Haflingerzucht : Araber-Blut für edle Haflinger

Hansjürgen Engel übt mit Carolin das Führen. Die dreijährige Stute wird  jetzt im Juni beim Stammbuch Schleswig-Holstein vorgestellt.
1 von 2
Hansjürgen Engel übt mit Carolin das Führen. Die dreijährige Stute wird jetzt im Juni beim Stammbuch Schleswig-Holstein vorgestellt.

Auf dem Gestüt Linden-Hof in Basdorf werden seit 25 Jahren Edelblut-Haflinger gezüchtet. Ingeborg und Hansjürgen Engel haben schon einige Zuchtauszeichnungen erhalten. Jetzt stellen sie drei Stuten beim Pferdestammbuch Schleswig-Holstein vor.

von
12. Juni 2014, 06:00 Uhr

Rieseby | Mit drei Jahren sind sie an sich noch wie Kinder“, sagen Ingeborg und Hansjürgen Engel aus Basdorf. Die beiden züchten seit 25 Jahren Edelbluthaflinger und Haflinger. Liebevoll sprechen sie über die Stute Carolin, die im Juni mit zwei weiteren Edelbluthaflinger Stuten des Linden-Hofs beim Pferdestammbuch Schleswig-Holstein vorgestellt werden sollen. Großes Ziel ist die Auszeichnung als Staatsprämie (Beste Stute des Jahres mit bestandener Leistungsprüfung). Das wäre für den Linden-Hof nicht die erste Auszeichnung für ihre Zucht. Zahleiche weitere Edelbluthaflinger wurden bereits als Rassesieger – 2013 zuletzt der Hengst Santus gekört – und als Elitestute wie Cantate hoch bewertet. Auch viele Fohlen wurden hoch bewertet und verließen als Landessieger die Vorstellungsvierecke.

Bis zum Auftritt der Stuten müssen diese aber noch viel lernen – „Benimm- und Bewegungsregeln“, sagt Hansjürgen Engel. Am Zügel laufen, sich drehen und frei bewegen sind nur wenige der zu erfüllenden Aufgaben. Besonders von Carolin erhoffen sich die Züchter eine positive Bewertung durch die Jury. „Bei ihr passt eigentlich alles – die Proportionen, der geschwungene Hals und ihr Auftreten“, sagt Engel, der selber schon in vielen Jurys saß und bei seinen eigenen Pferden besonders kritisch ist. Bei Carolin hätten sie ein sehr gutes Gefühl, ergänzt Ingeborg Engel.

Engels lernten sich über das Reiten nördlich von Hamburg kennen. Vor 34 Jahren heirateten sie und waren begeisterte Reiter auf Großpferden, bis sie eher durch Zufall eine Haflingerstute bekamen. Schnell war die Liebe zu diesen robusten und hübschen Pferden gewachsen, sagt Ingeborg Engel. Mehr und mehr arbeiteten sie mit den Pferden, die ihren Ursprung in einem Dorf namens Hafling in Südtirol haben. Dort waren sie 1874 bei der Kreuzung aus Bergpferden mit Arabern entstanden. Darauf aufbauend entwickelten sich zwei Arten, je nach Anteil des Araberblutes, erläutert Engel. 2003 wurde die Trennung festgelegt. Seit 2008 werden in Deutschland Haflinger mit mehr als 1,56 Prozent Araberblutanteil als Edelbluthaflinger in einem eigenen Zuchtbuch geführt. Parallel dazu werden überwiegend Haflinger mit geringerem Araberblut gezüchtet.

Caroline, 2011 geboren, steht in direkter Nachkommenschaft zu der Stute Cantate vom Linden-Hof, die im Jahr 2001 nach bestandener Leistungsbewertung den Titel Staatsprämie erhielt. Im Jahr 2012 wurde sie nach der Geburt sehr zahlreicher, ebenfalls prämierter Nachkommen, mit dem Titel Elitestute im Stammbuch eingetragen.

Mit ihr und dem jetzt vierjährigen Hengst Santus, der 2013 Siegerhengst der Edelbluthaflinger in Neumünster wurde, verfügt die Zucht über herausragende Tiere, so Engels. Santus wird in diesem Herbst zu seiner Leistungsbewertung antreten, besteht er sie, steht er ohne Einschränkungen zur Zucht bereit. „Santus ist ein ganz tolles Pferd“, sagt Hansjürgen Engel. Er sei sehr ruhig und ausgeglichen, bliebe sogar ruhig, wenn er an einer Gruppe Stuten vorbeigeführt werde. Mit ihm bieten Engels die Deckung von Stuten mit Natursprung an, was mit deutlich weniger Aufwand verbunden sei, als mit der künstlichen Befruchtung der Stuten.

Die Zucht der edlen Pferde, die mit Stockmaß um die 150 −Zentimeter, Santus weist sogar 153 Zentimeter auf, zwar zu den Kleinpferden zählen, ist für Engels eine Herzensangelegenheit. Eine besondere Freude sei immer die Geburt der Fohlen. Drei laufen zurzeit auf den Koppeln des Linden-Hofs mit ihren Müttern umher. Abends kommen die Tiere in den Stall. Dort lernen die jungen Fohlen den menschlichen Kontakt kennen. Da werden ihre Beine angehoben und ein ganz leichtes Halfter wird angelegt, um die Tiere daran zu gewöhnen. Bisher hätten sie mit ihrer Behandlung der Tiere nur gute Erfahrungen gemacht, versichern Engels. Am meisten Wirkung verspricht sich Hansjürgen Engel davon, wenn er die Fohlen nach der Geburt, wenn sie das erstmal auf eigenen Beinen stehen, hoch hebt. „Das vergessen sie ein Leben lang nicht, auch wenn sie später viel stärker und größer sind als ich, der Respekt bleibt“.

Jetzt nutzten sie die letzten Tage zur Vorbereitung auf die Prüfung, bevor ihre Stuten mit drei verschiedenen Schampoos gepflegt und frisiert den Prüfern vorgestellt werden.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen