Beruf und Familie : Arbeitgeber unterstützt Berufswiedereinstieg

Nina Rahn
Nina Rahn

Nach zwei Kinder und sechs Jahren raus aus dem Beruf schaffte Nina Rahn den Wiedereinstieg in die Berufswelt. Ihr half der Arbeitsgeber mit Teilzeitarbeit, Heimarbeit und dem Angebot eines Kindertageszimmers an der Arbeitsstelle.

Dirk_Steinmetz-8463.jpg von
10. März 2014, 06:00 Uhr

Waabs | Ohne das Interesse und das Entgegenkommen ihres Arbeitgebers wäre ein Wiedereinstieg in den Beruf für Nina Rahn (34) aus Waabs nur schwer möglich gewesen. Nach gut sechs Jahren Kinderpause, ist die Mutter zweier Kinder (4 und 6 Jahre ) wieder in Teilzeit bei der Agentur für Arbeit in Kiel angestellt.

„Es ist einfach alles sehr gut gelaufen“, sagt Nina Rahn, für die sehr schnell klar war, dass sie nach den Kindern wieder arbeiten wollte. Aber eben erst, wenn die Kinder so groß sind, dass sie in eine Kindertagesstäte gehen können. Aber wie die Rückkehr in den Beruf erfolgen könnte, dass konnte sie 2007, als sie in Elternzeit ging, nicht sagen. Erst wollte sie nicht mit 20 Wochenstunden anfangen, aber die Angebote seien zu praktisch gewesen. Denn neben der Teilzeit konnte sie mit dem Arbeitgeber vereinbaren, dass sie nur an vier Tagen arbeitet, damit sie den fünften Werktag Zeit hat, um Termine mit den Kindern zu erledigen. Ganz neu seit Anfang des Jahres hat ihr Arbeitgeber ihr auch die Möglichkeit eines Telearbeitsplatzes für zu Hause eingerichtet. Und so packt sie am Vortag ihres Telearbeitstages den Arbeitscomputer ein und arbeitet am Folgetag von zu Hause.

Parallel dazu verfügt die Agentur für Arbeit über ein Eltern-Kind-Zimmer, das den Mitarbeiten dann zur Verfügung steht, wenn ihr Kind krank ist oder aber zu Hause keine Betreuungsmöglichkeit besteht. „Das habe ich schon mehrmals genutzt“, sagt Nina Rahn. In dem Raum steht ein PC-Arbeitsplatz zur Verfügung, und für Kinder stehen unter anderem eine Liege, Spielsachen und Malsachen bereit. „Gerade, wenn Arbeitsvorgänge dringend erledigt werden müssen, dann ist das eine ganz tolle Hilfe“, sagt die Waabserin.

Um weniger abhängig von Kundenbesuchen und -terminen zu sein, wechselte sie zudem aus dem Kundenservice – dort war sie vor der Geburt ihrer Kinder – in den internen Controllingbereich der Agentur. Wenn sie heute Beratungstermine absagen müsste, weil die Betreuung der Kinder eben nicht gewährleistet ist, dann hätte sie einfach ein schlechtes Gewissen gegenüber den Kunden und ihrem Arbeitgeber. Und es sei auch den Kollegen gegenüber fairer, die ja durchaus mal Arbeit übernehmen müssten.

Hilfe bietet die Agentur auch in Kooperation mit der AWO bei der Vermittlung von Kinderbetreuung an. Das könne beispielsweise dann sinnvoll sein, wenn Fortbildungen nicht in Kiel anstünden. Und wenn wirklich alle Stricke reißen, dann kann sich Nina Rahn auf ihren Partner verlassen, der ebenfalls Beamter ist und auch ihre Mutter, die einspringen, wenn sie ihre Arbeit nicht absagen kann. „Ich bin sehr zufrieden“, sagt sie, „wir würden es wieder so machen“.

Die EZ und die Gleichstellungsbeauftragte des Amtes Schlei-Ostsee laden Mittwoch, 12. März, ab 20 Uhr zu einem Vortrag ins Sportheim „Einfach Classee“ in Fleckeby ein, wo Referentin Steffi Harms vom Frauennetzwerk Wege zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie aufzeigt. Der Abend steht unter dem Motto „Gemeinsam zwischen Schreibtisch, Spüle und Spielplatz“. Wie können Haushalte Kindererziehung und Erwerbstätigkeit in einer Partnerschaft gemeinsam gelingen?

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