Gettorf : Antrag der Grünen: Klimaneutrale Gemeinde 2035

Uwe Steinbrecher (l.) und Wolfgang Miethke (r.) kämpfen für den Klimaschutz in Gettorf und Umgebung.
Uwe Steinbrecher (l.) und Wolfgang Miethke (r.) kämpfen für den Klimaschutz in Gettorf und Umgebung.

Der Klimaschutz-Antrag ist im Bauausschuss angenommen worden. BUND und Arbeitskreis Umweltschutz verfassen jetzt ein Positionspapier.

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23. September 2019, 14:36 Uhr

Gettorf | Die erste Hürde ist genommen: Der Bauausschuss Gettorf hat dem Antrag der Grünen zur klimaneutralen Gemeinde 2035 zugestimmt. Weiter geht es im Haupt- und Finanzausschuss am 24. September und in der Gemeindevertretung am 26. September.

Der Antrag der Grünen war von den weiteren Fraktionen SPD, CDU und FDP überarbeitet worden, um die Annahme zu sichern. Diese Interfraktionalität des Vorhabens freut Uwe Steinbrecher, Gründer der BUND-Ortsgruppe Gettorf ganz besonders. „Die Kernpunkte sind geblieben,“ man habe nur ein wenig an der Sprache gefeilt und die radikaleren Formulierungen abgeschwächt. Die Aussage sei geblieben.

„Wir gehen davon aus, dass auch die Gemeindevertretung den Antrag annimmt,“ sagt der Gettorfer und deutet auf Wolfgang Miethke, Erster Vorsitzender des „Arbeitskreis Umweltschutz Gettorf“ (AUG). Die beiden haben zusammen ein Positionspapier veröffentlicht, das auf die aktuelle Beschlusslage Bezug nimmt. Man erwarte von der Gemeinde Gettorf „sofortiges konsequentes und effektives Handeln für den Klimaschutz in allen Bereichen“, so der Aufruf an die Gemeinde.

Das Positionspapier gelte über die Gemeinde Gettorf hinaus für den gesamten Dänischen Wohld. „Gerade jetzt, wo Klimaschutz in aller Munde ist, wäre es schön, wenn unser Papier über den Amtsausschuss noch mehr Wirkung entfaltet“, skizziert Uwe Steinbrecher.

Ganzheitlicher Umwelt- und Klimaschutz ist den beiden Aktivisten sehr wichtig. Man wolle weiterhin positiven Druck ausüben, das Thema Klimaschutz müsse präsent bleiben.

„Es ärgert mich, dass viele schon von einer Klimahysterie sprechen.“ Der Begriff verfälsche die Sachlage, so Uwe Steinbrecher. „Ich bin nicht hysterisch, ich bin besorgt.“

„Wir werden den politischen Prozess weiter begleiten, die Gemeinde immer kontrollieren.“ Etwa bei Bauprojekten dürfe nicht vornehmlich der Preis entscheiden. Die Interessen der Natur müssten über wirtschaftlichen Überlegungen stehen. „Wenn wir das Problem jetzt nicht anpacken, können wir gleich einpacken“, kommentiert Steinbrecher.

Er und Wolfgang Miethke werden die weiteren Vorgänge mit Aktionen und Informationsveranstaltungen begleiten. „Wir werden demonstrieren, bis auch der letzte es begriffen hat, worum es hier geht.“ Als nächster Schritt folge nun eine Konkretisierung der Forderungen in Form von Einzelmaßnahmen für Gettorf. Ein detaillierter Plan soll folgen. Noch dieses Jahr werde der Maßnahmenkatalog stehen, damit er Anfang 2020 eingesetzt werden könne, sobald der Beschluss greift.

Viele Mitglieder des AUG sind auch im BUND und umgekehrt; für beide Gruppen ein Plus. Die Zusammenarbeit habe viele Vorteile: Der AUG sei anerkannt und werde auch oft von der Gemeinde zu Rate gezogen, bemerkt Wolfgang Miethke. Dies müsse man nutzen. „Wir werden immer wieder den Finger in die Wunde legen,“ schließt Steinbrecher.

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