Nach Zwischenfall muss Behörde entscheiden : Angler hoffen auf eine angemessene Regelung für den Außenhafen

Fischfang im Außenhafen  ist für viele Angler attraktiv. Auch Passanten schauen ihnen dabei gerne zu.
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Fischfang im Außenhafen ist für viele Angler attraktiv. Auch Passanten schauen ihnen dabei gerne zu.

Dürfen Angler weiterhin im Außenhafen angeln? Das Ordnungsamt muss entscheiden.

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26. Mai 2018, 06:05 Uhr

Eckernförde | Die jüngste Auseinandersetzung von Vertretern des Hafenbetreibers Stadtwerke und einer kleinen Anglergruppe am Abend des 4. Mai am Außenhafen mögen Nicht-Angler als banal und unmaßgeblich bewerten (siehe auch Leserbrief auf Seite 28), doch der Kreis der Betroffenen reicht weit über die wenigen Angler hinaus, die im Außenhafen ihre Angeln auswerfen. In einer Ostsee- und Hafenstadt spielt der Angeltourismus keine unwesentliche Rolle, Reglementierungen sollten daher in angemessener Weise den Interessen aller Betroffenen gerecht werden.

Auf diese Problematik weisen auch die beiden Sportangler Fred Frenscheck aus Sophienhof, Gemeinde Waabs, und Klaus Kratzsch aus Eckernförde hin. Frenscheck hatte die Auseinandersetzung mit den Vertretern der Stadtwerke miterlebt. Seinen Angelfreunden sei an diesem Abend verboten worden, im Außenhafen neben einem der Festlieger zu angeln. Sogar die Polizei musste hinzugezogen werden, weil die Angler den Hinweis eines Stadtwerke-Mitarbeiters auf eine vermeintliche Hafenverordnung nicht akzeptieren wollten – die sei niemandem bekannt und es gebe auch keine Hinweisschilder, hätten die Angler argumentiert. Um die Situation nicht weiter eskalieren zu lassen, sei man dann 100 Meter weiter Richtung Außenhafen gegangen.

Frenscheck legte anschließend in einer E-Mail an den Bürgermeister, die Bürgervorsteherin und die Ratsparteien Beschwerde gegen das seiner Meinung nach unbegründet ausgesprochene Angelverbot ein. Jetzt befasst sich das Ordnungsamt mit dem Thema. Dort muss die Frage geklärt werden, ob Angler im Außenhafen ihrem Hobby nachgehen dürfen oder nicht. Bisher war das, wie bereits berichtet, kein Problem. Nun aber, nach Eingang des Beschwerdeschreibens, ist das Ordnungsamt von Amts wegen gefordert und muss reagieren. Erste Signale deuten auf eine gemäßigte Regelung hin, die auch für Angler akzeptabel sein könnte, sprich, dass sie weiterhin - möglicherweise unter bestimmten Auflagen -, im Außenhafen angeln dürfen. Auch für Fred Frenscheck ist klar, dass ein möglichst störungsfreier, sicherer Hafenbetrieb einer Regelung bedarf. Das sei in allen Hafenstädten so. In Flensburg oder Kiel sei das Angeln auf öffentlichem Gelände ohne weitere Auflagen erlaubt, so Frenscheck. „Und selbst in Kappeln dürfen Angler von Ufer und Boot aus trotz erheblichen Ausflugs- und Freizeitschiffverkehrs ohne besondere Einschränkungen in der engen Schlei ihre Ruten auswerfen. Insofern sollte es auch in Eckernförde möglich sein, mit einer zu erstellenden ’Hafenbenutzungsordnung’ vor allem auf der großen Wasserfläche des Außenhafens mit seinem langen, überwiegend bootsfreien Kai, der Hafenendpier und dem Borbyer Ufer Anglern Rechtssicherheit zu gewähren und die Belange von Bootsverkehr und Angelsport so zu regeln, dass Konflikte bei gemeinsamer Rücksichtnahme weitgehend vermieden werden nach dem Motto ’So wenig Regeln wie möglich, nur so viel Regeln wie unbedingt erforderlich’.“

Auch Sportangler Klaus Kratzsch verfolgt die Debatte interessiert. Ihn treibt noch ein anderes Thema um: zu wenige Entsorgungsmöglichkeiten für Fischrückstände, abgeschnittene Schnüre und Haken sowie weiteren Abfall. Folge: die Mole vermüllt. Kratzsch hat nun die zuständigen Stellen gebeten, Abhilfe zu schaffen und über die Einrichtung einer Fischverwertungsstation mit Wasser- und Abwasseranschluss neben dem rot-weißen Leuchtturm auf dem Seesteg nachzudenken.

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