Erlaubt oder nicht? : Angeln im Hafen wird geregelt

Soll auf jeden Fall weiterhin erlaubt sein: Angeln an der Außenmole.
Soll auf jeden Fall weiterhin erlaubt sein: Angeln an der Außenmole.

Nach der offiziellen Anfrage eines Anglers muss die Verwaltung eventuell Verbotszonen einrichten.

Arne_Peters-8499.jpg von
24. Mai 2018, 06:02 Uhr

Eckernförde | Seit Jahrzehnten ist es ein vertrauter Anblick im Eckernförder Hafen: Angler auf der Außen- und der Sichelmole auf der Jagd nach Hering, Hornhecht und Co. Daran soll sich auch nichts ändern. Das Ordnungsamt arbeitet allerdings zurzeit an einer Regelung, die das Angeln im Hafenbecken selbst zum Thema hat. Ob es in einigen Gebieten verboten wird oder nicht, steht noch nicht fest.

Anlass ist ein Vorfall, der sich vor drei Wochen zugetragen hat: Angler standen an der Kaimauer des Außenhafens, als ein Mitarbeiter der Stadtwerke ihnen mit Hinweis auf die Hafenverordnung das Angeln verbot. Vermutlich hatte sich ein Schiffsanlieger gemeldet, der Angst hatte, die Angelhaken könnten sein Boot beschädigen. Als die Angler sich weigerten, schaltete sich die Polizei ein und wies die Betroffenen an, nicht weiter an dieser Stelle zu angeln.

Einer davon sprach im Anschluss von einem unverhältnismäßigen und rechtswidrigen Polizeieinsatz. Sie hätten niemanden behindert oder gar geschädigt. Er bat den Bürgermeister schriftlich um eine Stellungnahme sowie um „beabsichtigte Maßnahmen“ und beschwerte sich unter anderem beim Innenministerium über den Polizeieinsatz.

Die Verwaltung muss nun tätig werden. Die zentrale Frage: Darf im Hafen geangelt werden oder nicht? „Jahrzehntelang ging alles gut“, sagt Stefan Nimmrich aus dem Ordnungsamt. „Nun haben wir eine offizielle Anfrage erhalten und müssen mit einer vernünftigen Regelung für alle Hafennutzer, auch für die Angler, reagieren.“ Er weist darauf hin, dass Angler zum maritimen Bild eines Hafens gehören und man nicht mit der groben Verbotskeule vorgehen möchte.

Doch eine Regelung ist nicht so leicht zu finden. Nach Paragraph 15 des Landesfischereigesetzes sind Schifffahrtsanlagen „zum Zwecke der Ausübung der Fischerei auf eigene Gefahr zu betreten und zu benutzen, soweit öffentlich-rechtliche Vorschriften nicht entgegenstehen“. Aus übergeordneter Landessicht gibt es also kein Verbot des Angelns in kommunalen Häfen, heißt es auch aus der Obersten Fischereibehörde. Allerdings könne dies durch die allgemeinen Spielregeln der Gefahrenabwehr sehr wohl eingeschränkt werden, so die Auskunft aus der Fischereiaufsicht des Landes. So gibt es im Kieler Hafen beispielsweise Verbotszonen in Bereichen, in denen Schiffe be- und entladen werden oder in denen Schiffe häufig an- und ablegen. Für den Eckernförder Jaich-Sportboothafen als Privathafen gilt ohnehin ein generelles Angelverbot. Die Gefahr, dass Boote dabei zerkratzt werden, ist zu groß.

Da Eckernförde selbst keine Hafenverordnung hat, gilt die Landesverordnung für die Häfen in Schleswig-Holstein. Unter Paragraph 11 heißt es: „Die Hafenbehörde kann zur Abwehr von Gefahren für die öffentliche Sicherheit, die Schifffahrt, den Hafenbetrieb sowie zum Schutz der Umwelt den Aufenthalt von Personen und von Land- oder Wasserfahrzeugen oder die Benutzung von Hafenanlagen und -einrichtungen vorübergehend einschränken, zeitlich begrenzen oder versagen. Sie handelt dabei möglichst im Benehmen mit dem Betreiber des Hafens oder der Umschlaganlage.“

Und genauso kommt es: Demnächst setzen sich Ordnungsamt und Stadtwerke als Hafenbetreiber zusammen und überlegen, wo im Hafen geangelt werden darf und wo nicht. Die entsprechenden Gebiete müssen dann mit Schildern kenntlich gemacht werden.

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