Wölfe in SH : Angst vor dem Wolf im Dänischen Wohld

Nach der Identifizierung des Altenhofer Wolfes werden von der Bevölkerung immer wieder Wölfe gemeldet.
Foto:
Nach der Identifizierung des Altenhofer Wolfes werden von der Bevölkerung immer wieder Wölfe gemeldet.

Im April wurde ein Wolf in Altenhof angefahren. Seitdem gibt es weitere Sichtungen. Aber ist es wirklich ein Wolf?

shz.de von
30. Mai 2015, 09:36 Uhr

Gettorf | Sechs Mal ging die Meldung einer Wolfssichtung im Umkreis des Dänischen Wohlds bei Jens Matzen, stellvertretender Vorsitzender des Freundeskreis freilebender Wölfe, ein, seitdem im April in Altenhof (Kreis Rendsburg-Eckernförde) ein Wolf angefahren wurde. Anhand eines DNA-Tests identifiziert wurde vom Senckenberg-Institut bislang aber nur dieser.

Von zwei Meldungen in Gettorf weiß auch Hans Joachim von Gersdorff, Hegeringsleiter im Dänischen Wohld – selbst hat er den vermeintlichen Wolf aber dort noch nicht gesehen. „Man muss dem Bürger zugestehen, dass es sich oft nur um Vermutungen handelt“, erklärt er. Ist die Verwechslung mit freilaufenden Schäferhunden doch manchmal naheliegend.

„Vor allem vor dem Hintergrund des angefahrenen Wolfes in Altenhof ist die Bevölkerung zunehmend ängstlich“, betont Hans-Jürgen Langbehn, Präsidiumsmitglied des Landesjagdverbandes Schleswig-Holstein und selbst Jäger im Gebiet Hohenholm. Vor erst zehn Tagen habe er dort ebenfalls ein wolfsähnliches Tier gesichtet. Solange es aber keine eindeutige Identifizierung gebe, gehe man damit aber nicht an die Öffentlichkeit. „Da halten wir uns erst einmal bedeckt“, verrät er.

Nach dem Ereignis in Altenhof sowie den Entdeckungen in Dänemark und Mecklenburg-Vorpommern könne man aber durchaus davon ausgehen, „dass hier ein Wolf durchläuft“, betonte er. „Das Land mutet der Bevölkerung durch mangelnde Aufklärung Angst zu“, sieht Gersdorf die aktuelle Gefahr.

„Das Thema wird komplexer. Schleswig-Holstein ist nicht auf Wölfe vorbereitet. Es ist deshalb das Wichtigste, die Bevölkerung aufzuklären“, sieht auch Langbehn die Notwendigkeit, genauer zu informieren. Das Ganze sei nicht zu Ende gedacht worden. Auf der einen Seite wolle man eine Artenvielfalt inklusive Wolf, auf der anderen Seite gebe es in der Bevölkerung große Ängste. Beim Thema Aufklärung ginge es jetzt nicht nur darum zu klären, wie man sich zu seinem Selbstschutz verhalten kann. Wer zum Beispiel den Schaden zahlt, wenn die Pferdeherde, aufgescheucht durch den Wolf, die Weide verlässt und auf die Straße läuft, sei ebenfalls ungeklärt.

Am 5. Juni will das Ministerium nach Aussage Langbehns zusammen mit dem Schafzucht-, Bauern- und Landesjagdverband zu diesem Thema tagen. „Das ist eine gute Basis“, sagt er. Fest steht: „Auch wenn die Leute manchmal mehr sehen als da wirklich ist, sind wir über jeden Hinweis dankbar“, betonte Matzen.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen