blendenden Eindruck. Die Hälfte der Gebäude wurde zwar abgerissen, aber eben auch die andere Hälfte erhalten. Und so punktet das Areal mit einer gelungenen Mischung aus sanierten Alt- und hochmodernen Neubauten im Bauhaus-Stil.

Das Projekt in Zahlen:

>Angesiedelt haben sich bislang 25 Firmen aus unterschiedlichen Branchen mit rund 150 Arbeitsplätzen.

>Bezogen sind 49 Eigentumswohnungen, vier Einfamilienhäuser, 36 Mietwohnungen.

> Es gibt 30 Künstlerateliers.

>In Bau befinden sich weitere vier Eigenheime und 13 Eigentumswohnungen.

>Die Garagen werden abgerissen, im Anbau am Showpalast wird Lagerraum geschaffen.

> 2015 werden 20 Mietwohnungen gegenüber dem Seniorenheim sowie 18 exklusive Eigentumswohnungen in vorderster Linie zum Noor gebaut. Ebenfalls geplant ist der Verkauf von fünf bis sechs Einfamilienhaus-Grundstücken im Grüngürtel vor den vier erstgebauten Parkhäusern. Greifenberg verzichtet auf die Möglichkeit, dort sein Baurecht für vier weitere mehrgeschossige Parkhäuser mit Tiefgarage auszuüben. Damit will er eine weitere Verdichtung verhindern.

> 2016 ist der Neubau von 36 Eigentumswohnungen in vier Gebäuden sowie der Bau eines selbstbetriebenen Hotels mit 76 Zimmern nordwestlich des Showpalasts geplant. Restaurants, Wellness und Veranstaltungsräume sollen in erster Linie den Tagungsgästen unter anderem der auf Carlshöhe angesiedelten und zum Greifenberg-Imperium gehörenden Akademie Dampsoft mit ihrem umfangreichen Kursprogramm zur Verfügung stehen.

> 2017 Fertigstellung. „Ich wollte Carlshöhe schnell beleben, das ist gelungen“, sagt Greifenberg. Er ist nach wie vor Herz und Motor des Ganzen und wird es trotz der Übergabe des Stammhauses an seine Söhne Janico und Janosch auch bleiben. Es treibt ihn seine „Vision“ von Carlshöhe: die Belebung, unterschiedliche Nutzung, die weitgehend autofreie Zone, der große Park, der für alle erlebbar bleiben soll. Der Erhalt der Lindenallee, die freiwillige Unterschutzstellung eines Alt-Gebäudes, in dem heute der N. V. Verlag seine Seekarten weltweit vertreibt, der Verzicht auf Verdichtung und das Engagement für Kultur und Künstler machen aus Carlshöhe etwas ganz Besonderes – einen lebendigen Stadtteil, von dessen Vitalität ganz Eckernförde profitiert. Vielleicht findet die Erfolgsgeschichte sogar eine Fortsetzung: Falls die benachbarte Preußerkaserne nach dem Auszug der Soldaten verkauft wird, möchten die Greifenbergs ein Gebot abgeben.

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